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Ein letztes Wort contra Redaction des „Stahlrad“.

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Zuletzt bearbeitet am 12.02.2019 (vor 278 Tagen)
Textdaten
Autor: Carl Hindenburg
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Titel: Ein letztes Wort contra Redaction des „Stahlrad“.
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Entstehungsdatum: 1891
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Quelle: Commons, Scan aus: Deutscher Radfahrer-Bund : Fachzeitschrift für die Interessen des Radfahrers ; offizielles und eigenes Organ des Deutschen Radfahrer-Bundes, Exemplar der SLUB Dresden
Kurzbeschreibung: Reaktion des Bundesvorsitzenden in der Zeitung „Deutscher Radfahrer-Bund“ auf Anschuldigungen von Seiten der „Stahlrad“-Redaktion und Theophil Weber, im Kontext der Gründung des Sächsischen Radfahrer-Bundes (1891)
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Ein letztes Wort contra Redaction des „Stahlrad“.

Nachdem die Behauptung des Herrn Theophil Weber, daß die Verhältnisse in unserem Bunde äußerst mißlich beschaffen und mit den Bundesgeldern unverantwortlich gewirtschaftet werde, gründlich widerlegt worden ist; —

Nachdem die Beschuldigung, der Bundesvorsitzende habe bei der in Anspruch genommenen Reiseentschädigung zu den Bundestagen die Bundeskasse empfindlich geschädigt, sich durch zahlenmäßigen Nachweis als Verdächtigung herausgestellt; —

Nachdem der Versuch durch Auffrischung alter, längst erledigter Streitigkeiten mit einzelnen Gauverbänden eine feindselige Strömung gegen die Bundesleitung zu erzeugen, gänzlich fehlgeschlagen; —

Nachdem klar und deutlich bewiesen, daß Herr Th. W. in der Clichéangelegenheit, Drais-Denkmal betreffend, ein seitens der Redaction der Bundeszeitung und des Hülfspersonals im Bundesbüreau gemachtes Versehen auszunutzen suchte, um durch Klageandrohung vom Bundesvorsitzenden erhebliche Entschädigungssummen zu erlangen; —

Nachdem sich alles in erbitterter Zeitungsfehde abgespielt hat, geht nunmehr der Redacteur des Stahlrad direct auf das eigentliche Endziel seiner umfangreichen Agitation los, er erläßt einen dringenden Mahnruf an die Bundesdeligirten, von der Wiederwahl des jetziges Bundesvorsitzenden abzusehen und eine jüngere befähigtere Kraft an seine Stelle zu setzen. — Sein vorgeschrittenes Greisenalter sei in keiner Weise mehr geeignet, eine Vereinigung von über 12000 Mitgliedern noch ferner activ zu leiten, schon seit vielen Jahren habe er den Anforderungen nicht mehr genügt, die man an den Leiter unseres Bundes stellen müsse und verstände nur durch Entstellung von Thatsachen Reclame für sich zu machen.

Also das ist des Pudels Kern. Fort mit dem greisenhaften Bundespräsidenten. Ueber die Begründung für meine baldige Beseitigung und die Form, in welcher dieselbe eingekleidet, erlaube ich mir kein Urtheil, ich stelle dasselbe vielmehr den Bundesmitgliedern und der Deligiertenversammlung anheim, will auch nicht weiter erörtern, ob der Mahnruf als der Ausfluß ehrlicher und inniger Ueberzeugung anzusehen ist, auch darüber mögen Andere entscheiden.

Auf das Entschiedenste muß ich aber dagegen Einspruch erheben, daß Herr Th. W. zum Schluß seiner Agitationen und um dieselben wirksamer zu machen, zu dem verwerflichen Mittel greift, aus einer Privatcorrespondenz zwischen ihm und mir Waffen zu schmieden, durch welche er mich in der Achtung meiner Sportgenossen herabzusetzen sucht.

Mein außeramtlicher Briefwechsel ist äußerst umfangreich, betrifft erbetene Rathschläge oder Gutachten, Schlichtung von Streitigkeiten, Vorkommnisse im Bunde, Angelegenheiten discreter Art u.s.w., ich pflege die eingegangenen Zuschriften in offener und unumwunderener Weise zu beantworten, jedoch stets in der stillschweigenden Voraussetzung, daß mit meinen Rückäußerungen kein Mißbrauch getrieben wird; dieses meinen Sportgenossen entgegengebrachte Vertrauen ist bis jetzt, so viel ich mich erinnere, nie getäuscht worden, anders denkt darüber Herr Theoph. Weber und veröffentlicht aus meinen Privatbriefen Inhaltstheile, um dadurch seiner Agitation gegen mich Nachdruck zu geben.

Um Mißdeutungen entgegenzutreten, sehe ich mich zu meinem Bedauern gezwungen, der betreffenden Angelegenheit näher zu treten und über den Fall selbst Folgendes mitzutheilen:

Im verflossenen Sommer stand ich mit Th. Weber mehrfach in Correspondenz über sein im Druck befindliches Sports-Album, äußerte mich über den Inhalt der ersten Lieferungen anerkennend und sandte ihm auf Wunsch ein Empfehlungsschreiben für das in Rede stehende Werk. Hierauf empfing ich Mitte Juli d. J. ein Schreiben dessen Schluß wie folgt lautete: In ca. 10 Tagen wird das Bild des Frh. von Drais fertig, ich hoffe, daß es ein Kunstwerk giebt; als Gegenstück zu Drais beabsichtige ich dann Ihr Bild anfertigen zu lassen, wenn ich Ihre Erlaubniß dazu bekomme.

Hierauf schrieb ich wörtlich: „Was eine gleiche Wiedergabe meiner Wenigkeit, wie die des Frh. von Drais anlangt, so möchte ich, trotz Ihrer freundlichen Bereitwilligkeit dazu, entschieden davon abrathen, Sie würden ein schlechtes Geschäft damit machen.” Zur Bekräftigung führte ich Fälle an, wo man trotz meines Abrathens bildliche und plastische Darstellungen meines Portraits zum Gegenstand einer Speculation ausersehen und damit Fiasco gemacht habe und daß ich mitunter sogar deratige Abbildungen sogar selbst käuflich übernommen hätte, um Ausgebot und Verkauf zu verhindern; ich bemerkte ferner, daß der Kultus, der meiner Person gelte, nur ein beschränkter sei und führte als Beispiel die leider durch die Zeitungen veröffentlichten Sammlungen zu meinem siebzigjährigen Geburtstag an; wie ich durch Zufall erfahren, hätten sich nur circa 300 Einzelfahrer und circa 200 Vereine daran betheiligt, die Höhe der gesammelten Summe sei mir nicht bekannt, dieselbe dürfte aber kaum zu einer Stiftung ausreichen, — auf die Höhe der Summe käme es auch gar nicht an, das moralische Gewicht liege in der Zahl der Beteiligthen, ich wünsche nur, daß nicht Gegner des Bundes die Sache ausbeuteten, um den Bund in seinem Ansehen zu schädigen, ich müsse die gute Absicht der Veranstalter voll und ganz anerkennen und sei von Gefühlen des wärmsten Dankes erfüllt, hielt es aber für das Beste, das gesammelte Geld für irgendeinen wohlthätigen Zweck zu verwenden.

Die rein vertraulichen Aeußerungen, die von dem Eindruck eingegeben waren, welche die beregte Angelegenheit in ihrem Vorstadium, namentlich durch die Veröffentlichung des Aufrufs auf mich gemacht hatte, schloß ich mit dem Bemerken, daß ich durch Hergabe meines Portraits nicht selbst ein Fiasco herbeiführen und Hrn. Th. W. nicht zu Opfern verurtheilt sehen möchte, ich häte deshalb von meiner bildlichen Darstellung absehen zu wollen. —

Aus diesem der ganzen Form nach discreten Schreiben veröffentlicht Herr Th. W. Inhaltstheile und bemerkt dabei, daß er weitere Aeußerungen in meinem Interesse einstweilen unterdrücken wolle. — Dieser Mißbrauch von Aussprechungen rein privaten Charakters muß aber umso verwerflicher erscheinen, als der Redacteur des „Stahlrad“ sehr wohl weiß, daß die aus höchst achtbaren und angesehenen Männern bestehenden Veranstalter ihre Aufgabe in der allersinnigsten und zartesten Weise zu lösen verstanden, indem sie die gesammelten Gaben zu einem so überaus werth- und kunstvollen Ehrengeschenk verwendeten, welches für mich und meine Familie sowie für Kind und Kindeskinder ein unschätzbares Andenken an die Zeit meiner Amtsthätigkeit im Deutschen Radfahrer-Bunde bleiben wird.

Die Beurtheilung der Weber'schen Handlungsweise überlasse ich den geehrten Sportsgenossen und Bundesmitgliedern und bedaure nur, daß ich zu Darlegungen genöthigt wurde, welche mich größtenstheils persönlich betreffen, ich hielt dies jedoch für unerläßlich, um weiteren Intrigen im Voraus entgegen zu treten.

Carl Hindenburg, Bundesvorsitzender.