Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Cärularius“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 3 (1886), Seite 832
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Cärularius. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 3, Seite 832. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:C%C3%A4rularius (Version vom 23.06.2023)

[832] Cärularius, Michael, Patriarch von Konstantinopel 1043, Urheber der Spaltung zwischen der römischen und griechischen Kirche. Da er in einem Schreiben an den Bischof Johannes von Trani der römischen Kirche das Essen des Erstickten und besonders den Gebrauch von ungesäuertem Brot beim Abendmahl zum Vorwurf machte, erschien eine Gesandtschaft des Papstes Leo IX. in Konstantinopel, forderte von C. Widerruf jener Angriffe sowie Ablegung des angemaßten Titels „allgemeiner Patriarch“ und legte auf seine Weigerung 16. Juli 1054 auf dem Altar der Sophienkirche eine Bannbulle nieder, worin der Patriarch und die Einrichtungen seiner Kirche mit allen möglichen Ketzernamen überhäuft wurden. Hiermit war der Bruch zwischen der morgen- und abendländischen Kirche entschieden. Vom Kaiser Konstantin IX. zur Strafe für seine Anmaßung 1059 in die Verbannung geschickt, starb C. bald darauf.