Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Barnum“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 2 (1885), Seite 382
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Barnum. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 2, Seite 382. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Barnum (Version vom 07.05.2021)

[382] Barnum, Phineas Taylor, amerikan. Spekulant, der „König des Humbugs“, geb. 5. Juli 1810 zu Bethel im Staat Connecticut, kaufte nach verschiedenen mißglückten Spekulationen 1842 Scudders „Amerikanisches Museum“ in New York, das er durch Entdeckung und Ausstellung immer neuer Kuriositäten zu einem der besuchtesten Vergnügungsplätze erhob. Seinen ersten derartigen Versuch machte er mit der Ausstellung von Washingtons angeblicher Amme, einer alten Schwarzen, welche damals 161 Jahre zählen sollte, später aber 75–80 Jahre alt starb. Seinen Ruf begründete er erst durch die Ausstellung des sogen. Meerweibchens, einer Büffeljagd durch Indianer und des Zwergs General Tom Pouce; das einträglichste Geschäft aber machte er mit dem Engagement der Jenny Lind, welche seit Herbst 1850 in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 93 Konzerte gab, wofür sie (nach Barnums eigner Angabe) 208,675 Doll. außer freier Reise erhielt, während er selbst 535,486 Doll. gewann. Durch unglückliche Spekulationen verlor er 1856 sein Vermögen, was ihn aber nicht hinderte, später in der alten Weise mit Erfolg vor die Öffentlichkeit zu treten. Er war auch Mäßigkeitsapostel, hielt Vorträge über den Humbug, über die Kunst, reich zu werden, etc. B. erbaute sich eine große orientalische Villa, Iranistan genannt, zu Bridgeport in Connecticut. Er schrieb seine Selbstbiographie (New York 1854; deutsch, Leipz. 1856); „The humbugs of the world“ (New York 1865); „Struggles and triumphs; forty years recollections“ (das. 1870 u. öfter); „Money-getting: hints and helps how to make a fortune“ (1883; deutsch, Berl. 1884).