Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Adamsapfel“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 104105
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Adamsapfel. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 104–105. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Adamsapfel (Version vom 05.11.2021)

[104] Adamsapfel (Paradiesapfel, jüd. Esrog, Pomum Adami), die Frucht von Citrus Pomum Adami Risso, eirund bis birnförmig, mit bißähnlichen Narben und Wulsten der goldgelben Schale, soll nach der Ansicht des Talmud dieselbe Frucht sein, von welcher Adam im Paradies gegen Gottes Gebot kostete, und die im 3. Buch Mosis erwähnt ist, welche mit dem aus Palm-, Weiden- und Myrtenzweigen bestehenden Feststrauß bei den Juden am Laubhüttenfest während des Frühgottesdienstes unter Absingung von Psalmen gebraucht wird. Der Zweck dieses Feststraußes ist Hindeutung auf die alte Heimat und Erweckung freudigen Danks für die um [105] diese Zeit vollendeten Ernten. Die Heimat dieser Früchte ist Korfu, das südliche Italien und Sizilien, von wo sie in Kisten von 20 bis 25 Stück, mit einem die richtige Art der Einsammlung verbürgenden Certifikat des am Orte der Einsammlung wohnenden Oberrabbiners versehen, zugleich mit jungen Blättern der Dattelpalme in den Handel kommen. Die dicke, unreife, in Zucker eingemachte Schale des Adamsapfels bildet das Zitronat. Im Volksmund heißt A. auch der bei den Männern mehr hervortretende obere Teil des Kehlkopfs, so genannt, weil beim Sündenfall ein Stück des genossenen Apfels dem Adam in der Kehle stecken geblieben sein soll.