Allgemeines Deutsches Kommersbuch:142

(Weitergeleitet von Jugendlust)
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 282, 283
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 139.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[282]

frei=ster Bur=schen=lust, wie hat die Freund=schaft
treu und wahr durch=drun=gen mei=ne Brust!

     2. Wie trefflich haben pokuliert, gesungen wir, gelacht, wie oft,
was Studios Leben ziert, des Mägdeleins gedacht! Und galt es einen
frischen Strauß, flott ging’s auf die Mensur, und litt’s uns nicht im
engen Haus, ging’s über Berg und Flur!

     3. Das alles laß ich weit zurück, und grau in grau gehüllt zeigt
sich dem traumumflorten Blick Philisters traurig Bild. Doch wünsch
ich eins, dann sei es drum, weil ich geborgen bin: ins fernste Phili=
sterium des Burschen frohen Sinn!



          316.     Jugendlust.

     Singw.: Auf, singet und trinket ec.

     1. Wir deutschen Studenten, wir fühlen so kühn in Herzen und
Händen die Jugend erglühn. Wir schwingen den Hieber so flott und
so frisch, und schwingen noch lieber den Becher am Tisch.

     2. Wir deutschen Studenten, wir tragen die Lust, wohin wir uns
wenden in unserer Brust, und fröhlicher Lieder hellschallender Ton
erwecket sie wieder, wenn je sie geflohn.

     3. Wir deutschen Studenten, wir dulden es nicht, wenn einen wir
finden mit trübem Gesicht. Wir rufen ihn alle in unsere Reihn, beim
fröhlichen Schalle mit fröhlich zu sein.

     4. Wir deutschen Studenten, wir denken noch gern, ein Vivat zu
spenden dem Lieb in der Fern. Du Holde, du Süße, gedenkst du an
mich? Viel tausendmal grüße beim Becher ich dich.

     5. Wir deutschen Studenten, wir wissen zum Glück: die Jahre,
die enden, bringt nichts mehr zurück. Drum immer, wie heute, so
lange sie winkt, genießet die Freude und singet und trinkt!



          317.     Studentenlied.     (IV. 170.)

     Mit Kraft und Feuer. Franz Ohlhanns. 1892.

     1. Wir lu=gen hin=aus in die son=ni=ge Welt all=
[283] zeit mit la=chen=den Au=gen; des fah=ren=den Vol=kes
dur=sti=gem Schlag mag Fro=hes und Frei=es nur tau=gen. Wir
wan=dern und sin=gen, und naht das Glück, so pak=ken wir’s
hur=tig beim Kra=gen, und trin=ken den Wein und
küs=sen die Maid und las=sen den Eulen das Kla=gen,und
trin=ken den Wein und küs=sen die Maid und las=sen den
Eu=len das Kla=gen.
     2. Die Schriften der Alten studierten wir gut: Sie haben ins
Schwarze getroffen, Anakreon und Horatius, die größten der Philo=
sophen. Drum, Alter, laß ab von scheltendem Thun, und denke der
Söhne, der lieben, |: und denke der Zeit, wo du voreinst vielleicht es
noch ärger getrieben! :|