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Titel: Kloster bei Spalato
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aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 340
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[340] Kloster bei Spalato. (Zu unserer Kunstbeilage.) Reich an landschaftlichen Schönheiten ist das Küstenland Dalmatien. Das wilde Karstgebirge tritt hier unmittelbar an die buchtenreiche, mit Inseln umkränzte Küste, und die immergrünen Gewächse, die Berg und Thal schmücken, tragen schon südliches Gepräge. Urwüchsig und originell sind die Menschen, die an diesem Küstensaum wohnen: verschiedenen Nationalitäten angehörend, gehen sie einher in ihren bunten Trachten und verraten dem Wanderer, daß er die Schwelle des Orients erreicht hat. Besonders merkwürdig ist aber Dalmatien durch seine Bauwerke. Es ist dicht mit Ruinen besät, die Zeugnis davon ablegen, daß in diesem Lande einst ein regeres und reicheres Leben geherrscht hat. Da stehen noch gewaltige Ueberreste glanzvoller Tempel, Theater und Paläste, die von römischen Cäsaren in den Städten an dalmatinischer Küste errichtet wurden, während andere Bauten aus der Glanzzeit Venedigs stammen. Viele von ihnen sind für immer verlassen worden und verwittern langsam in Sonnenbrand und Wind und Wetter, in anderen haben sich Menschen angesiedelt und vielfach sind heidnische Tempel zu Klöstern und Kirchen umgebaut worden. Wie eigenartig diese wunderbaren Bauten, im Schmucke dunkler Cypressen und von blühendem Distelgestrüpp umrankt, dem Auge des Beschauers erscheinen, zeigt das treffliche Stimmungsbild P. Reiffensteins, das uns ein Kloster bei der durch römische Ruinen berühmten Stadt Spalato am steilen Absturz des Karstgebirges vorführt.
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