Textdaten
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Titel: Hörhelfer
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 52 a
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[52 a] Hörhelfer nennt sich ein von Luise Freifrau von Ketelhodt in Rudolstadt neu erfundenes Instrument, welches bei geringerem Grade von Schwerhörigkeit so viel Schallverstärkung bewirkt wie die hinter das Ohr gehaltene Hand. Es besteht aus Ohrhaltern von durchsichtigem Celluloid, rechtsseitig, linksseitig, oder doppelt, die an federnden, über den Kopf gehenden Bügeln oder in einem elastischen Stiel befestigt sind, um das unter ihnen nach vorn gestellte Ohr in dieser Lage zu erhalten. Der Apparat kann jedem Kopfe angepaßt werden, er gewährt also allen jenen, welche gewohnt sind und damit ausreichen, das Ohr mittels der Hand zu unterstützen, einen Ersatz dieser, doch auf längere Dauer recht ermüdenden Stellung. In Gesellschaft, Konzert und Theater dürfte darum der durch seine glasartig durchsichtigen Schalen wenig auffällige „Hörhelfer“ gute Dienste thun, ebenso bei etwas schwerhörigen Schulkindern. Freilich besteht erfahrungsgemäß gerade im Anfang des Leidens eine große Abneigung gegen Gehörinstrumente. Sehr mit Unrecht, weil gerade die nur wenig Schwerhörigen durch deren Unterstützung den so bitter empfundenen Verzicht auf gesellige Unterhaltung, Theater etc. bedeutend hinausschieben können. Die stark Schwerhörigen haben nichts von dem „Hörhelfer“ zu erwarten, für sie gilt durchaus die vortreffliche Darlegung, welche im Jahrgang 1890 der Gartenlaube S. 14 Professor Brückner über Gehörinstrumente und ihren Nutzen veröffentlicht hat.

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Ein neuer Hörhelfer.