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Titel: Ein deutscher Heldentod in Siebenbürgen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 26, S. 407–411
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1862
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[407]

Ein deutscher Heldentod in Siebenbürgen.

Fern im Osten, im schönen Siebenbürgerlande, wohnt ein deutsches Völkchen von beinahe 200,000 Seelen. Es könnte glücklich sein, arm ist es nicht, weder in materieller noch geistiger Beziehung, und der Geist der wahren Freiheit, den es vor siebenhundert Jahren als bestes Erbe aus der deutschen Heimath mitgebracht, er lebt in ihm noch fort, wie es auch in seinen Volksliedern singt:

„Wo weder Knecht
Noch Herrngeschlecht
Der freie Geist mag leiden.“

Aber, Ihr Männer und Frauen im großen deutschen Vaterlande, dieses brave Volk ist heimwehkrank, es bereut jetzt wie noch nie die Entfernung von der Heimath. Schon geht die ernste Sage durch’s Volk: Noch 100 Jahre, und der deutsche Volksstamm in Siebenbürgen ist erloschen; und was diesen Glauben noch bestärkt, ist der Umstand, daß von den 11 sächsischen Kreisen schon in dreien die Obergewalt in den Händen einer andern Nation ist. Und doch erfreute das Sachsenland sich von je wackerer Männer, von denen schon Mancher dem deutschen Namen Ehre machte.

Ein solcher ist’s auch, zu dessen Ende wir heute unsere Leser hinführen, ein Mann, den das Wohl seines Sachsenvolks schon als Jüngling begeisterte, der schon als Student sich als höchstes Ziel des Strebens die geistige Erhebung und echt deutsche Erziehung seines Volks setzte und der trotz all der Hemmschuhe und Querbalken, mittelst der man ihn im beliebten alten bequemen Geleise fest zu halten suchte, sich selbst treu blieb bis zu seinem tragischen Ende.

Dieser Mann ist Stephan Ludwig Roth, ein protestantischer Geistlicher zu Mediasch in Siebenbürgen, der im Revolutionskampfe 1849 von den Ungarn standrechtlich hingerichtet wurde.

[408] Roth war am 24. November 1796 in Mediasch geboren, wo sein Vater erst als Professor am Gymnasium und später als Pfarrer wirkte. Der so vielfach in Anspruch genommene Raum der Gartenlaube gestattet es nichts den ganzen Bildungsgang Roth’s bis zu seiner amtlichen und staatsbürgerlichen Thätigkeit hier zu verfolgen. Einige Hauptzüge desselben mögen genügen. Nachdem Roth auf dem Untergymnasium seiner Vaterstadt, dann auf dem Obergymnasium zu Hermannstadt sich für die theologischen Studien vorbereitet, bezog er 1817 die Universität Tübingen. Unbefriedigt von dem Geist, der dort die Theologie beherrscht, fand er, nach dem Schlusse seiner Universitätsstudien, in Pestalozzi einen Mann, wie sein Herz ihn sich ersehnt hatte. Er nahm eine Lehrerstelle in dessen Institut an und arbeitete hier im Stillen den Plan aus, nach der Weise, die er in Yverdun verehren gelernt, an der Bildung seines Volks von den untersten Classen an zu wirken.

Auf das Verlangen seines Vaters kehrte er im April 1820 in die Heimath zurück. Sein Wunsch, nun selbst Volksschullehrer zu werden und vor Allem ein tüchtiges Schullehrer-Seminar zu gründen, stieß jedoch nur zu bald auf die in Oesterreich eben so alten als landüblichen Hindernisse. Schon in Wien hatte Roth sich bemüht, eine Unterstützung für eine solche Anstalt zu erhalten, aber vergeblich, denn „man wäre einmal nicht für den Fortschritt.“ Ebenso vergeblich wandte er sich daheim an alle Landesstellen und einflußreiche Männer. Da wagte er noch einen letzten Versuch, er wandte sich direct an das Volk, er gab ein Schriftchen heraus unter dem Titel: „An den Edelsinn und die Menschenfreundlichkeit der sächsischen Nation in Siebenbürgen eine Bitte und ein Rathschlag.“ Auch hier fand er keinen Anklang. Die Zeit war für sein Ideal nicht reif. Erst jetzt, 40 Jahre später, weht auch in unseren Dorfschulen ein besserer lebendiger Geist.

So mußte Roth seinen Lieblingsplan aufgeben, er wurde, wie sein Vater es wünschte, im Jahre 1822 Lehrer am Mediascher Gymnasium und später Director desselben. Aber auch jetzt mußte er seine Pläne für eine Schulzeitung, sowie für Einführung des Turnens und Singens an Vorurtheil und Aengstlichkeit von Lehrern und Eltern scheitern sehen.

Einigen Ersatz für die vielen Täuschungen fand Roth in einer glücklichen Ehe mit einer Pfarrerstochter. Dieses Glück sollte auch nicht von zu langer Dauer sein. Im ersten Jahre seines Rectorats raubte der Tod ihm seine Gattin, ihm blieben drei unmündige Kinder. Im Jahre 1837 wurde Roth zum Pfarrer in Rimesch, 1847 zum Pfarrer in Meschen gewählt. Nachdem er seine häuslichen Verhältnisse durch eine zweite, ebenfalls glückliche Ehe, wieder mit einer Pfarrerstochter, geordnet, widmete er sich wieder ganz dem Wohle seines Volks, in Schrift, Wort und Predigt, mit Rath und That. Es fing gerade in dieser Zeit, zu Anfang der 40er Jahre, auch unter den Sachsen ein frisches, thatenkräftiges Leben an, ganz nach dem Sinn Roth’s; kein Wunder, daß Roth jetzt nicht nur anerkannt, sondern auch geliebt wurde, und bei wichtigen Angelegenheiten im Interesse des Volks hieß es: „Roth soll unser Sprecher sein.“ – Namentlich wirkte er begeisternd in dem „Vereine für Vaterlandskunde“. Auch die im Jahre 1845 so energisch betriebenen Einwanderungen, namentlich aus Württemberg, nach Siebenbürgen sind Roth’s Werk gewesen; es war nicht seine Schuld, daß kein würdiger Erfolg die ehrenwerthe Absicht belohnte. Nur sein Lieblingsplan, dem er so viele Zeit seines Lebens gewidmet, eine Schul- und Kirchenzeitung zu gründen für das deutsche Volksthum in Siebenbürgen, konnte nicht zur Ausführung kommen. Dennoch schreitet der edle Roth festen Muthes weiter, sein Programm für bessere Tage bewahrend. Da rücken die Vorboten der Stürme immer näher. Jedermann fühlt ihren Hauch. Es konnte daher Roth’s erster Gedanke nur der sein, sein Volk für die kommende Gefahr vorzubereiten. Zu diesem Zweck wollte er mit jüngern gesinnungstüchtigen Literaten seines Volkes Geschichtsbilder herausgeben. Der gute Gedanke fand vielseitigen Anklang, ward jedoch noch vor der Ausführung vom Sturme überholt. Das Jahr 1848 fing für Roth sehr traurig an, es raubte ihm zum zweiten Mal die treue Lebensgefährtin. Er schreibt aus dieser Zeit an einen Freund nach Kronstadt (der Brief ist vom 12. Januar 1848 datirt): „Ich habe, seit ich Euch verließ, meinen Vater verloren, meine kostspieligen Wirthschaftsgebäude hat man mir abgebrannt. Letzlich ist mir am 7. d. M. auch meine Frau im Kindbett gestorben, das jüngste Kind tauften wir den Tag nach ihrer Beerdigung, um mich stehen 5 unversorgte Kinder (das älteste 6. Kind, Sophie, war schon verheirathet), deren ältestes im 9. Jahre ist. Ich will mein Kreuz auf mich nehmen und tragen in Geduld, aber es ist doch schwer.“

In dieser Zeit, am 13. August 1848, strömten in Mediasch aus allen Gegenden sächsische Jünglinge zusammen, um einen deutschen Jugendbund zu stiften, zur Hebung des deutschen Volksthums in Siebenbürgen; als Mittel wurde das Turnen in Verbindung mit Schützen- und Fechtwesen und einem volksthümlichen Gesang bezeichnet; einstimmig wählten sie zu ihrem Vorstand Stephan Ludwig Roth, unter dessen Leitung sich der Bund organisirte. Roth schreibt über diesen Bund nach Kronstadt: „Der Jugendbund, der sich so ungemein nüchtern und begeistert zugleich betragen hat, ist letztlich meine Hoffnung, die schwere Garde, die zuletzt in’s Feuer soll. Für diese wollen wir Aelteren ja leben; sie sind unsere Zukunft, der Keim unserer Fortdauer. Wir Alten könnten von ihnen lernen das Volk lieben, wir könnten uns an ihrer Begeisterung erwärmen. Keimen diese Blüthen zur Frucht, unbesorgt können wir in’s Grab steigen, wir leben als Deutsche sicherlich fort, vielleicht schöner noch, als wir getraut zu wagen. Bei solchen Truppen ist man leicht Radetzki.“ – Viele von diesen Jünglingen traten freiwillig in das von der Nation errichtete sächsische Jägerbataillon, und manche Blüthe fiel auf dem Felde der Ehre. Dieser schöne Bund ward auch Morgenstern unseres Völkchens genannt. Möge er dieses Jahr 1862 im August, wo in Mediasch der Verein für Landeskunde, vereinigt mit dem neuen Gustav-Adolph-, dem neuen Sänger- und Turn-Verein, zusammentritt, möge er dort über dem Grabe Roth’s wieder aufgehen und uns leuchten zu allem Wahren, Schönen und Guten, sei es als Morgen- oder als Abendstern, der uns zu einem würdigen Ende führt.

„Ewigkeit geschwornen Eiden, Wahrheit gegen Freund und Feind;“ an diesem Ausspruch hielt Roth in allen Lebenslagen fest. Sein politisches Glaubensbekenntniß müssen unsere Leser vom rechten Gesichtspunkte betrachten. Es entsprang aus der geographischen Lage des Landes und seinem historischen Zusammenhang mit Oesterreich und durch dieses mit Deutschland, und war demgemäß folgendes: „Als Deutsche,“ sagt er, „zieht das Herz uns immer zu Deutschen. Ist Oesterreich uns feindlich, so ist Deutschland noch mehr entfernt. Ich als Geistlicher habe überdies geschworen, den Freunden des Kaisers ein Freund, seinen Feinden ein Feind zu sein. Die ungarische Nation entbindet mich meines Eides nicht, selbst in dem Falle nicht, wenn alle Unsere Bedingungen angenommen wären. Nun aber auch dies nicht der Fall ist, wird die Entscheidung um so leichter, dadurch aber, daß die österreichische Constitution liberaler ist, auch um so ehrenvoller!“ Volksvertrauen schickte ihn als Vertreter in die sächsische Nationalversammlung nach Hermannstadt, und Anerkennung seiner patriotischen Gesinnung berief ihn in das vom commandirenden General in Siebenbürgen, Freiherrn v. Puchner, errichtete Pacificationscomité, das die Brandungen der Zeit durch Volksmänner beschwichtigen sollte. Außerdem übertrug ihm das siebenbürgische Generalcommando noch andere wichtige Kreise im Interesse der „politischen Ordnung“, natürlich so, wie sie von dieser Seite damals eben aufgefaßt werden konnten.

So hatte Roth schon im November 1848 die höheren Befehle angenommen, und versah in Elisabethstadt die Stelle eines Commissär, von wo aus er auch schreibt: „Des Guten kann ich wenig thun, nur das ist mein Trost, daß ich einiges Böse verhindere. Dermalen erweiset sich Vieles als eitel, als vergänglich, als Schein, nach dem so viele mit Keuchen rennen, mit Sünden verlangen, mit Angst besitzen und – schnell verlieren. Brand, Tod, Flucht, Angst sind Predigten, die uns zum Bleibenden einladen, zu dem, was nicht vergeht. – Ich bin unendlich geplagt. Neulich machte ich in ein Dorf eine Expedition, wodurch ich 32 Pferde aus dem Brande und der Plünderung rettete. Sieben Stunden in einem fort war ich zu Pferde, der alte Bursche, hält es aus. Meine Kinder sind nahe von mir in Mediasch, ich kann sie nicht besuchen, Vaterlands- und Volksliebe steht höher denn Eigenliebe.“ Wieder schreibt er von Kokelburg: „Wie Sie sehen, schreibe ich aus Kokelburg; es ist Christtag, ein Festtag, an Gott habe ich gedacht und für seine Gnade zu danken gesucht. Zufall oder überschätzende Freunde haben es verursacht, daß ich mit Anfang November als Commissär in die obern 13 sächsischen Ortschaften des Comitats von Sr. Excellenz dem commandirenden Generale geschickt wurde.“

Daß Roth in diesen neuen Aemtern sehr bemüht war für die Aufrechthaltung der gesetzlichen Ordnung, bemüht für Freund [409] und Feind, zeigt die Dankadresse, welche ihm der Elisabethstädter Magistrat überschickte, und daß er ein großer Freund seiner Nation, aber kein Feind der andern war, das beweist auch das ungarische Kind, welches im Meschner Walde gefunden und von Roth getauft und als Pflegekind aufgenommen wurde.

Am 18. Januar 1849 rückte der General Bein in Mediasch ein und war Herr des ganzen gleichnamigen Stuhls. Roth kehrte zu seiner Pfarre nach Meschen zurück, bald war ganz Siebenbürgen erobert. Die österreichische Armee rückte in die Walachei ein. Mit ihr zogen viele Sachsen, welche in der Nationalgarde gedient hatten. Die Freunde Roth’s suchten auch ihn zu bewegen, mit zu flüchten, doch umsonst, er antwortete ihnen entschieden: „Ich suchte in meinem Leben nur meine Unterthanen- und Bürgerpflicht zu erfüllen, habe Niemandem etwas Böses gethan und habe also auch Niemanden zu fürchten.“ Um jedoch vor rohen Mißhandlungen des Kriegsvolks geschützt zu sein, erwirkte er sich vom edlen Polen-General Bem, der Vielen das Leben schützte, eine Sicherheitskarte. So lang Bem in Siebenbürgen war, blieb er auch unangefochten, kaum aber hatte Bem Siebenbürgen verlassen, so mußte Roth als Opfer des Parteihasses fallen.

Am 21. April wurde er von einem ungarischen Officier mit zwölf Mann Bedeckung vom Pfarrhause zu Meschen aus den Armen seiner fünf Kinder gerissen und zunächst über Mediasch nach Schäßburg geführt. Hier traf er, mit Eisen an Hand und Fuß, unter Bedeckung an. Auf die Aufforderung des ihn begleitenden Officiers, den Mantel über die Eisen zu ziehen, erwiderte er: „Es kann sie Jedermann sehen, sie schänden mich nicht.“ Die innige Theilnahme seines Wirthes und die täglichen Besuche seines Freundes Dr. G. D. Teutsch, des jetzigen Directors am Gymnasium, that seinem trüben Gemüthe wohl. Gegen diesen äußerte er auch die prophetischen Worte: „Sie werden mich tödten.“ Nach einigen Tagen wurde er über Vasarhely nach Klausenburg geführt, wo er manche Verhöhnungen zu dulden hatte.

In Klausenburg wurde Roth in das städtische Gefängniß eingekerkert, wo außer einem Stuhl, einer Pritsche und spärlichem Lichte nichts zu finden war. Nur zweimal besuchten ihn theilnehmende Freunde. Der erste war Carl Maager (nachheriger Reichsrath) aus Kronstadt, der am 7. Mai 1849 von dem Regierungscommissär Chány nur mit Mühe und erst nachdem er diesem männlich die Wahrheit über Roth’s Leben und Thun dargelegt, die Erlaubniß dazu erlangen konnte.

Kaum hatte Maager die Einlaßkarte erhalten, so eilte er in den Kerker. Roth, in einen Mantel gehüllt, lag leidend auf der Pritsche und traute bei dem Eintreten des Freundes seinen Augen kaum; in wenigen Augenblicken schloß er ihn mit Thränen und den Worten in seine Arme: „Lieber, theurer Freund, Sie hat mein guter Gott mir gesendet. O wie oft habe ich an Sie gedacht! Sie sind der Erste, der mich in meinem Elend aufsucht, Sie sind ein Engel des Trostes, der mir Kraft und Stärkung bringt.“ Er theilte nun dem Freunde mit, wie er hier schon zehn Tage im Gefängniß sitze, ohne außer dem Gefangenwärter und Chirurgen einen Menschen gesehen zu haben. Mit tiefer Wehmuth sprach er von seinen fünf ganz verlassenen Kindern, das Vaterherz blutete über das Schicksal der Verwaisten. Seine älteste Tochter war in die Walachei geflüchtet, und so war kein theilnehmendes Herz, das die Stelle der Eltern vertreten hätte. Außer der Sorge für seine Kinder beschäftigte Roth lebhaft das Schicksal seines Völkchens. Er hatte an der Erstarkung, dem Wohlergehn seines Volkes fast sein ganzes Leben mit seltenem Eifer mitgearbeitet, und mußte es nun in seiner tiefsten Erniedrigung sehen. Dies Gefühl war ihm ein tödtendes. – – Auf Maager’s Anerbieten, ob er ihm in nichts nützlich sein könne, antwortete er: „Ich kann über all mein Thun und Lassen Rechenschaft geben, ich habe nichts gethan, was eine Strafe nach sich ziehen könnte. Mein gesetzliches Vorgehen ist sowohl durch den Befehl meiner Ernennung des h. Generalcommando, als durch die schriftliche Instruction für meine Amtsführung gerechtfertigt. – Was ich Sie aber freundschaftlichst bitte, ist: erwirken Sie die Erlaubniß, daß ich einige Bücher zum Lesen erhalte. Außer diesem Gebetbuche, welches mich bis jetzt noch vor Verzweiflung geschützt hat, habe ich keine Nahrung für meinen Geist. Bitten Sie Weiler bei Chány, daß ich nur ja bald verhört und vor meine Richter gestellt werde; denn nichts ist peinlicher, als diese schreckliche Ungewißheit; und wenn Sie sehen, daß Ihre Bitte nicht ungnädig ausgenommen wird, suchen Sie dahin zu wirken, daß mir ein gesunderer, weniger feuchter Kerker angewiesen werde.“ Unter Thränen des innigsten Mitgefühls verließ Maager den unglücklichen Freund. Er eilte sogleich, um bei Chány für ihn zu bitten. Dieser war nicht zu sprechen, und so richtete Maager seine Bitten an den in Chány’s Begleitung befindlichen Raaber Bischof Tallian, der ihm seine eifrigste Verwendung für Roth versprach und ihm nicht nur Bücher, sondern auch die Erlaubniß erwirkte, den Tag über im Hofraume und im Zimmer des Kerkermeisters zu sein. Beruhigt reiste Maager weiter. –

Den zweiten Besuch erhielt Roth im Kerker vom Klausenburger evangelischen Pfarrer Gintz; als aber dieser später um die Erlaubniß eines zweiten Besuchs bat, verweigerte Chány es ihm mit den Worten: „Es geht Niemand mehr zu Roth; er ist nicht hier, Gesellschaften zu geben; Sie haben heute lange genug mit ihm gesprochen.“

Der 11. Mai 1849 war der Tag der Entscheidung von Roth’s Schicksal; das Bluttribunal in Klausenburg sprach das Todesurtheil über ihn aus. Um 2 Uhr Nachmittags wurde dasselbe verkündigt, und die 5. Nachmittagsstunde desselben Tages zur Vollstreckung des Urtheils bestimmt.

Bis zur Todesstunde ward Roth unter starker Militärbewachung ausgesetzt. Eine zahllose Menge Neugieriger umgab das unglückliche Opfer. Den Pfarrer Gintz ließ er zu sich bitten, er empfing ihn mit den Worten: „Nun, Herr Bruder, ich bin eben zum Tode verurtheilt worden und soll heute Nachmittag um 5 Uhr sterben. Erweisen Sie mir den Liebesdienst, diese wenigen Stunden bis dahin bei mir zu bleiben und durch Ihre Freundschaft und christliche Zusprache erleichtern zu wollen.“ Aus Gintz’s Befremden über diesen tragischen Ausgang antwortete Roth: „Auch ich habe diesen Ausgang nicht erwartet, – denn ich habe nichts gethan, was des Todes werth wäre, darum sehen Sie mich auch gefaßt und heiter. Mein Mittagsmahl hat mir wohlgeschmeckt. Ich fürchte den Tod nicht, nur meine lieben, unerzogenen Kinder betrüben mich.“ Bei diesen Worten füllten Thränen seine Augen. Gintz suchte wiederholt Gnade bei Chány zu erwirken, erhielt aber die gefühllose Antwort: Es befremde ihn sehr, daß man diese Bitte nur zu stellen wage, da der Mann nicht einen, sondern zehn Tode verdient habe. Er habe ja überall und schon seit längerer Zeit an der Vertilgung der ungarischen Nation gearbeitet, wie dies außer seinem letzten sündigen Thun auch seine Einberufung der Schwaben (die Einwanderung Deutscher in Siebenbürgen) beweise. Uebrigens könne er mit dem besten Willen am Urtheil nichts ändern, da jenes Gericht nicht unter ihm stehe, ja daß hier selbst Kossuth nicht helfen könnte. – Wir sehen, wie auch hier der politische Haß blind machte. Aber man hüte sich, zu rasch den Stein auf die blinden Kriegsrichter zu werfen. Dieser Haß ist durch Jahrhunderte gezogen worden, es ist der Haß, den das österreichische System in Italien wie in Ungarn gegen den deutschen Namen erweckte, und diesem Haß fiel auch Roth als ein unschuldiges, ja als das reinste Opfer. – Aber lernen von diesem Beispiel, lernen sollen die Ungarn, wie jede nach Freiheit ringende Nation, daß sie sich selbst schändet, wenn sie die Standrechtswaffe der Tyrannei in ihre Hand nimmt und anstatt RechtRache übt.

Während Gintz bei Chány war, schrieb Roth nachfolgenden Brief an seine Kinder, der von seiner seltenen Seelengröße das beste Zeugniß giebt:


            „Lieben Kinder!

Ich bin eben zum Tode verurtheilt worden und über 3 Stunden soll das Urtheil an mir vollzogen werden. Wenn mich etwas schmerzt, so ist es der Gedanke an Euch, die Ihr ohne Mutter seid und nun auch den Vater verliert. Ich aber kann dieser Macht, die mich zur Schlachtbank führt, keinen Widerstand leisten, sondern ergebe mich in mein Schicksal, wie in einen Rathschluß Gottes, bei dem auch meine Haare gezählt sind.

An Sophie schließet Euch Alle fest an und betrachtet sie als Eure Mutter. Seid gehorsam gegen Gott und ehrerbietig gegen Jedermann, damit es Euch wohlgehe, oder Ihr es wenigstens verdient.

Mit dem Vermögen, das ich in großer Unordnung hinterlasse, haltet Rath, damit Ihr Mittel in Händen habt zu Eurer Bildung. Es giebt noch viele gute Menschen, die Euch auch um Eures Vaters willen rathen und helfen werden. Meinen Schwägern [410] in Kleinschelken, Mediasch, Golvilág bringe ich in meinen letzten Augenblicken meinen Dank für Alles dar, was sie mir gethan haben, auch für das, was sie meinen Kindern noch thun werden.

Die Frau Lehrerin wird mir einen Gefallen thun, wenn sie so lange noch da bleibt, bis meine Habseligkeiten werden verordnet und jedes Kind unter einem Flügel sein wird. Das Theilamt wird ihr für ihre treuen Dienste gerecht werden.

Das ungarische Findelkind, welches ich zur Aufziehung aufgenommen, bitte ich ferner zu unterhalten. Nur wenn es die Eltern verlangen sollten, hätten sie ein näheres Recht dazu. Ich habe ohnedem keines mehr auf dieser Welt. Meiner Meschner Kirchenkinder, meiner Nimescher gedenke ich in Liebe. Lasse Gott diese Gemeinden reich an Früchten der Gottseligkeit werden, wie Fruchtbäume, deren belastete Aeste bis zum Boden hangen. Ich habe wenig an ihrer Veredelung gearbeitet und nur wenigen Samen ausgestreut. Möge der Herr der Ernte die Halme um so körnerreicher machen! Liebe habe ich gepredigt und redliches Wesen. Mein Tod möge meinen ausgestreuten Worten in ihren Herzen um so größern Nachklang verschaffen. Lebet wohl, lieben Leute!

Mit meiner Nation habe ich es wohlgemeint, ohne es mit den andern Nationen übel gemeint zu haben. Meine Amtirungen in Elisabethstadt und Kokelburg habe ich aus Gehorsam in einem höhern Willen geleitet. Dieses ist das politische Verbrechen, welches mir den Tod zuzieht. Eines Verbrechens bin ich mir nicht bewußt. Fehlgriffe könnten es sein, was ich gethan hätte, vorsätzlich gewiß kein Unrecht. Es freuet mich jetzt in meinen letzten Augenblicken, das Eigenthum und das Gut des Adels nach Möglichkeit geschützt zu haben.

Unter meinem Schreibtische befinden sich die Programme der herauszugebenden Schul- und Kirchenzeitung. Der Nationalkörper ist zerschlagen – ich glaube an keine äußerliche Verbindung der Glieder mehr. Um so mehr wünsche ich die Erhaltung des Geistes, der einmal in diesen Formen wohnte. Ich bitte daher meine hinterbleibenden Amtsbrüder, für die Ausführung dieser Zeitschrift zu sorgen, um Charakter, reine Sitten und Redlichkeit des Willens in dem Volke zu erhalten. Ist es aber im Rath der Geschichte beschlossen unterzugehen, so geschehe es auf eine Art, daß der Name der Vorfahren nicht schamroth werde.

Nur von den licitirten Sachen des Gál Miklos (siehe Protokoll) ist das Geld als Depositum bei mir. Das übrige Geld hat Commende. Ich schreibe dieses blos deswegen hier, um meinen ganz elternlosen Kindern nicht wissentlich Unrecht geschehen zu lassen. Ein guter Name ist von einem Vater auch ein gutes Erbstück. Dieses Geld, das ich gut versorgt hatte, mußte ich in die Brandsteuer für Mediasch geben, um diese Stadt zu retten. In der vorfindlichen Obligation von 1000 fl. C.-M. besteht mein Antheil aus dieser Summe. Ich hatte kein eigenes Geld zu geben, da man mir in Kokelburg meine ganze Baarschaft gestohlen hatte.

Die Zeit eilt. – Ob der kranke Leib meinen willigen Geist tragen werde, weiß ich nicht. Alle, die ich beleidigt habe, bitte ich um herzliche Verzeihung. Ich meinestheils gehe aus der Welt ohne Haß und bitte Gott, meinen Feinden zu verzeihen. Mein gutes Bewußtsein wird mich auf meinem letzten Gange trösten. Gott sei mir gnädig, führe mich in’s Licht, wenn ich im Dunkeln war, und lasse diese Voranstalten, die mich umgeben, meine Sühne sein für das, was ich in dieser Sterblichkeit gefehlt habe.

So sei es denn geschlossen – in Gottes Namen.

Klausenburg, am 11. Mai 1849.

Stephan Ludwig Roth,
evangel. Pfarrer in Meschen.

Nachträglich muß ich noch ansetzen, daß ich weder im Leben noch im Tode ein Feind der ungarischen Nation gewesen bin. Mögen sie mir, als dem Sterbenden, dieses auf mein Wort glauben, in dem Augenblicke, wo alle Heuchelei abfällt.

Idem ut supra.“

Bei der Rückkunft Gintz’s von Chány vernahm Roth mit edler Fassung, daß er auf keine Gnade hoffen dürfe. Auf Gintz’s Erinnerung, daß des Lebens letzter Augenblick wohl der Religion bedürfe, um mit Fassung das schwere Schicksal zu tragen, erwiderte Roth: „Ach, lieber Bruder, es hat auch in meinem Leben nicht an so Manchem gefehlt, worauf ich mit Beschämung und Reue zurückblicke. Nach höherer Vollkommenheit habe ich zwar allezeit gestrebt, aber Fehltritte mancher Art habe ich denn doch auch begangen und müßte, wenn ich nicht jenseits mehr Gnade als hier erwartete, vor der Ewigkeit zurückbeben. Doch ich getröste mich des Allbarmherzigen, der den redlichen Willen für die That nimmt und den verirrten aber reuevoll zurückkehrenden Sohn nicht verstößt, sondern mit Vaterarmen aufnimmt, und das macht mich im Angesicht des Todes ruhig.“ Hierauf las er aus Wimmer’s Hausaltar, aus dem Abschnitte „Christliche Sterbeschule“ das vierte Gebet mit solchem Nachdruck und Verklärung vor, daß selbst die umstehenden Officiere sich auf’s Tiefste erschüttert fühlten, und Einer im Drange des Gefühls zu der Aeußerung hingerissen wurde: „Nein, eine Seelengröße wie dieser Mann beweist, habe ich niemals wieder gesehen – wie schade, daß er so elend umkommen soll!“ Nach vollendetem Gebet blickte Roth auf die Uhr und sprach: „Noch vier Minuten habe ich, und da fällt mir noch die Berichtigung einer etwa möglichen falschen Ansicht meines politischen Thuns und Wirkens ein. Es mögen nämlich Viele sein, die da meinen, ich sei ein Feind der ungarischen Nation und habe aus Haß gegen sie mich wider sie gebrauchen lassen. Ich versichere Jeden, daß dem nicht so ist. Wenn ich gegen sie aufgetreten bin, so geschah es, weil ich der Ueberzeugung war, die Ungarn seien im Unrechte, und ich müsse dem meinem Könige geleisteten Eide treu bleiben. Ich verzeihe selbst denen, die meinen Tod so ungerechter Weise beschlossen haben, und damit diese meine Versicherung nicht flüchtig mit dem Laute verhalle, will ich sie als Postscript meinem Briefe an meine Kinder beifügen.“ Hierauf blickte er wieder auf die Uhr und sprach zu Gintz sich wendend: „Noch zwei Minuten! diese benütze ich, um Ihnen, theurer Freund und Bruder, meinen wärmsten Dank für Ihre Freundschaft darzubringen. Gott segne Sie dafür! Bewahren Sie mein Andenken, bis wir uns jenseits wiedersehen. Als Unterpfand meiner Freundschaft empfangen Sie dieses mein Gebetbuch, das mich in meiner Gefangenschaft getröstet und woraus ich auch in diesem letzten schmerzlichen Augenblicke Muth und Freudigkeit im Tode geschöpft habe.“

Indessen war die zur Execution bestimmte Compagnie unter das Gewehr getreten, und der anführende Officier trat mit den Worten hervor: „Wenn es gefällig ist, Herr Pfarrer, es schlägt eben jetzt Fünf.“ Worauf Roth sogleich aufstehend und nach seinem Hute greifend halb scherzend erwiderte: „Von gefällig sein, Herr Hauptmann, kann eben nicht die Rede sein, es wäre mir gefälliger zu leben, aber,“ fuhr er hohen Ernstes fort, „ich füge mich dem Befehle der Obrigkeit, die Gewalt über mich hat, und erblicke auch darin den Willen meines Schöpfers, nach dem Worte des frommen Apostels: Jedermann sei Unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott.“ Hierauf wendete er sich hervortretend an die versammelten Officiere und sagte mit hoher Würde: „Meine Herren Officiere, ich bitte Sie, hassen und verabscheuen Sie meine Nation nicht. Sie ist mit der Ihrigen zwar jetzt in Conflict gerathen, aber sie besitzt eine Fülle der schönsten Tugenden und wird der Ihrigen, wenn sie mild und schonend mit ihr verfahren, gewiß eine treue liebende Schwester sein.“ Worauf Einer in schönem Deutsch erwiderte: daß die ungarische Nation auch gewiß nichts Böses im Sinne hätte; und wenn die unsere nur Ergebenheit und Treue zeige, solle sie gewiß brüderlich behandelt werden.

Hierauf setzte sich der Zug in Bewegung, Roth wollte die Begleitung Gintz’s nicht annehmen, dieser begleitete jedoch den Freund bis zum letzten Ziel. Die ungeheuere Volksmenge, welche ihn begleitete, höhnte ihn mit Schimpf- und Scheltworten, worauf Roth zu Gintz sprach: „Nun, das ist ja der Lauf der Welt und ist viel frömmeren Menschen, als ich bin, ja selbst meinem Heilande nicht besser gegangen. Das gehört mit zur Prüfung, die ich zu bestehen hatte.“ Festen Schrittes und ungebrochenen Muthes ging Roth weiter. Auf der obersten Stiege, wo der Weg in das gegen Süden gelegene Thor der Citadelle führt, einen Augenblick stille stehend und seine Blicke über die Stadt und das schöne Samosthal werfend, sprach er zu Gintz: „Herr Bruder! wie schön ist doch Gottes Welt – und wie ganz eigenthümlich sieht sie aus, wenn man sie zum letzten Mal sieht!“ Tief ergriffen machte ihn Gintz aufmerksam, wie er ja bald die Herrlichkeit der Welt von einem höhern Standpunkt aus erblicken werde. „Ja wohl,“ erwiderte er, „hoffe ich das mit Zuversicht; mein Glaube an die Unsterblichkeit meiner Seele steht fest und ist der Stab, der mich jetzt aufrecht erhält. Wie unglücklich sind diejenigen, die hieran zweifeln können!“ In dankbarer Liebe gedachte er im Weitergehen [411] der herzlichen Theilnahme vieler Gönner in Klausenburg, die sich für seine Stellung bemüht hatten, er sagte: „Diese vielen Beweise von Freundschaft und Theilnahme, die ich hier erfahren, thun meinem Herzen ungemein wohl und würden gewiß zu einem günstigen Resultat geführt haben, wenn man nicht hier durchaus einen zweiten Robert Blum aus mir hätte machen wollen. Nun, es sei! Es soll mich wenigstens Niemand mit weniger Fassung als diesen sterben sehen.“

Oben auf dem Felek, dem Executionsplatz, angekommen, übergab Roth Gintz sein Schnupftuch mit der Bitte: „Lieber Bruder, tauchen Sie dieses Tuch in mein Herzblut und überschicken Sie es meiner ältesten Tochter.“ Hierauf wurde Stille geboten, und einer der Blutrichter verlas den Urtheilsspruch, bei dessen Beginn Roth zu Gintz sprach: „Hören Sie jetzt das Lügengewebe.“ Und als der Richter die Stelle las: „Der Verurtheilte hat die heilige Schrift mit dem Schwert vertauscht,“ rief er: „Das ist nicht wahr, ich habe nie ein Schwert geführt.“ Da alle Hoffnung auf Begnadigung geschwunden, ließ sich Roth auf’s Knie nieder und betete ein Vaterunser. – Seinen Hut rückwärts werfend, sagte er zum commandirenden Officier sich wendend: „Nun stehe ich zu Ihrem Befehle, Herr Hauptmann.“ Die Anordnung, ihm die Augen zu verbinden, wies er mit den Worten zurück: „Verzeihen Sie, auch als zum Tode Verurtheilter habe ich das Recht darüber zu bestimmen. Ich werde die Augen ohnehin bald auf immer schließen, bis dahin aber will ich Gottes schöne Welt schauen, so lang es mir nur möglich ist. Wohin soll ich mich stellen?“ – Auf dem angewiesenen Platz stand die hohe Gestalt des edeln deutschen Mannes mit über die Brust gekreuzten Armen, die schönen, geistvoll schwarzen Augen gen Himmel gewendet, – ein Anblick zum Beten. – Nun erscholl das schreckliche „Feuer!“ und in kurzen Zwischenräumen fielen drei Schüsse. Der erste traf den rechten Oberarm, den der Arme sogleich sinken ließ, ohne seine Stellung zu verändern. Der zweite traf die linke Lendengegend. Jetzt sank Roth auf’s Knie und bedeckte mit der linken Hand die Wunde, und in dem Augenblick fuhr die dritte Kugel durch das theuere Haupt. –

Lautlose Stille herrschte bei der unabsehbaren Volksmenge, als das Opfer gefallen war. Da trat der commandirende Hauptmann, hingerissen von der Größe des Augenblicks, von der Seelengröße des gefallenen Mannes, vor und rief mit bebender Stimme: „Soldaten! lernt von diesem Manne, wie man für sein Volk stirbt.“ –

Ein Jahr später, als wieder Ruhe im Lande war, wurde die irdische Hülle Roth’s durch seine Anverwandten in seine Vaterstadt Mediasch zurückgebracht und am 19. April 1850 in heimischer Erde auf dem Mediascher Friedhofe zur Ruhe gelegt.

Vier Jahre später (1853), nachdem die österreichische Regierung für die Erziehung der Kinder Sorge getragen, setzte sein Völkchen als ein Zeichen seiner Liebe und Dankbarkeit auf sein Grab ihm ein einfaches Denkmal. Ein desto reicheres bewahrt es in seinen Herzen, denn so lange das Sachsenvolk in Siebenbürgen noch nicht untergegangen ist, ja, so lange Deutsche in der Welt leben, wird ein so mannhafter und reiner Charakter unvergessen bleiben.