Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Afzelius“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 180
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Afzelius. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 180. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Afzelius (Version vom 20.08.2021)

[180] Afzelius, 1) Adam, Botaniker, geb. 8. Okt. 1750 zu Larf in Westgotland, wurde 1777 Dozent der orientalischen Litteratur, als Linnés letzter Schüler 1785 Demonstrator der Botanik an der Universität Upsala, begab sich 1792 als Naturforscher nach der englisch-afrikanischen Kolonie Sierra Leone, verlor aber hier bei der Ausplünderung der Kolonie durch die Franzosen alle seine wertvollen Sammlungen. Im J. 1796 als Sekretär bei der schwedischen Gesandtschaft in London angestellt, kehrte er 1799 auf seinen Lehrstuhl in Upsala zurück, erhielt 1812 die Professur der Materia medica und starb 20. Jan. 1837 in Upsala. Er schrieb: „Genera plantarum guineensium“ (Ups. 1804), „Stirpium in Guinea medicinalium species novae“ (das. 1818), „Stirpium in Guinea medicinalium species cognitae“ (das. 1825) und gab die Selbstbiographie Linnés (deutsch, Berl. 1826) heraus. Seine ethnographische Pflanzensammlung hat die Universität Upsala angekauft.

2) Arvid August, schwed. Dichter und Schriftsteller, geb. 6. Mai 1785, war seit 1821 Pfarrer zu Enköping, wo er hochbetagt 25. Sept. 1871 starb. A. machte sich besonders durch seine Forschungen im Gebiet altnordischer Geschichte und Litteratur bekannt. Er übersetzte die alten Edden ins Schwedische und gab die „Sämundar-Edda“ (nach Rasks Rezension) heraus, ferner mit Geijer die „Svenska folkvisor“, eine Sammlung altschwedischer Volkslieder mit den alten Melodien (Stockh. 1814–17, 3 Bde.; deutsch in Auswahl von Warrens, Leipz. 1857), und lieferte eine interessante, aus Volksliedern, der Chronik und alten Volkstraditionen geschöpfte Geschichte Schwedens bis zum Tod Karls XII. („Svenska folkets sagohäfder“, Stockh. 1839–70, 11 Tle.; die drei ersten Teile in deutscher Übersetzung von Ungewitter mit einem Vorwort von L. Tieck als „Volkssagen und Volkslieder aus Schwedens älterer und neuerer Zeit“, Leipz. 1842). Als Dichter gehörte A. zur sogen. gotischen (national-romantischen) Schule. Besonders gelangen ihm Romanzen (z. B. „Der Necke“) und Volkslieder im alten Nationalton.