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Textdaten
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Titel: Im blühenden Lenz
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aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 240
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[240] Im blühenden Lenz. (Zu unserer Kunstbeilage.) Goldne Frühlingsstimmung beseelt unser Bild, das uns vor den Thoren einer altertümlichen Stadt den blühenden Lenz in voller Entfaltung zeigt. Es ist die Stimmung, die im Frühling alle Menschen ergreift und aus „der Straßen quetschender Enge hinaustreibt ins Freie, wo unterm Anhauch milder Lüfte, beim Anblick der neuerblühten Natur die Brust sich in ahnungsvoller Seligkeit weitet und die Seele wie befreit ausatmet, ledig der Hast“, in welcher der Winter alles Leben gefangen hielt! In hundert Farben schimmert die Flur. Selbst der Dornstrauch schmückt sich mit leuchtenden Blüten. 0, selige Kinderlust, die sich zum erstenmal wieder auf grüner Wiese tummelt, die aus Veilchen und Maßliebchen duftige Sträuße bindet, um sie der Mutter daheim als Grüß des Frühlings zu bringen! Auch die schmucke Maid, die selber im blühenden Lenze des Lebens steht, ist hinausgeschritten vors Thor. Aber in Gedanken verloren, sucht sie einsame Pfade. Wohl neigt auch sie sich zu einer Blüte hinab, um sie zu pflücken. Aber ihre Gedanken schweifen schon wieder hinüber in die wonnige Welt des sie begleitenden Traumes, in dem es auch wundersam knospet und blüht. Durch ihre Seele klingt das Lied vom blühenden Lenz der Liebe.