Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Bergasse“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 2 (1885), Seite 722
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Bergasse. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 2, Seite 722. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Bergasse (Version vom 22.03.2022)

[722] Bergasse (spr. -gaß), Nicolas, franz. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 1750 zu Lyon, anfangs Advokat in seiner Vaterstadt, dann Parlamentsadvokat in Paris, machte sich (1781) zuerst in dem berühmten Prozeß Beaumarchais’ mit dem Bankier Kornmann einen Namen. Beim Ausbruch der Revolution von der Stadt Lyon in die Nationalversammlung gewählt, trat er im Oktober 1789, um den Konstitutionseid nicht leisten zu müssen, freiwillig aus und beschränkte sich von nun an fast ausschließlich auf publizistische Thätigkeit, schrieb z. B. gegen die Assignaten und gegen andre Maßregeln der Nationalversammlung. Da man 10. Aug. 1792 in den Tuilerien mehrere seiner an den König gerichteten Memoiren vorfand, wurde er festgenommen, und nur der Sturz Robespierres rettete ihm das Leben. Seitdem widmete er seine ganze Zeit philosophischen Arbeiten, in denen er einen großen Ideenreichtum in glänzender Diktion entfaltete. Karl X. ernannte ihn 1830 zum Staatsrat. Er starb 29. Mai 1832 in Paris. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Sur l’influence de la volonté et sur l’intelligence“ (1807); „Essai sur la loi, sur la souveraineté et sur la liberté de manifester ses pensées“ (1817, 3. Aufl. 1822); „Essai sur la propriété“ (1821); „Essai sur le rapport qui doit exister entre la loi religieuse et les lois politiques“ (1822). B. war ein begeisterter Anhänger der Mesmerschen Lehre vom Magnetismus.