Allgemeines Deutsches Kommersbuch:300

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 598, 599
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[598]           663.     Ein Grobschmied.     (II. 184.)

     Gemütlich.

     1. Ein Grobschmied saß in gu=ter Ruh, ein Grobschmied saß in
gu=ter Ruh und raucht sein Pfeif Ta=bak da=zu. Ci=di=ci=da=ci=
dum, Ci=di=ci=da=ci=dum.

     2. |: Was klopft dort vorn an meiner Thür? :| Wer will schon
wieder her zu mir? |: Cidicidacidum. :|

     3. Es ist ein Brief von der ... Post, der sechsunddreißig Kreuzer
kost’t.

     4. Der Kerl hat sich herumgeschlagn und einen Schmiß davon=
getragn.

     5. Ich muß nur selbst nach ... gehn, und sehen, wie die Sachen
stehn!

(zu Str. 6,8,12 und 14 die untenstehende Weise.)


     7. Von deinen Wechseln schweig mir still, du Taugenichts, du
Lumpenkerl.

     9. Das Schmausen sollst du bleiben lassn, du Taugenichts, du
Lumpenkerl!

     10. Du mußt mit mir nach Hause gehn und mit mir vor dem
Ambos stehn!

     11. Und eh ich wieder Grobschmied werd, so werd ich eh’r Soldat
zu Pferd!

     13. Wenn Sie mir geben Haus und Gut, hab ich schon wieder
frohen Mut!

     15. Gott segne deine Studia, aus dir wird nichts! Tralirumla!

     6. Gott grüß Sie, lie=ber Herr Papa! hat Sie der
[599] Teu=fel schon wie=der da? Wie sieht’s mit mei=nem
Wech=sel aus? Was macht die Frau Ma=ma zu Haus?

     8. Ich hab die ganze Woch’ studiert, ein einzig Mal nur kommer=
siert. |: Zwei meiner Freunde schlugen sich, ein Schmaus war ganz
gelegentlich; :| da kamen sie zu mir ins Haus, und ich gab den Ver=
söhnungsschmaus.

     12. Ach, lieber Fritz, du dauerst mich, geh lieber heim und leb für
dich! Ich will dir geben Haus und Gut, hab mir nur wieder frohen
Mut!

     14. Mein Sohn muß Superindentus werdn, ich will ihm selbst
das Haar abschern; was wird das für’n Spektakel abgebn, wenn er
wird auf der Kanzel stehn!


          664.     Harung.

     Singw.: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten etc.

     1. Ein Hering liebt eine Auster im kühlen Meeresgrund, es war
sein Dichten und Trachten ein Kuß von ihrem Mund.
 
     2. Die Auster, die war spröde, sie blieb in ihrem Haus; ob der
Hering sang und seufzte: sie schaute nicht heraus.

     3. Nur eines Tages erschloß sich ihr duftig Schalenpaar, sie wollt
im Meeresspiegel beschaun ihr Antlitz klar.
 
     4. Der Hering kam geschwommen, steckt seinen Kopf herein und
dacht an einem Kusse in Ehren sich zu freun.
 
     5. O Harung, armer Harung, wie schwer bist du blamiert! — sie
schloß in Wut die Schalen, da war er guillotiniert.
 
     6. Jetzt schwamm sein toter Leichnam wehmütig im grünen Meer
und dacht: „In meinem Leben lieb ich keine Auster mehr.“

J. V. Scheffel. Um 1846.


          665.     Hoch dem Studio.     (IV. 150.)

     Keck. Otto Lob 1896.

     1. Ein Hoch dem deutschen Stu=di=o, der Frei=heit liebt und