Textdaten
Autor: Walther Kabel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eingepökeltes Löwenfleisch
Untertitel:
aus: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1915, Erster Band, Seite 221–222
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1915
Verlag: Union Deutsche Verlagsgesellschaft
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart, Berlin, Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[221] Eingepökeltes Löwenfleisch dürfte immerhin zu den Seltenheiten gehören. Der kürzlich verstorbene Kommerzienrat Karl Hagenbeck erzählt in seinen Erinnerungen, wie er wirklich einmal in den Besitz eines Fasses Löwenpökelfleisch gelangte. Der englische Tierbändiger Cooper ließ sich einst von Hagenbeck [222] eine neue Sendung Löwen nach Brüssel schicken. Er tat die sämtlichen Löwen, seine alten mit den eben erst angekommenen, gleich zusammen, aber der neue Zustand der Dinge regte die Tiere so auf, daß sie den Gehorsam verweigerten. Als Cooper die Löwen nun mit der Peitsche zur Ruhe bringen wollte, kam es zur Katastrophe. Gerade das gutmütigste unter den neuen Tieren fiel den Bändiger an und richtete ihn ganz bösartig zu. Cooper mußte lange liegen, um seine Wunden auszuheilen.

Aber auch dem Löwen war der Angriff nicht bekommen, denn Hagenbeck erhielt plötzlich aus Brüssel folgendes Telegramm: „Löwe Aladin ist tot, was soll ich mit ihm machen?“

„Ohne mich weiter zu besinnen,“ berichtet Hagenbeck, „telegraphierte ich zurück: ‚Salzen Sie ihn meinetwegen ein, wenn Sie mögen.‘ Nach einigen Wochen, als ich die Sache schon fast wieder vergessen hatte, trifft wahrhaftig mit der Eisenbahn als Frachtgut ein Faß mit einem eingepökelten Löwen in Hamburg ein. Wenn jemand Appetit darauf hat, so steht es ihm gern zur Verfügung.“
W. K.