Kronenburg am Sunde

« Grabschrift auf Georg Forster Gedichte (Friederike Brun) Wiegenlied (Friederike Brun) »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.
Textdaten
Autor: Friederike Brun
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Kronenburg am Sunde
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 100–101
Herausgeber: Friedrich von Matthisson
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1795
Verlag:
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Gedichte (Brun) 125.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[100]
       Kronenburg am Sunde.


Des Abends Purpur sinkt in den Hain herab,
Am Meeresstrand steht herrschend die Festung da;
     Dumpf rollt die Wog’ an des Ufers Kiesel;
     Kulla steht schaurig im Duft der Ferne [1].

5
Der Dolen Heer umschwärmet den grauen Thurm,

Laut schreiend streift die Möve der Wogen Haupt;
     Der Sturm verhallt in den Felsengängen,
     Rasselnder Ketten Getön erklirret.

[101] Die Dämmrung schwebet leis’ auf des Meeres Schooß.

10
Die Woge thürmt sich hoch ans Gestad’ empor –

     Es sinkt die Wolke – das Meer steigt brausend;
     Trübe verlischt der Gestirne Fackel.

Des Pharos Flamm’ entglimmet auf Kullas Höh’;
Sie wehet schwankend unter des Sturms Geheul,

15
     Das lauter tobt und des bangen Schiffers

     Aengstlichen Flehens verhöhnend spottet.

Das Seegel reißt, und krachend entstürzt der Mast;
Es siedet das Meer und gürtet mit Schaum den Fels;
     Das Schiff zerschellt an der schroffen Klippe –

20
     Wehklag’ ertönt in des Dunkels Grausen.



  1. *) Kulla, eine hohe Gebirgkette der Provinz Schonen in Schweden, die sich bis ans Meer erstreckt, und dort ein höchst mahlerisches Felsufer bildet. Auf der Stirn einer vorragenden Klippe steht ein Leuchtthurm.