Heimweh (Lasker-Schüler)

Textdaten
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Autor: Else Lasker-Schüler
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Titel: Heimweh
Untertitel:
aus: Gesammelte Gedichte, S. 80-81
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1917
Verlag: Verlag der Weißen Bücher
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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Heimweh
(Zwei Freunden: Paul Zech und Hans Ehrenbaum-Degele)

Ich kann die Sprache
Dieses kühlen Landes nicht,
Und seinen Schritt nicht gehn.

Auch die Wolken, die vorbeiziehn,

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Weiß ich nicht zu deuten.


Die Nacht ist eine Stiefkönigin.

Immer muß ich an die Pharaonenwälder denken
Und küsse die Bilder meiner Sterne.

Meine Lippen leuchten schon

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Und sprechen Fernes,


Und bin ein buntes Bilderbuch
Auf deinem Schoß.

Aber dein Antlitz spinnt
Einen Schleier aus Weinen.

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Meinen schillernden Vögeln

Sind die Korallen ausgestochen,

[81]

An den Hecken der Gärten
Versteinern sich ihre weichen Nester.

Wer salbt meine toten Paläste –

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Sie trugen die Kronen meiner Väter,

Ihre Gebete versanken im heiligen Fluß.