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Kurtze, iedoch eigentliche Und Warhafftige Beschreibung, Des in diesem 1664sten Jahre am 3. Decembr. allhier zu Hamburg zum erstenmahl gesehenen

Textdaten
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Titel: Kurtze, iedoch eigentliche Und Warhafftige Beschreibung, Des in diesem 1664sten Jahre am 3. Decembr. allhier zu Hamburg zum erstenmahl gesehenen
Untertitel: anietzo aber noch brennenden Grossen und greulichen Cometen/ Aus rechtem Grunde der Sternkündigung und Astrologiae dem Leser zu Gefallen gestellet
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Entstehungsdatum: 1664
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Verlag: o. V.
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Erscheinungsort: Hamburg
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Quelle: Scans auf commons und Universität Halle
Kurzbeschreibung: Kometen-Flugschrift
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[1]
Kurtze / iedoch eigentliche
Und
Warhafftige Beschreibung /
Des in diesem 1664sten Jahre am 3. Decembr.
allhier zu Hamburg zum erstenmahl gesehenen /
anietzo aber noch brennenden
Grossen und greulichen
Cometen /
Aus rechtem Grunde der Sternkündigung
und
ASTROLOGIAE
dem Leser zu Gefallen gestellet.


Erstlich gedruckt zu Hamburg / im Jahr 1664.
[2]
Kurtze und
einfältige Beschreibung
Des in diesem Monat Decembri entstandenen
und noch brennenden
Abscheulichen Cometen.

Wenn wir in den Schrifften der aller-vornehmsten und berühmtesten Geschicht-Schreiber gar genau / und mit Fleiß ümher sehen / werden wir kaum einig Exempel finden / daß in so wenig Zeit von Jahren so viel große Wunder am Firmament des Himmels / und in der Lufft / sich solten zugetragen haben / als eben zu diesen unsern Zeiten / und zwar innerhalb 10. oder 12. Jahren.

Denn anderer großen Wunder und erschecklichen Zeichen / die da in den benachtbarten Städten / Ländern und Königreichen am hohen Himmel seyn gesehen worden / zu geschweigen; So wollen wir nur der dreyen Comet-Sternen / die innerhalb 12. Jahren allhier in Hamburg sind gesehen worden / gedencken / und insondernheit von dem anitzo noch brennenden Cometen oder Schwantz-Sterne mit wenigen / so viel nemlich die itzige Gelegenheit leidet / deutlich und einfältig / dem Leser zur Nachricht handeln. Woher aber die Comet-Sterne ihren Ursprung haben / ist nicht dieses Ortes zu untersuchen oder auszugrübeln / wenn [3] wir nun des itzigen Comet-Sterns Eigenschafft / Bewegung / und Größe mögen erlernen / wollen wir vor dieses mal zu frieden seyn.

Es ist iedermänniglich bekant / was vor ein großer bärtiger Comet-Stern Anno 1652. in eben diesem Monat Decembri allhier in Hamburg / und vielen andern Orten mehr / ist gesehen worden; Es ist bekant / was er vor einen großen Theil des Himmels durchstrichen / wie er nemlich von dem lincken Fuße des Orionis, durch den Fluß Eridanus, dem Tauro, Perseo nach der Cassiopeia zugegangen / daß er also von dem größesten Theil der Welt hat können gesehen und beobachtet werden.

Ohn gefehr von 4. Jahren / nemlich Anno 1661. am Ende des Januarii, und Anfange Februarii, ließ sich ein Schwantz-Comet im Himmlischen Zeichen des Wassermannes / bey dem Adler und Delphin, sehen. Gieng deß Morgens üm 5. Uhr auff im Ost-Nord-Osten / und war so lange zu sehen / biß die Sonne durch ihren Auffgang den Tag brachte / und ihn / so wol als alle Sterne des Firmaments / durch hellen Schein verdunckelte. Vollkömmlich war er zu sehen 2. Nächte nach einander / die folgende Zeit war der Himmel zum theil mit Wolcken bedecket / zum theil ward des Cometen Angesicht durch den Schein des abnehmenden Mondens in etwas verhindert / so / daß der [4] Comet nur von denen / die ihn recht wol kenneten / und seinen Ort wusten / kunte gesehen werden; Aber weil er im Abnehmen war / und ohne Zweiffel schon etliche Tage vorhero am Himmel gestanden / ehe er (wegen dicker und nebelichter Lufft;) allhier zu Hamburg hervor geblicket / in kleiner Gestalt sich darstellete / also / daß ihn wenig Leute allhier in Hamburg werden gesehen haben. Seine Würckung aber betreffend / halte ich nicht davor / daß Worte davon zu machen nöthig sey. Denn / ob zwar / nach etlicher Meinung / eines ieden Cometen Krafft und Würckung auff so viel Jahre ausläufft / als Tage er gestanden / oder biß ein neuer Comet hervor bricht / so stehet doch alles bey dem lieben GOtt / der solches kan enden und wenden.

Itzunder brennet abermaln ein großer und ungeheurer Comet- oder Schwantz-Stern am hohen Firmamente des Himmels / und lässt sich allhier zu Hamburg / und angrentzenden Oertern / in voller Größe des Morgens / von 3. Uhr an / biß daß die Sonne auffgehet / sehen / von welchem wir itzo in aller Kürtze und Einfalt reden wollen:

Es ist dieser Comet- und Schwantz-Stern am 3. Decembris, dieses nunmehr zum Ende laufenden Jahres (war der Sonnabend) frühe üm 4. Uhr / zum ersten male gesehen worden / da er ohn gefehr eine Stunde vorher im Ost-Sud-Osten [5] war auffgegangen. Seine Farbe war bleich und weißlich / schimmert aber bißweilen in der Mitte so hell und klar / als ein Stern / insonderheit wenn der Himmel fein klar ist / und von den Wolcken nicht betrübet wird. Er hat einen langen und abscheulichen Schwantz oder Schweiff / welcher nach der Augen Mas wol 6. Ellen oder 12. Fuß lang scheinet: Von Farben aber auch bleich / betrübt und traurig ist / wie die Gestalt eines hochbetrübten und halb-todten Menschen zu seyn pfleget / und erstrecket sich nach dem Westen zu. Wie dieser Comet zum ersten mal (nemlich am besagten Sonnabend) ist observiret worden / ist er im Theil des Himmels / so die Waage genannt wird / befunden / (allwo er auch noch etliche Tage geblieben) und zwar am Halse des Raben (Corvi)

Am 4. Decembris, nemlich des Sontags / frühe üm 3. Uhr kam er wieder über den Hamburger Horizont herauff gestiegen / im Sud-Ost zum Osten / da er nicht mehr am Halse des Corvi saß / sondern schon Südlicher geworden / und nach dem Schnabel war fortgangen. Der Comet aber / so wohl als sein Schweiff / waren noch von voriger Größe und Länge.

Den 5. Decembr. nemlich am Montag Morgens war es dunckel / so daß der Comet nur ein wenig durch die Wolcken hervor geblicket / und zwar umb sechs Vhr.

[6] Den 6. Decembris, nemlich am Dienstage frühe / ists gantz dunckel gewesen / so daß der Comet nicht gesehen worden.

Den 7. Decembris, als Mittwochs frühe / ein wenig vor drey Vhr / gieng der Comet mit seinem langen und bleichen Schweiffe wieder auff bey Süd-Ost zum Osten / und ließ es sich ansehen / als wenn der Schweiff in etwas abgenommen / welches aber doch nur durch unvollkommene Klarheit des Himmel verursachet worden. Der Comet an sich selber hatte noch seine volle Grösse / und war schon fern von dem Schnabel des Raben abgewichen / und Südlicher worden.

Den 8. Decembris, als dem Donnerstage Morgens war der Himmel nach dem Süden zu nicht allerdings klar / doch war der Comet bißweilen in seiner vollen Grösse gar wohl gesehen / und schiene der Schweiff fast länger als iemahls zuvorn. Der Comet aber war umb ein merckliches Südlicher geworden.

Gestern als Freytag Morgens / nemlich den 9. Decembris, war der Himmel nicht klar / daß der Comet also nicht gesehen werden können.


Von der Bedeutung des Cometen.

Weiln nun dieser anietzo noch brennender Comet im Zeichen der Waage unter der Jungfrauen bißhero gesehen [7] worden / als wird er vor erst denen Städten und Ländern nicht viel gutes bringen / welche unter gemeldter Waage liegen; Denn niemahln ein Comet gesehen worden / der da solte guts bedeutet haben. Solche Oerter aber seynd: Lieffland / Oesterreich / Savoyen / Delphinat / Elsaß / Straßburg / Franckfurth am Mäyn / Steyer / Hall in Schwaben / Heylbrunn / Moßbach / Schweitz / Lisbon / Antorff. Ja es wird des Cometen seine Bedeutung auch die Oerter treffen / die unter dem Zeichen der Jungfrauen seynd gelegen. Denn ob er zwar bißhero im Zeichen der Waage befunden worden / so hat man doch gesehen / daß er immer fort / wider die Ordnung der zwölff himmlischen Zeichen / nach der Jungfrauen zueilet / in dero Zeichen er auch hinfüro / wenn es helle Wetter ist / wird anzutreffen seyn. Die vornehmsten Oerter aber / unter der Jungfrauen gelegen / seynd diese: Griechenland / Afrion / Kernten / ein Theil vom Rhein / Nieder-Schlesien / Rinckau / Navarren / Jerusalem / Paris / Lyon / Tholose / Basel / Erffurth / Breßlau /Heydelberg. Wenn [8] wir nun hierbey erwegen / daß nicht allein die drey obersten Planeten / als Saturnus / Jupiter und Mars / sondern auch Venus mit dem Mond im traurigen Zeichen des Steinbocks nicht weit von einander stehen / wie dann auch die Sonne und der Mercurius im Schützen lauffende / nach ihnen zueilen / so befinden wir unschwer / daß schlechte Zeitungen darauff erfolgen werden / aus vorbemeldten Oertern insonderheit.

Es ist aber vornehmlich bey diesen Cometen auch zu beobachten / daß er eben am Sonnabende Morgens / des darauff folgenden andern Sontags des Advents / da man das Evangelium von den Zeichen / die vor dem Jüngsten Tage an der Sonnen / Mond und Sternen / sollen vorher gehen / prediget und außleget / zum erstenmahle allhier in Hamburg ist gesehen worden.

Nun diesem sey / wie ihm wolle / so setzen wir doch billich unsere Zuversicht auff dem lieben GOTT / der / nach seinem allweisen Raht / alle kan und will zum besten kehren.

Dieses sey gnung vor dißmahl von diesem
Cometen gesagt.