Kriegslied (Matthias Claudius)

Textdaten
Autor: Matthias Claudius
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Kriegslied
Untertitel:
aus: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, Vierter Theil. S. 89
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1774
Verlag: beim Verfasser
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Wandsbeck
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google
Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Überschriebene e über den Vokalen a, o und u wurden als moderne Umlaute transkribiert.
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[89]
Kriegslied.


’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
     Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
     Nicht Schuld daran zu seyn!

5
Was sollt’ ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen,

     Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
     Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,

10
     Verstümmelt und halb todt

Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
     In ihrer Todesnoth?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
     So glücklich vor dem Krieg,

15
Nun alle elend, alle arme Leute,

     Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch’ und ihre Nöthen
     Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zu Ehren krähten

20
     Von einer Leich’ herab?


Was hülf’ mir Kron’ und Land und Gold und Ehre?
     Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
     Nicht Schuld daran zu seyn.