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Dresdner Journal, 1906, Nr. 2, Mittwoch, den 3. Januar nachmittags

Textdaten
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Autor: Für die Redaktion verantwortlich: Hofrat Willy Doenges in Dresden
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Titel: Dresdner Journal
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Herausgeber: Königl. Expedition des Dresdner Journals, Dresden, Große Zwingerstraße 20
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Entstehungsdatum: 1846 als Dresdner Tageblatt
Erscheinungsdatum: 1906
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Erscheinungsort: Dresden
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung: Offizielles Organ der Staatsregierung Sachsen
erschienen von 1850 bis 1932, ab 1914 als Sächsische Staatszeitung
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Dresdner Journal 1906 002 09.jpg
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Inhaltsverzeichnis

Titel und ImpressumBearbeiten

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Dresdner Journal.
Herausgegeben von der Königl. Expedition des Dresdner Journals, Dresden, Große Zwingerstraße 20 – Fernspr.-Anschluß Nr. 1295.
Erscheinen: Werktags nachm. 5 Uhr – Originalberichte und Mitteilungen dürfen nur mit voller Quellenangabe nachgedruckt werden.
Bezugspreis: Beim Bezuge durch die Geschäftsstelle innerhalb Dresdens 2,50 M. (einschl. Zutragung), durch die Post im Deutschen Reiche 3 M. (ausschließlich Bestellgeld) vierteljährlich. Einzelne Nummern 10 Pf. Wird Zurücksendung der für die Schriftleitung bestimmten, aber von dieser nicht eingeforderten Beiträge beansprucht, so ist Postgeld beizufügen.
Ankündigungsgebühren: Die Zeile kleiner Schrift der 7-mal gespaltenen Ankündigungs-Seite oder deren Raum 20 Pf. Bei Tabellen und Ziffernsatz 5 Pf. Aufschlag für die Zeile. Umterm Redaktionsstrich (Eingesandt) die Textzeile mittler Schrift oder deren Raum 50 Pf. Gebühren-Ermäßigung bei deren Wiederholung. Annahme der Anzeigen bis mittags 12 Uhr für die nachmittags erscheinende Nummer.
Nr. 2. Mittwoch, den 3. Januar nachmittags 1906.

Amtlicher Teil.Bearbeiten

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Se. Majestät der König haben Allergnädigst zu genehmigen geruht, daß die sächsischen Mitglieder der Familie von Leipziger den Namen von Leipzig annehmen und führen.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst zu genehmigen geruht, daß der Geh. Regierungsrat a. D. Dr. Hempel, zurzeit in Davos-Platz, den ihm von Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und Könige von Preußen verliehenen Roten Adler-Orden 3. Klasse annehme und trage.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst zu genehmigen geruht, daß der Kommerzienrat Oelßner in Leipzig den ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Annen-Orden 3. Klasse annehme und trage.
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Ernennungen, Versetzungen etc. im öffentlichen Dienste.Bearbeiten

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Im Geschäftsbereiche des Ministeriums des Innern. Pensioniert: Sekretär Heimberg bei der Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt. – Entlassen auf Ansuchen: Mitglied des Stenographischen Instituts Dr. Reichel.Angestellt: Bezirksassessor Dr. v. Zimmermann beim Landeskulturrat als juristischer Hilfsarbeiter bei der Amtshauptmannschaft Großenhain; Militäranw. Weiße als Hilfsbureaudiener bei der „Leipziger Zeitung“. – Befördert: Bureauassistent Weißenborn bei der Amtshauptmannschaft Döbeln zum Sekretär; Expedient Papst bei der Ministerialkanzlei zum Bureauassistenten, – Versetzt: Regierungsassessor Zimmer von der Amtshauptmannschaft Döbeln zur Amtshauptmannschaft Pirna; Sekretär Töppner von der Amtshauptmannschaft Freiberg zur Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt; die Bureauassistenten Grätzel von der Amtshauptmannschaftl. Delegation Sayda zur 1. Ministerial-Rechnungs-Expedition und Janke von der Amtshauptmannschaft Leipzig zur Amtshauptmannschaft Glauchau; die Expedienten Hiller von der Ministerialkanzlei zur Amtshauptmannschaft Pirna, Hippe von der Amtshauptmannschaft Pirna zur Amtshauptmannschaftl. Delegation Sayda und Schmeil von der Ministerialkanzlei zur Amtshauptmannschaft Leipzig.
Bei der Polizeidirektion zu Dresden. Entlassen aus Ansuchen: Polizeileutnant Rößler.Angestellt: Der seitherige Oberleutnant im 6. Inf.-Regiment „Kronprinz“ Nr. 104 Kersten als Polizeileutnant.
Im Geschäftsbereich des Ministeriums des Kultus u. öffentl. Unterrichts. Zu besetzen: für Ostern eine ständige Lehrerstelle an der Stadtschule zu Brandis. Kollator: die oberste Schulbehörde. Außer 300 M. Wohnungsgeld für verheirateten, 150 M. für unverh. Lehrer Anfangsgehalt 1400 M., das sich durch 3- und 4 jährige Zulagen bis zum 50. Lebensjahre auf 2700 M. erhöht. Gesuche bis 15. Januar an Bezirksschulinspektor Dr. Michel, Grimma.
(Behördl. Bekanntmachungen erscheinen auch im Anzeigenteile.)

Nichtamtlicher Teil.Bearbeiten

Tagesgeschichte.Bearbeiten

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Dresden,. 3. Januar. Se. Majestät der König empfing heute vormittag die Herren Staatsminister und den Königl. Kabinettssekretär zu Vorträgen.
Heute abend wird Se. Majestät der König das Diner bei Sr. Exzellenz dem Staatsminister Dr. Otto einnehmen.
– Ihre Majestät die Königin-Witwe empfing gestern vormittag ½12 Uhr den Kommandeur Allerhöchstihres Husarenregiments Oberstleutnant Frhrn. von dem Bussche-Streithorst, der Ihrer Majestät die Neujahrsglückwünsche des Regiments überbrachte und nahm hierauf die Vorstellung der im Laufe des vergangenen Jahres neuernannten Offiziere, Sanitätsoffiziere etc. der beiden Königl. Sächsischen Armeekorps entgegen. Diese Herren wurden später auch von Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Mathilde empfangen.
Nachmittags 1 Uhr fand bei Ihrer Majestät der Königin-Witwe die Vorstellung einer Anzahl Damen und Herren statt, deren Präsentation am Königl. Hofe am Neujahrstage erfolgt war.
Dresden, 3. Januar. Bei Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Johann Georg findet heute abend 7 Uhr größere Tafel statt. Mit Einladung zu dieser sind ausgezeichnet worden: der Königl. Bayrische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister Graf v. Montgelas, Ihre Exzellenzen Staatsminister Dr. Rüger, Generaladjutant weiland Sr. Majestät des Königs Albert, General der Infanterie v. Minckwitz, ferner der Königl. Großbritannische Ministerresident Viscount Gough, Wirkl. Geh. Rat Meusel, Exzellenz, der Generaldirektor der Königl. musikalischen Kapelle und der Hoftheater Graf v. Seebach, Exzellenz, der Präsident der Oberrechnungskammer Edler v. der Planitz, Geh. Rat v. Baumann, Generalmajor und Abteilungschef im Kriegsministerium Bartky, Generalmajor und Kommandeur der 1. Feldartilleriebrigade Nr. 23 Mehlhorn, Oberpostdirektor Geh. Oberpostrat Halke, der Präses des katholisch-geistlichen Konsistoriums Konsistorialrat Plewka, Kammerherr v. Carlowitz-Klein-Dehsa, Zeremonienmeister Graf Wilding v. Königsbrück, Geh. Regierungsrat Dr. Rumpelt, Oberst und Flügeladjutant Sr. Majestät des Königs v. Wilucki, Generalarzt und Leibarzt Sr. Majestät des Königs Dr. Selle, Oberstleutnant und Flügeladjutant Sr. Majestät des Königs v. Carlowitz, Chef des Generalstabs des XII. Armeekorps, Geh. Rat Prof. Diez, Amtshauptmann Dr. Krug v. Nidda, Major und Kommandeur des 2. Jägerbataillons Nr. 13 Leuthold, Besitzer der Standesherrschaft Königsbrück Dr. Naumann, Rittergutsbesitzer Dr. Hübel auf Sachsendorf, Rittergutsbesitzer Dr. Pfeiffer auf Burkersdorf, Prof. Dr. Röder, Hofrat Dr. med. Klemm und Leutnant im Gardereiterregiment Frhr. v. Humbracht.

Deutsches Reich.Bearbeiten

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Berlin. Se. Majestät der Kaiser unternahm gestern morgen einen Spaziergang im Park von Bellevue in Begleitung des Prinzen Heinrich von Preußen und hatte darauf eine Besprechung mit dem Reichskanzler. Um 11 Uhr vormittags hörte der Kaiser im hiesigen Königl. Schlosse den Vortrag des Generals der Kavallerie Prinzen zu Salm-Horstmar und nahm das Frühstück bei Admiral Frhrn. v. Senden-Bibran ein.
Gestern abend um 7 Uhr fand in der Bildergalerie des Königl. Schlosses bei Sr. Majestät dem Kaiser ein Diner für die kommandierenden Generäle statt. Hierbei saß Se. Majestät zwischen den Generalfeldmarschällen v. Hahnke und Graf Haeseler; nach rechts folgten zunächst die Generäle v. Lindequist, v. Langenbeck, Frhr. v. der Goltz, v. Stoetzer, v. Deines, Admiral Frhr. v. Senden, General v. Broizem, Admiral v. Arnim, General u. Bock und Polach (IX. Korps); links die Generäle Edler v. der Planitz, v. Massow, v. Stünzner, Oberhofmarschall Graf A. Eulenburg, preußischer Kriegsminister v. Einem, Admiral v. Bendemann, die Generäle Frhr. Reichlin v. Meldegg, Linde, v. Eichborn. Dem Kaiser gegenüber saßen Prinz Arnulf von Bayern und Prinz Heinrich von Preußen zwischen dem Großadmiral v. Koester und dem General v. Bock und Polach (XIV. Korps) rechts und dem General v. Bülow und dem Admiral v. Tirpitz links. Weiter folgten nach beiden Seiten die anderen Generale, die Herren des Hauptquartiers, die Kommandeure der Leibregimenter. Die Musik führte die Kapelle des 2. Garderegiments zu Fuß aus.
– Se. Majestät der Kaiser hat der Stadt Berlin die von Ihm verfaßte Tabelle über die englische Marine zugehen lassen. Die Übersendung erfolgte zum Neujahrsfeste durch den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. Auch die erste gleichartige Arbeit, die der Monarch als eine vergleichende Übersicht über die Flottenverstärkung der Großmächte und Japans im Jahre 1897 verfaßt hatte, ist seinerzeit vom Kaiser dem Berliner Magistrat übersandt worden.
– Die „Nordd. Allg. Ztg“ schreibt: Gegenüber Versuchen, mit den aus Toulon und 'Marseille gemeldeten Fällen von Spionage Deutschland in Verbindung zu bringen, sind wir ermächtigt festzustellen, daß keine Behörde oder Persönlichkeit unseres Landheers oder unserer Flotte an den in der französischen Presse behandelten Vorgängen irgendwie beteiligt ist.
– Der Bundesrat hat nicht nur den Brennsteuer-Vergütungssatz vom 15. Dezember 1905 ab von 6 auf 8 M. erhöht, er hat auch das Gesamtkontingent der Brennereien für das Betriebsjahr 1905/06 von 28 364 175,80 hl auf 2 187 943,52 hl Alkohol herabgesetzt.
– Die Morgenblätter schreiben: Auf herzliche Neujahrsgrüße des Lordmayors und der City von London antwortete Oberbürgermeister Kirschner, er erwidere die freundschaftlichen Glückwünsche herzlichst in der frohen Zuversicht, daß die Freundschaft zwischen dem englischen und deutschen Volke immer inniger werde.
Karlsruhe. Das Befinden Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs hat sich im Laufe der letzten Tage weiterhin gebessert. Der Großherzog ist seit zwei Tagen vollkommen fieberfrei, die Katarrherscheinungen sind im Rückgang begriffen. Der hohe Herr bringt den größten Teil des Tages außer Bett zu.

Österreich-Ungarn.Bearbeiten

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Debreczin. Als gestern abend der neuernannte Obergespan Gustav Kovacks hier ankam, erwartete ihn am Bahnhof eine aufgeregte Menschenmenge, die ihn angriff und mißhandelte, wobei Kovacks schwer verletzt wurde. Der Obergespan wurde schließlich in bewußtlosem Zustand fortgeschafft,

Großbritannien.Bearbeiten

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London. Balfour hielt vorgestern abend in Leamington eine Rede, in der er sich ausschließlich mit dem Verbot der Chineseneinwanderung in Transvaal beschäftigte, welches er mißbillige. Balfour erklärte, der Ausdruck Sklaverei sei auf die Verhältnisse, unter denen die Chinesen beschäftigt würden, ebensowenig anwendbar, wie auf die Rekrutierung von Soldaten und Matrosen. Die Liberalen hätten nicht im Sinne, die Chinesen aus Transvaal zu vertreiben, sie benutzten diesen Gegenstand nur als Wahlparole.
In einer Wahlrede an seine Wähler legte Chamberlain vorgestern aufs neue seinen Standpunkt in der Zollfrage dar und erklärte, die erste Frage, die zu entscheiden sei, sei die der Kolonialkonferenz, die zweite die der Zollvergeltung gegenüber dem Ausland.

Rußland.Bearbeiten

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Die letzten Banden der Aufständischen in Moskau, die sich in die Prochorowschen Fabriken geflüchtet hatten, ergaben sich. Nachdem sich die Truppen sämtlicher Stationen der Kasaner Eisenbahn bemächtigt hatten, rückten sie in der Richtung auf Ajäsen vor. Die bewaffneten Banden wurden von dem Militär zerstreut.
Eine bemerkenswerte Kundgebung veranstaltete ein Arbeiterkomitee in Iwanow-Wosnessensk, das den Arbeitern aller Moskauer Bahnstationen einen Aufruf zugehen ließ, in dem es heißt, die Bauern seien bereit, sich zum Schutze des Thrones und ihrer von den Revolutionären mißachteten Rechte zu erheben; sie warteten nur auf das Signal. Daher bitte das Komitee die Truppen, das Leben der Aufständischen nicht zu schonen. Ganz Rußland blicke jetzt auf die Truppen, denen zu Hilfe zu kommen die Bauern bereit seien. Die Direktoren der in Moskau einmündenden Bahnen bittet das Komitee, ihren friedlichen wie aufständischen Angestellten zu erklären, daß das Volk unabänderlich entschlossen sei, sich im neuen Jahre zu erheben, den Aufstand auf den Bahnen zu unterdrücken und den Frieden im Moskauer Kreml zu diktieren, falls der Bahnverkehr bis zum 6. Januar nicht wiederhergestellt sei. Die Bauern sagten, es sei besser, bei der Verteidigung der Heimat zu sterben als zu Hause zu verhungern oder durch Aufstände umzukommen.
In Warschau wurde vorgestern durch die Polizei ein Bombenlaboratorium in der Kaczasstraße entdeckt. In ihm wurden 19 fertige Bomben, 13 leere Bombenhüllen und eine größere Menge Dynamit beschlagnahmt. Eine ganze Gruppe Anarchisten wurde verhaftet. – Aus dem übrigen Polen werden zahlreiche bewaffnete Angriffe auf Gemeindeämter gemeldet.
Die Unruhen im Süden sind vom Militär unterdrückt worden. In Sewastopol ist gestern das Simferopolsche Infanterieregiment angekommen und hat unterwegs die Station Sinelnikowo besetzt. Die Besetzung der Stationen Lozowaja und Sinelnikowo durch die Truppen, besonders aber die Niederwerfung der Insurgenten in Alexandrowsk hat einen tiefen Eindruck unter den Revolutionären hervorgerufen. Es sind Truppen entsandt worden, um die Stationen Nischne-Dnjeprowsk, Grischino und Awedejewka zu besetzen, die sich in den Händen der Insurgenten befinden. Bei der Niederwerfung des Aufstands in Gorlovka bei Bachmut wurden 300 Aufständische durch die Truppen getötet. Die Verluste der belagernden Truppen, die 4000 Mann stark waren, beliefen sich auf drei Tote und zwölf Verwundete. Etwa 500 Aufständische ergaben sich und wurden in Freiheit gesetzt, nachdem sie einen Eid geleistet hatten. 7000 Patronen, 300 Lanzen und eine große Anzahl von Gewehren, Karabinern und Revolvern, ferner Dynamit und zwei Bomben wurden weggenommen. Der Kampf dauerte sechs Stunden.
Aus Riga wird dem „W. T.-B.“ gemeldet: Der Generalstreik wurde hier vom 26. bis zum 28. Dezember in milder Form ohne erhebliche Zusammenstöße durchgeführt. Reichsangehörige waren nicht in Mitleidenschaft gezogen. Anderslautende Privatnachrichten beruhen auf Übertreibung.
Gestern vormittag wurde eine Abteilung Dragoner beim Pferdeputzen unerwartet von einer aus etwa 300 Arbeitern bestehenden Bande mit Revolverschüssen und blanken Waffen angegriffen; elf Dragoner wurden getötet und 14, unter ihnen acht schwer, verwundet; ferner wurden ein Polizist und ein Beamter getötet. Die Dragoner griffen bald zu den Waffen, erwiderten das Feuer und zwangen die Bande, die acht Tote zurückließ, zum Rückzuge. Andere Truppen wurden herbeigeholt, welche die Aufständischen umzingelten und die Auslieferung der Anführer und der Waffen forderten. Im Falle der Weigerung beschlossen sie, mit äußerster Strenge vorzugehen.
Etwa 60 der mit dem Dampfer „Wolga“ aus Riga vorgestern in Pillau eingetroffenen Flüchtlinge sind Nichtdeutsche. Es befinden sich unter ihnen Österreicher. Engländer, Franzosen, Rumänen, Schweizer, Amerikaner und Dänen. Von den 287 Angekommenen sind gegen 200 völlig mittellos. Die Beförderung ist gut durchgeführt; für die Unterbringung der Bedürftigen in Königsberg ist gesorgt. Als die „Wolga“ am 31. Dezember Riga verließ, war die Stadt ruhig, die Läden waren geschlossen, Bahn und Telegraph unterbrochen. Die meisten Flüchtlinge stammen vom Lande, wo Anarchie herrschen soll.

Rumänien.Bearbeiten

[9]

Bukarest. Dem Parlament ist gestern ein Grünbuch zugegangen, das sämtliche auf den griechisch-rumänischen Konflikt bezüglichen Schriftstücke enthält.

Bulgarien.Bearbeiten

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Sofia. Die Sobranje nahm heute den Vertrag, betreffend die serbisch-bulgarische Zollunion ohne Debatte mit Akklamation an.
– Die bulgarische Regierung gab in Wien die Erklärung ab, daß der neue bulgarische Zolltarif am 14. Januar 1906 in Kraft treten werde.

Marokko.Bearbeiten

[10]

* Die „Köln. Ztg.“ schreibt: Die Gegner Deutschlands setzen anläßlich der bevorstehenden Konferenz in Algeciras ihre Bemühungen fort, der deutschen Politik Hindernisse in den Weg zu werfen. So ist mit Hilfe fremder Telegraphenagenturen wiederholt versucht worden, Zwistigkeiten zwischen Spanien und Deutschland zu schaffen, und ganz neuerdings wurden dem spanischen Ministerpräsidenten Moret Äußerungen untergeschoben, nach denen Spanien in der marokkanischen Politik mit Frankreich und England vollkommen einig sei. Die Art und Weise dieser Meldung war so zugespitzt, daß man annehmen mußte, daß Spanien in den marokkanischen Angelegenheiten gegen Deutschland Partei ergreifen wolle. Wir verweisen demgegenüber mit Befriedigung auf das (gestern unter den letzten Drahtnachrichten mitgeteilte) Telegramm, worin der spanische Ministerpräsident erklären läßt, daß er sich durchaus nicht in dieser Weise geäußert hat und vor allem nicht in einem Sinne, der in Deutschland irgendwelche Bedenken erregen könne. Aus solchen falschen Meldungen ergibt sich jedoch aufs klarste, daß man sehr gerne Verstimmung zwischen Spanien und Deutschland hervorrufen möchte, und es erklärt sich auch nur auf diese Weise, wenn Telegraphenagenturen beliebige Auslassungen deutscher politisch unbedeutender Blätter nach Madrid telegraphieren, um sie dann als Meinungsausdruck des deutschen Volkes oder der deutschen Regierung zu verwerten. Angesichts der offenkundigen Bemühungen eines Teiles der ausländischen Presse, Deutschlands Stellung auf der Konferenz zu erschweren, sollte wenigstens, so meinen wir, die deutsche Presse in dieser Hinsicht große Vorsicht beobachten und sich immer vergegenwärtigen, wie leicht ihre Artikel zu schiefen Auslegungen benutzt werden können. Auch kann es der deutschen Sache nicht förderlich sein, wenn in deutschen Zeitungen der Regierung vorgeworfen wird, daß sie ihre Kenntnis über die Handels- und sonstigen Verhältnisse Marokkos nur auf bureaukratischem Wege erlangt habe. Selbstredend ist Deutschland auf die Berichte seines Gesandten in Tanger, seiner Berufskonsuln in Casablanca und Fes, sowie der zahlreichen Wahlkonsuln in anderen marokkanischen Handelsplätzen angewiesen. Daneben ist aber auch gerade bei der marokkanischen Frage Wert darauf gelegt worden, die Wünsche der nichtbeamteten Interessenten und Sachverständigen anzugehören, mit denen das Auswärtige Amt seit Jahren in ständiger Fühlung steht. Ferner hat das Auswärtige Amt vor einiger Zeit die Senate von Hamburg und Bremen gebeten, die an beiden Handelsplätzen vorhandenen besten Sachverständigen für marokkanische Wirtschaftsangelegenheiten nach Berlin zu entsenden zu einer Besprechung des Konferenzprogramms und der daran zu knüpfenden Wünsche des deutschen Handelsstands. Diese Besprechung hat unlängst im Auswärtigen Amte unter Beteiligung der deutschen Konferenzdelegierten stattgefunden und hat, wie von allen Teilnehmern anerkannt wird, zu einer eingehenden Aussprache über sämtliche einschlägigen Fragen geführt. Ebenso sind in Berlin umfassende Gutachten über die verschiedenen Punkte des Konferenzprogramms von der Kaiserlichen Gesandtschaft und den Berufskonsulaten in Marokko geliefert worden. Endlich sollte dieser Tage in Casablanca eine Versammlung der in Marokko ansässigen deutschen Interessenten stattfinden, um zu dem Konferenzprogramm Stellung zu nehmen, über das Ergebnis dieser Versammlung liegen Nachrichten noch nicht vor, doch wird man nach dem Gesagten die Behauptung nicht aufrecht halten können, daß die Regierung ihre Kenntnis über Marokko und seine Handelsverhältnisse lediglich auf bureaukratischem Wege gesammelt habe.
*                      *
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Tanger. (Agence Havas.) Der Sultan hat sich mit dem von der spanischen Regierung vorgeschlagenen Datum des Eröffnungstages der Konferenz in Algeciras, dem 16. Januar, einverstanden erklärt.

Kolonialpolitisches.Bearbeiten

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Deutsch-Südwestafrika. Der Umstand, daß nach Meldungen aus Südwestafrika die sich ergebenden Hottentotten eine größere Anzahl Gewehre zur Ablieferung gebracht haben, hat zu der Frage Anlaß gegeben, welchen Ursprungs diese Gewehre waren; ob es in der Mehrzahl englische Martinigewehre waren oder ob auch deutsche Armeegewehre sich darunter befanden. Es wird auch darauf hingewiesen, daß in den Jahren 1899 bis 1902, hauptsächlich in Omaruru und Otjo, eine größere Anzahl deutscher Armeegewehre durch Tausch und Verkauf in die Hände der Eingeborenen gekommen seien, und man denkt dabei in erster Linie an englische Händler. Was nun die Frage nach der Art der Gewehre angeht, so ist festgestellt, daß die Mehrzahl der abgelieferten und sonst im Besitze von Eingeborenen vorgefundenen Gewehre deutschen Ursprungs sind. Es wäre aber durchaus irrig, annehmen zu wollen, daß diese Gewehre durch Händler und gar noch durch englische Händler in den Besitz der Eingeborenen gelangt seien. Trotz schärfster Überwachung der Grenzen ist den deutschen Behörden kein einziger Fall bekannt geworden, daß durch englische Händler Schießwaffen für Eingeborene nach Südwestafrika eingeschmuggelt worden wären. Daß trotzdem einzelne Gewehre durch Händler an die Eingeborenen gelangten, erscheint nicht ausgeschlossen, zumal in Anbetracht des hohen Preises (fünf Rinder für ein Gewehr), den die Eingeborenen dafür zahlten. Im übrigen aber ist daran zu erinnern, daß die Eingeborenen Südwestafrikas schon seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bei ihren Kämpfen untereinander sich moderner Präzisionswaffen bedienten, und daß der gewöhnliche Vorderlader mit Feuersteinschloß, wie er in anderen Teilen Afrikas noch heute die eigentliche Negerflinte bildet, in Südwestafrika nur noch in vereinzelten Exemplaren zu finden ist. Als Südwestafrika in deutschen Besitz gelangte, da kam es wohl auch vor, daß an den Deutschen ergebene Stämme eine Anzahl Gewehre verteilt wurden, damit dieselben gegen Überfälle feindlicher Stämme sich besser verteidigen konnten. In den Besitz der meisten deutschen Gewehre aber sind die Eingeborenen erst während des letzten Aufstands gelangt, und zwar durch eine sehr leicht erklärliche Weise. Man denke nur an die vielen Hunderte von deutschen Soldaten, die in dem ausgedehnten, mit dichtem Strauchwerk bestandenen Gelände im Kampfe gefallen sind oder verwundet wurden, ohne daß sie sofort geborgen werden konnten. Das erste, was die Aufständischen taten, war natürlich, daß sie den toten oder verwundeten Soldaten Gewehre und Munition abnahmen. Man denke ferner an die zahlreichen Provianttransporte, die überfallen und weggenommen wurden. Nicht nur Gewehre und Munition der Begleitmannschaften fielen dabei den Feinden in die Hände, sondern in den Proviantwagen selbst befand sich oft noch ein Vorrat von Gewehren und Munition. Es kann demnach nicht verwunderlich erscheinen, wenn unter den jetzt durch Eingeborene zur Ablieferung gelangenden Gewehren sich zahlreiche deutsche Militärgewehre befinden. Zu der Annahme, daß englische oder sonstige Händler einen schwunghaften Handel mit Gewehren in größerem Umfange unter den Eingeborenen betrieben hätten, liegt jedenfalls kein Grund vor.

Örtliches.Bearbeiten

Dresden, 3. Januar.Bearbeiten

[10]

* In der Reformierten Kirche wird Sonntag, den 7. Januar der Gottesdienst in französischer Sprache abgehalten
* An der am 17. Januar 1906 im großen Saale des Konzerthauses des Zoologischen Gartens stattfindenden Reichsgründungsfeier, die in ähnlicher Weise nunmehr schon acht Jahre begangen wird, werden folgende Vereine teilnehmen: Alldeutscher Verband, Allgemeiner Turnverein Deutschbund, Deutsche Kolonialgesellschaft, Deutscher Flottenverein, Deutscher Schulverein, Deutsch-Nationaler Handlungs-Gehilfen-Verband, Dresdner Turngau, Konservativer Verein, Nationaler Reichswahlverband, Nationalliberaler Deutscher Reichsverein, Ostmarkenverein, Reformverein, Schriftstellervereinigung „Feder“, Verein Deutscher Studenten, Verein Dresdner Presse, Verein für vaterländische Festspiele.
* Gestern wurde die erste Vortragsversammlung des Gewerbevereins im neuen Jahre abgehalten. Der Vorsitzende Hr. Zivilingenieur Hartwig rief unter kurzen Begrüßungsworten den Anwesenden ein herzliches Prosit Neujahr zu. Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung verlesen worden war, machte er noch einige geschäftliche Mitteilungen und gab u. a. bekannt, daß die Überschüsse des Vereins nach dem von der Verwaltung beratenen Haushaltplan auf über 30 000 M. veranschlagt worden seien. Den Vortrag des Abends hielt Hr. Forschungsreisender Rudolf Zabel über das Thema: „Was interessiert uns Deutsche an Marokko.“ Der Hr. Vortragende wies zunächst auf die geographische, wirtschaftliche und politische Stellung Marokkos hin und legte dann dar, daß das Interesse Deutschlands an diesem Reiche durch die Expansionsbedürftigkeit der durch die ausländische, insbesondere die amerikanische Konkurrenz im eigenen Lande schwer bedrängten deutschen Industrie bedingt werde. Er entwickelte weiter die Hauptgesichtspunkte der sogenannten marokkanischen Frage und warf ein Streiflicht auf die gegenwärtig geschaffene Situation, indem er die Bedeutung des englisch-französischen Abkommens beleuchtete und einen Ausblick auf die durch die geplante und demnächst in Algeciras zusammentretende Konferenz der beteiligten Mächte erhofften Reformen in Marokko warf. Das Land sei aber auch an sich wert, als ein aussichtsreiches und wertvolles betrachtet zu werden. Um dies darzutun, unternahm er an der Hand von Lichtbildern im Geiste mit den Zuhörern einen Ausflug von Tanger aus in das Innere Marokkos, indem er seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zugrunde legte, da er es im Jahre 1904 selbst bereist hat. Er gab dabei interessante Aufschlüsse über die topographischen, ethnographischen und kulturellen Verhältnisse des Landes, Die Reise ging durch das Küstengebiet nach dem ruinenreichen Alkassar ins Steppengebiet hinein über den im Sommer flachen Wadi Sebu nach der Hauptstadt Fez, die der Redner nebst ihrer Bevölkerung eingehend beschrieb. Den Ausgang der Reise bildete ein Forschungsausflug nach dem schwer zugänglichen, heiligen Serhungebirge, ein Unternehmen, das mit mancherlei Gefahren verknüpft war. Der höchste Punkt wurde zum erstenmal kartographisch aufgenommen. Dann ging es nach der bisher noch von keinem europäischen Forschungsreisenden erreichten heiligen Stadt Mulai-Idris. Die Rückkehr erfolgte nach Rabat am Atlantischen Ozean, Der fesselnde Vortrag, der durch mancherlei humoristische Bemerkungen noch anregender gestaltet wurde, fand den lebhaften und berechtigten Beifall der Zuhörer.
* Zur Einleitung einer umfassenden Hilfsaktion für die Deutschen Rußlands, die infolge der Unruhen in Rußland in Not geraten sind, hat sich in Berlin ein Hilfsausschuß gebildet. Dieser Ausschuß beabsichtigt, seine Wirksamkeit über das ganze Deutsche Reich auszudehnen und hat zu diesem Zwecke, wie wir schon mitgeteilt haben, die Bildung lokaler Ausschüsse in zahlreichen deutschen Städten, darunter auch in Dresden, angeregt. Dieser Ausschuß hat sich heute gebildet. Es soll ein Aufruf in den hiesigen Blättern zur Sammlung von Hilfsgaben erlassen werden. Die Unterstützungen sollen sowohl den deutschen Reichsangehörigen aus Rußland als auch den russischen, die deutschen Stammes sind, zufließen. Die eine Hälfte der eingegangenen Hilfsmittel wird dem Berliner Ausschuß überwiesen, die andere Hälfte hier verwendet werden,
† Gestern starb im hiesigen Stadtkrankenhause Hr. Schriftsteller und Redakteur Hans Stöhr. Der Heimgegangene war ein Journalist von sehr anerkennenswerter Befähigung, der den hiesigen Zeitungen zahlreiche Berichte über wichtige Vorkommnisse zur Verfügung gestellt hat, Sie waren stets mit großem Verständnis, strenger Sachlichkeit und Zuverlässigkeit und in einer tadellosen Form ausgearbeitet. Stöhr war aber nicht nur Journalist im eigentlichen Sinne, sondern er hat sich auch schöpferisch schriftstellerisch durch Herausgabe von Jahrbüchern betätigt. Literarischer Fachmann war er auf dem Gebiete des Obstbauwesens. Seine vor einiger Zeit erschienene „Geschichte des Sächsischen Obstbaues,“ die wir noch kürzlich lobend erwähnten, ist ein vortreffliches verdienstliches vaterländisches Werkchen, das auf der Jubiläumsausstellung des Bezirksobstbauvereins „Oberes Elbtal“ preisgekrönt wurde und durch den Landesobstbauverein empfohlen worden ist. Auch unserem Blatte war der Verstorbene ein treuer Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten werden, Stöhr war aus Ingolstadt gebürtig. Er hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht.
* Schon seit längerer Zeit ist in verschiedenen Kreisen hiesiger Stadt die Frage erörtert worden, ob und in welchem Umfange in einem der nächsten Jahre hier in Dresden eine „Allgemeine Hygiene-Ausstellung“ veranstaltet werde. Die gewaltigen Fortschritte der hygienischen Wissenschaft, die Bestrebungen, die Lehren dieser Wissenschaft praktisch zu verwerten und der Kenntnis und dem Verständnisse weitester Kreise des Volkes zugängig zu machen, wie sie namentlich in den letzten Jahren ausgetreten sind, sowie der Umstand, daß seit der im Jahre 1886 in Berlin abgehaltenen Allgemeinen Hygiene-Ausstellung keine derartige Ausstellung veranstaltet worden ist, hat dazu geführt, daß dieser Gedanke allseitige Zustimmung erfahren hat. Die Verwirklichung dieses Gedankens ist dadurch in die Wege geleitet, daß im Oktober dieses Jahres unter dem Vorsitze des Hrn. Oberbürgermeister Geh. Finanzrat a. D. Beutler zunächst die Herren Präsident des Landesmedizinalkollegiums Dr. Buschbeck, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Renk sowie Geh. Kommerzienrat Lingner, sämtlich in Dresden, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Hofmann-Leipzig und Geheimrat Prof. Dr. Gaertner-Jena, derzeitiger Vorsitzender des Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, zu einem vorläufigen Komitee zusammengetreten sind, das sich die Aufgabe gestellt hat, eine Allgemeine Hygiene-Ausstellung in einem der nächsten Jahre, voraussichtlich im Jahre 1910, in Dresden zu veranstalten. Nach den Beschlüssen dieses Komitees soll die Ausstellung nach völlig neuen Gesichtspunkten auf weitester Grundlage aufgebaut und von vornherein als eine Internationale Allgemeine Hygiene-Ausstellung geplant werden. Schon jetzt sind die – vorläufig nur in beschränktem Umfange – eingeleiteten Schritte wegen Sicherung einer solchen Mitwirkung allenthalben von den besten Erfolgen begleitet gewesen. Da auch die nötige Gewähr für die finanzielle Sicherung des Unternehmens und für eine erfolgreiche geschäftliche Leitung desselben gewonnen ist, so dürfen die Voraussetzungen für das Zustandekommen der Ausstellung als erfüllt angesehen werden können, und es wird nunmehr an die eigentlichen Vorbereitungen für das Unternehmen herangetreten und insbesondere das Programm festgestellt werden. Zu diesem Zwecke soll zunächst das vorläufige Komitee durch Aufnahme einer Anzahl weiterer Herren ergänzt werden. Es soll daher am Freitag, den 19. Januar, mittags 12 Uhr, im Altstädter Rathause zu Dresden, I. Obergeschoß, eine Sitzung abgehalten werden, zu der neben zahlreichen deutschen Hygienikern auch Vertreter der Reichsregierung, der Regierungen der Bundesstaaten, des Reichsgesundheitsamts, der medizinischen Fakultäten der deutschen Universitäten, der hygienischen Vereine etc. und der Stadt Dresden eingeladen worden sind.
* Das Zentraltheater ist mit einem glanzvollen Programm in das neue Jahr eingetreten. Die Radrennen auf der Bühne, nicht von Artisten, sondern von Berufsfahrern ausgeführt, bedeuten eine eminente Bereicherung des Spezialitätenprogramms, die nicht nur für Sportsfreunde von großem Reiz ist, sondern auch für die übrigen Besucher. Findet man doch unter den Männern, die hier ihre Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer zeigen, die berühmtesten der deutschen und ausländischen Rennfahrer, z B, Robl-München, Bader, Berlin, Rosenlöcher-Dresden, Hansen-Kopenhagen- Tetzlaff-Bromberg und Hedspeath-San Franzisko. Die Wettfahren, die auf dem amerikanischen Home-Train-Apparat ausgeführt werden, gestalten sich sehr spannend; im gestrigen Entscheidungslaufe wurde Robl mit 2 Min, 30 Sek über 3000 m Entfernung erster. Der Gesang ist im diesmonatlichen Programm durch zwei stimmbegabte Soubretten, Fritzi Schenke und Lucie König, und das humorvolle Wacker-Trifolium vertreten, die Athletik durch das famose Harris Trio, die Akrobatik durch die Tanz- und Trapezkünstlerinnen Dundee Sisters und die Trampolinkünstler Franklintruppe, die Dressur durch Paul Betty mit seinen dressierten Bären, – alles Artisten, die neu für Dresden sind. Nennen wir dazu noch die Darstellerin prächtig gelungener lebender Bilder, Lona Revée, den Silhouettenkünstler I. Garcia und den Wiener Humoristen Eduard Kornau, so ersehen unsere Leser aus diesem Berichte, daß ihrer bei einem Besuche der Abendvorstellungen des Zentraltheaters Genüsse warten, die es nicht bereuen lassen, dem schönen Hause erneut eine Aufwartung gemacht zu haben.
* Das Neujahrsprogramm des Viktoriasalons weist vielleicht nicht Glanzleistungen allerersten Ranges auf, aber es ist abwechselungsreich, bietet jeder Geschmacksrichtung etwas und die Aufeinanderfolge der Nummern ist geschickt gewählt und darauf berechnet, die Wirkungen der Vorführungen auf das Publikum zu steigern. Das gelang denn auch gestern. Schon die erste Nummer, das Gesangs- und Tanzduett der Geschwister Mertens, fesche Wienerinnen, die sich schließlich auf offener Bühne zu Barfußtänzerinnen umwandeln, errang den Beifall der Zuschauer, der denn auch den folgenden Vorführungen mit geringen Ausnahmen erhalten blieb. Um den Damen, die auf dem Programm eine große Rolle spielen, weiter den Vorrang zu lassen, sei in erster Linie die Kaufmann-Troupe hervorgehoben, sechs reizende Kunstfahrerinnen, die es verstehen, bei ihren verwegenen Künsten äußerste Kraft und Gewandtheit mit liebenswürdiger Anmut zu paaren. Die Vortragskünstlerin Käthchen Loisset errang durch ihre lieblichen, etwas sentimental angehauchten Gesangsszenen die Gunst der Zuhörer; die hübsche Ada Francis erreichte dieselbe Wirkung durch ihre auf das Auge berechneten Serpentintänze, die unterstützt werden durch blendende elektrische Lichteffekte. Mr. O′Kill ist ein amerikanischer Bauchredner, der diese Kunst mit seltener Vollkommenheit ausübt und mittels drolliger, gut gearbeiteter Figuren, deren Mechanismus sehr fein ausdacht ist, die ergötzlichste Täuschung zu erzeugen weiß. Hervorragend ist ferner die Darnett-Truppe, verwegene Akrobaten, die unter Zuhilfenahme des Sprungschleuderbretts die erstaunlichsten Tricks ausführen, wobei sich besonders das jüngste Mitglied, ein Knabe, auszeichnet. Wohlverdiente Anerkennung wurde Mr Brown und seinen dressierten Hunden, von denen sich der eine als tadellos sicherer Rechenkünstler erweist, dem Karten- und Münzenmanipulator M. Siems und besonders dem Damenimitator M. Lanzetta zuteil, während der Humorist Gustav Mülher durch die Länge seiner sonst gut ausgearbeiteten Couplets ermüdete. Die optische Berichterstattung führte einige neue fesselnde Aufnahmen vor.
* Die Verlängerungsstrecke der elektrischen Straßenbahn von Deuben nach Hainsberg soll am 5. Januar mittags dem allgemeinen Verkehr übergeben werden.
* Der Witwen- und Waisenkasse für die ärztlichen Bezirksvereine im Königreich Sachsen sind von dem verstorbenen Hrn. Dr. med. Franz Woldemar Arnold, hier, letztwillig 3000 M. 3½-proz. Sächsische Anleihe vermacht worden.
– Im Vorratsraum einer Fleischerei im Hintergebäude des Grundstücks Kurfürstenstraße 39 entstand [11] gestern abend gegen ½12 Uhr durch einen schadhaften Schornstein ein Brand, der mehrfachen Schaden an Gebäudeteilen, Waren etc. anrichtete. Das Feuer hatte zuerst die Decke, Balkenlage und Einschub ergriffen, wobei abfallende Funken Gewürzsäcke u. a. m. entzündeten. Die Feuerwehr mußte zur Löschung eine Schlauchleitung anwenden, konnte aber die Gefahr bald beseitigen,
* Aus dem Polizeiberichte. Eine unbekannte, etwa 24 Jahre alte Frauensperson hat am 30, Oktober v. J. an eine hiesige Händlerin drei Pfandscheine verkauft, worauf im Altstädter Leihhause „E. M“ gezeichnete Wäschestücke im Werte von etwa 100 M. verpfändet sind. Da die Unbekannte beim Verkaufe sich nicht legitimieren konnte und der Aufforderung, dies nachträglich zu tun, nicht nachgekommen ist, dürfte nicht ausgeschlossen sein, daß die Pfandscheine oder auch die verpfändete Wäsche von einem Diebstahle herrühren. Der Eigentümer wird ersucht, Mitteilung an die Kriminalabteilung zu C Unb. A. 4201 gelangen zu lassen. – Am 28. v. M. ist auf der Wiese an der Ecke der Nürnberger- und Hübnerstraße der Jagdhund eines hiesigen Einwohners mit zerschlagenen Vorderbeinen, am ganzen Körper blutend und mit Schwielen bedeckt aufgefunden worden. Der Hund hat sofort getötet werden müssen. Da die Mißhandlung zwischen 8 Uhr vorm. und 3 Uhr nachm. erfolgt ist, dürfte der Täter gesehen worden sein. Mitteilungen über denselben, für dessen Ermittelung der Geschädigte eine Belohnung von 100 M ausgesetzt hat, werden an die Kriminalabteilung zu C Unb. A. 4602 erbeten. – Am 29. v. M. nachmittags 4 Uhr ist unterhalb der Übigauer Fähre der Leichnam eines nicht ganz ausgetragenen Kindes weiblichen Geschlechts aus der Elbe gezogen worden. Die Kindesleiche dürfte ungefähr zehn Tage im Wasser gelegen haben. Um den Hals war ein Schnürsenkel geschlungen. Das Kind ist nach dem ärztlichen Befund lebensfähig gewesen und der Tod durch Erdrosselung erfolgt. Da keinerlei Anhalt für die Ermittelung der Kindesmutter oder der Mörderin vorhanden ist, wird gebeten, sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalabteilung gelangen zu lassen. – Am 8. Dezember v. J. ist aus einem Grundstück der Winterbergstraße unweit des Königl. Großen Gartens ein ungefähr neun Jahre alter, braun- und weißgefleckter, kurzhaariger Jagdhund, 60 cm hoch, gut genährt, abhanden gekommen. Etwaige Wahrnehmungen über den Verbleib des Hundes werden an die Kriminalabteilung. Zimmer 37, erbeten. – Wie bereits früher schon geschehen, wird hiermit nochmals vor sogenannten Chilfern oder Wechselfallenschwindlern gewarnt. Derartige Betrüger, die in letzter Zeit wiederum aufgetreten sind, machen in Geschäften kleine Einkäufe, bezahlen aber stets mit größeren Geldstücken, insbesondere 10 und 20 M. Nachdem das herauszugebende Geld aufgezählt ist, suchen die Schwindler, ehe der Verkäufer dazu kommt, das in Zahlung gegebene Geldstück wegzunehmen, die Aufmerksamkeit des Verkäufers auf das Geld dadurch abzulenken, daß sie diesen durch Kaufen verschiedener Kleinigkeiten beschäftigen, um bei dieser Gelegenheit das aufgezählte Geld, sowie das in Zahlung gegebene Geldstück an sich nehmen und schleunigst das Geschäft verlassen zu können. Der eine der Schwindler ist 20 bis 22 Jahre alt, mittelgroß, schmächtig, hat dunkle Haare, desgleichen Schnurrbärtchen; der andere ist 35 bis 40 Jahre alt, 1,70 m groß, schmächtig, hat gleichfalls dunkle Haare und trägt einen auffallend langen Mantel. – Nach einer amtlichen Mitteilung wird der Direktor der Nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Georg Schreiner, geboren am 12, Mai 1847 zu Biebrich a. Rhein, daselbst auch wohnhaft, seit Freitag, den 29. Dezember 1905, vermißt. Auf die Wiederauffindung des Vermißten ist seitens der Angehörigen eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Sollte der Vermißte irgendwo betroffen werden, so wird gebeten, ihn schonend anzuhalten und unverzüglich an die Polizeiverwaltung zu Biebrich telegraphische Nachricht zu geben. Auch nimmt die hiesige Königl. Polizeidirektion sachdienliche Mitteilungen entgegen.
* Im Monat Dezember wurde das Asyl für obdachlose Frauen und Kinder auf der Rosenstraße von 445 Personen: 844 Frauen, 81 Mädchen, 20 Kindern, darunter 2 Säuglinge, benutzt. Gebadet haben 46 Personen. Seit dem Bestehen des Asyls ist in demselben 274 700 Obdachlosen, darunter 40 582 Kindern, Aufnahme und Verpflegung unentgeltlich gewährt worden. Das zur unentgeltlichen freiwilligen Benutzung unterhaltene Bad wurde von denselben 37 939 mal benutzt.

Wetterbericht.Bearbeiten

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Wetterlage in Europa am 3. Januar, früh 8 Uhr. Der Luftdruck hat im ganzen Witterungsgebiet abgenommen, am stärksten über Zentraleuropa. Im übrigen ist die Druckverteilung noch die gleiche wie bisher; einem Minimum von etwa 740 mm im Nordwesten Irlands liegt ein Maximum mit mehr als 775 mm im Nordosten des Erdteils gegenüber. Unter südöstlichen Winden hält daher das trockene, vielfach heitere Frostwetter an, doch ist eine allmähliche Temperaturzunahme eingetreten und weiterhin zu erwarten. – Witterungsverlauf in Sachsen am 2. Januar. Der 2. Januar verlief bei leichten, östlichen Winden durchweg trocken und heiter. Die Temperatur ging im Minimum überall unter – 10 Grad und bis – 14 Grad (Schneeberg) herab, auch die Maxima stiegen nicht über den Nullpunkt (Dresden – 2 Grad.) Das Barometer stand noch immer 7 bis 11 mm über seinem Normalwert, fiel aber langsam weiter, Schneedecke im Flachlande bis 10 cm, im Gebirge von 25 cm bis 110 cm (Fichtelberg). – Meldung vom Fichtelberge: Gute Schlittenbahn bis in die Täler hinab, starker, langanhaltender Reif, Rauhfrost großartige Erscheinung, glänzender Sonnenuntergang und -Aufgang, Sturm aus Süd bis Ost. – Prognose für den 4. Januar. Wetter: Trocken, teils heiter, teils neblig. Temperatur: Unternormal, Windursprung: Südosten. Barometer: Mittel.

Aus öffentlichen Bekanntmachungen.Bearbeiten

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Die Gaswachen Kamelienstraße 3 und Ostbahnstraße 8 sind seit 1. Januar ununterbrochen geöffnet.
Vom 6. d. M. an wird auf der westlichen Seite des Altmarkts, gegenüber dem Bankgebäude der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt, versuchsweise ein Standplatz für drei Automobildroschken errichtet werden.
An der Fürsten- und Landesschule St. Afra zu Meißen werden zu Ostern mehrere Königl. Alumnatstellen für Knaben mit entschiedenen Fähigkeiten frei. Zulassungsgesuche zur Wettprüfung sind im Laufe des Januar ans Königl. Kultusministerium zu richten.
Als außerordentliches Mitglied des Landesmedizinalkollegiums ist Hr. Sanitätsrat Dr. Wernicke in Plauen und als dessen Stellvertreter Hr. Sanitätsrat Dr. Pilling in Aue gewählt worden.
Die Sachsenstiftungen zu Franzensbad und Teplitz haben den Zweck, unbemittelte Kranke aus dem Königreiche Sachsen in diesen Kurorten auf die Dauer von vier Wochen unentgeltlich zu verpflegen. Die Kranken müssen in Sachsen geboren oder staatsangehörig sein, daselbst ihren wesentlichen Wohnort haben und den besseren Ständen oder der Klasse der sogen. verschämten Armen angehören. Unheilbare Kranke, Kinder unter 14 Jahren, Kranke, die sich ohne fremde Beihilfe der Kur nicht bedienen können, und über 60 Jahre alte Personen können nicht aufgenommen werden. Bewerber um solche Kuren, die mit Monat April bez. Mai beginnen und mit Monat September bez. Oktober enden, haben ihre Gesuche portofrei dem derzeitigen Sekretär der Stiftungen, Hrn. Justizrat Dr. Röntsch in Leipzig, Markt 3, II., bis 1. März einzureichen. Dem Gesuche sind beizufügen: Zeugnisse der Bedürftigkeit, sächsischen Staatsangehörigkeit (Geburtsurkunde), ihres Wohnorts, Standes und Alters, eines Arztes, daß der Gesundheitszustand des Bewerbers den Gebrauch der Quellen von Franzensbad oder Teplitz wesentlich erfordert.

Theater, Konzerte, Vorträge, Vereine etc.Bearbeiten

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* Im Residenztheater gelangt bis mit Sonntag, den 7. Januar täglich nachmittags ½4 Uhr das Weihnachtsmärchen „Prinzessin Wunderschön“ von Georg Zimmermann und Carl Witt, Musik von Bruno Brenner, zur Aufführung. Morgen, Donnerstag, abends wird die Operette „Wiener Blut“ und Freitag abend Jacobowskis Operette „Erminy“ gegeben. – Das Gastspiel von Yvette Guilbert findet am 8. und 10. Januar im Residenztheater statt; die in ihren Leistungen einzig dastehende Künstlerin wird Chansons Pompadour und Chansons Crinolines in den Kostümen beider Epochen zum Vortrag bringen. Der Vorverkauf für beide Vorstellungen hat bereits begonnen. Das Ensemble des Residenztheaters bringt an beiden Abenden Franz v. Schönthans und Franz Koppel-Ellfelds Lustspiel „Komtesse Guckerl“ zur Aufführung.
* Im Zentraltheater wird morgen, Donnerstag, das Weihnachtsmärchen „Die Mäusekönigin“ oder „Wie der Wald in die Stadt kam“ von F. A. Geißler, Musik von G. Pittrich, zum 25. Male gegeben. Die Vorstellung beginnt um ½4 Uhr nachmittags und findet bei ermäßigten Preisen statt.
* Morgen findet abends 7 Uhr der Liederabend Anna Steinhauer-Mallinson im Vereinshause mit folgendem Programm statt: P. Heise: Auf dem Balkon; Kjerulf: Ingrids Lied; Lange-Müller: Die Wasserlilie; I. P. E, Hartmann: Salomo im Weingarten; Dannström: Tanzlied aus Dalekarlien; Schubert: Der Musensohn, Liebe schwärmt auf allen Wegen, Der Schmetterling; Strauß: Morgen, Heimliche Aufforderung; Mallinson: Osterlied, Waldeinsamkeit, Valentine, Es war zur goldnen Frühlingszeit, Dream of a Nessed Spirit, Baby, Elëanore; Menuett de Martini aus dem 18. Jahrhundert; Clutsam: The sea hath ist pearls; Delius: Abendstimmung: Fairbanks: Die Lehre, Norwegian Mountain Song, arranged by Jenny Lind. – Karten bei F. Ries (Kaufhaus).
* Früher gehörte Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ zu den Werken, welche die größeren Chorvereinigungen einmal im Jahre zur Aufführung brachten. Sind auch naturgemäß inzwischen manche neuere Tondichtungen mehr in den Vordergrund getreten, so hat doch dieses klassische Werk nichts an seinem Werte eingebüßt. Seine mächtigen Chöre und melodienreichen Arien üben noch den alten Zauber aus. Eine Aufführung der „Schöpfung“, die längere Zeit hier nicht zu Gehör kam, findet zu halben Preisen am 8. Januar im Vereinshause durch die Rob. Schumannsche Singakademie statt.
* Das zweite Konzert der Gesellschaft zur Förderung der Dresdner Musikschule wird Dienstag, den 9. Januar 7 Uhr im Vereinshause (Zinzendorfstraße) stattfinden und wird dem Andenken Mozarts gewidmet sein, Gastkarten werden in den Schulexpeditionen Neumarkt 2, Chemnitzer Straße 20 und Blasewitz, Berggartenstraße 1, ausgegeben,
* Die Freimaurerloge zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute veranstaltet Sonnabend, den 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, im großen Saale des Logenhauses, Ostrallee Nr. 15, die alljährliche Christbescherungsfeier für Konfirmanden.
* Der Königl. Sächsische Militärverein „Artillerie, Pioniere und Train“ zu Dresden begeht Freitag, den 12. Januar, abends 8 Uhr im Saale des Gewerbehauses das 24. Stiftungsfest, bestehend aus patriotischem Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Königl. Sächsischen 1. Feldartillerieregiments Nr. 12 unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Stabstrompeters Baum.
Tagesanzeiger für Donnerstag, den 4. Januar. Opernhaus: Salome. ½8 Uhr. – Schauspielhaus: Zar Peter. ½8 Uhr. – Residenztheater: Prinzessin Wunderschön. ½4 Uhr. Wiener Blut. ½8 Uhr. – Zentraltheater: Die Mäusekönigin. ½4 Uhr. Variétévorstellung. ½8 Uhr, – Viktoriasalon: Variétévorstellung. ½8 Uhr.

Nachrichten aus den Landesteilen.Bearbeiten

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Leipzig. In der gestrigen Neujahrssitzung der hiesigen Handelskammer verbreitete sich der Vorsitzende, Hr. Geh. Kommerzienrat Zweiniger, nachdem er die Mitglieder der Kammer begrüßt und beglückwünscht und den üblichen Bericht über die Tätigkeit der Kammer im verflossenen Jahre erstattet hatte, in bedeutungsvollen Worten auch über die Beziehungen zwischen Deutschland und England. Ausgehend von der Stammesverwandtschaft und den Jahrhunderte alten freundschaftlichen Beziehungen und gemeinsamen Interessen beider Völker auf den mannigfachsten Gebieten, insbesondere auch in den Wissenschaften und im wirtschaftlichen Leben, verurteilte er es scharf als ein Verbrechen, wenn zwischen ihnen Mißtrauen, Eifersucht und Zwietracht gesät würden, und bezeichnete es als das größte Unglück für beide Nationen und für die Welt, wenn der Friede zwischen ihnen gebrochen werden sollte. Anknüpfend ferner an die von England ausgegangenen, in Deutschland lebhaft begrüßten und freudig erwiderten bisherigen Kundgebungen zur Wiederherstellung der früheren freundlichen und friedlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern, schlug er schließlich die Abgabe der folgenden Erklärung vor: „Die Leipziger Handelskammer schließt sich mit Freuden allen Bestrebungen an, die den Zweck verfolgen, freundliche und gute Beziehungen zwischen Deutschland und England wieder herzustellen und zu fördern, sie erblickt in einem friedlichen und neidlosen Wettbewerb beider Völker und in ihrer sich darin betätigenden Eigenart auf den Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen Lebens das wichtigste Mittel zur Förderung ihrer Wohlfahrt und der allgemeinen Kulturaufgaben, die zu erfüllen sie von der Vorsehung berufen sind.“ Die Erklärung wurde, wie überhaupt die ganze Rede des Vorsitzenden, mit lebhaftem Beifall begrüßt und von der Kammer einstimmig angenommen,
= Ein unverschämt dreister Raub wurde am Sonntag auf einem hiesigen Postamt verübt, Als ein Dienstmädchen eine Geldsumme einzahlen wollte, wurde ihr plötzlich von einem ungefähr 25 jährigen Unbekannten ein Hundertmarkschein vom Zahlbrett gerissen. Trotz sofortiger Verfolgung des Diebes konnte man das Geld nicht wieder erlangen,
Plauen. Vom Verband Sächsische Thüringischer Webereien ist soeben eine „Denkschrift über den Lohnkampf im sächsisch-thüringischen Webereigebiet im Jahre 1905“ herausgegeben worden, die einer in übersichtlicher Kürze gegebenen Darstellung der Entstehung und des Verlaufs der Bewegung einige beachtenswerte Ausführungen über die Arbeiterversammlungen, die Gewerkschaftsverbände und Arbeitervereine, die Tätigkeit der Presse und über die Stellung des Verbands Sächsisch-Thüringischer Webereien im Lohnkampfe anschließt. Die kleine Schrift, ursprünglich nur für Verbandsmitglieder bestimmt, ist auch im Buchhandel durch den Verlag von Otto Henning-Greiz zu erhalten.
Buchholz. Der Prozeß des Fabrikanten Bruno Schneider hier gegen unsere Stadt hat auch außerhalb viel Aufsehen hervorgerufen, Schneider forderte 25 000 M. Entschädigung wegen angeblicher Entwertung seines Grundstücks durch den Ausbau der Gasanstalt. Jetzt ist durch den Bürgermeister Schmiedel und Rechtsanwalt Dr. Seeck ein Vergleich mit Schneider zustande gekommen, nach dem der Kläger seine Klage und den erhobenen Rekurs unter Kostenteilung zurückzieht und auf die geltend gemachten Ansprüche verzichtet. Die Stadt zahlt nur 250 M. für die Rücknahme des Rekurses und die dadurch gebotene Möglichkeit des sofortigen Ausbaues der Anstalt. Die städtischen Kollegien stimmten dem Vergleiche zu.
Eibenstock. In der hiesigen Stadt plant man, der Begründerin unserer einheimischen Industrie, Clara Angermann, ein Denkmal zu errichten. Sie hat die Tambouriererei hier eingeführt und den Grund zu unserer Industrie gelegt.
= Leisnig. Einen traurigen Abschluß fanden die Vorbereitungen für den Silvesterabend in der Familie des angesehenen Friedensrichters Ökonomierats Bernstein. Seine Gattin stürzte, als sie mit einer brennenden Lampe das Wohnzimmer betrat, über den ausgelegten Teppich. Die Lampe explodierte und die Bedauernswerte, deren Kleider sofort in Flammen gerieten, zog sich derartig schwere Brandverletzungen zu, daß sie bald darauf verschied.
§ Zittau. An Stelle des ausgeschiedenen und zum Stadtrat gewählten Fabrikbesitzers Hermann Werner ist in der heutigen Stadtverordnetensitzung Hr. Gymnasialprofessor Dr. Naumann zum Vorsteher des hiesigen Stadtverordnetenkollegiums gewählt worden Mit Beginn des neuen Jahres ziehen auch drei Kandidaten der bei der letzten Stadtverordnetenwahl aufgestellten Oppositionsliste des hiesigen nationalliberalen Bürgervereins in das sonst als freisinnig zu bezeichnende Stadtverordnetenkollegium ein.

Vermischtes.Bearbeiten

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* Über die Organisation des Dienstes in englischen Banken, durch die sich dieselben vor Beraubung und Untreue von Beamten zu schützen suchen, entnehmen wir einer englischen Zeitung folgende Angaben: Namentlich gegen die letztere sucht man sich mit allen möglichen Mittel zu decken und hält das für um so notwendiger, als die Gehalte der Beamten in Anbetracht der Schwere ihrer Verantwortlichkeit und ihrer Pflichten oft sehr gering sind und mit ersteren nicht im Verhältnis stehen. Es ist daher immerhin erstaunlich, daß durch deren Hände alljährlich Millionen gehen, ohne daß, seltene Fälle ausgenommen, auch nur ein Pfennig davon verloren geht. Die großen Banken machen es sich zur Regel, in hervorragendere Stellen keine Beamten von außen her zu engagieren, und wenn sie auch besonders gut geeignet wären Die Beamten der Bank treten meist im Alter von etwa 17 Jahren ein und arbeiten sich zu den höheren Stellen empor. Infolgedessen werden alle verantwortlichen Posten durch Leute besetzt, deren Charakter den Leitern der Bank seit Jahren bekannt ist. Die Aufnahme in ein Bankgeschäft ist aber auch nicht ganz leicht gemacht. Man verlangt ganz besonders gute Empfehlungen hinsichtlich des Charakters, außerdem hat der Bewerber eine Kaution von etwa 500 Pfd. Sterl. zu erlegen. Diese ist bald etwas höher, bald etwas niedriger, je nach der Bedeutung der Bank. Außerdem werden dem jungen Manne von seinem Gehalt jährlich 2 Pfd. Sterl. 10 Sh. abgezogen, aus denen ein weiterer Garantiefonds von 500 Pfd. Sterl. mit der Zeit gebildet wird, so daß etwa 1000 Pfd. Sterl. Sicherheit für die Bank bestehen. Dabei werden die eingezahlten 2½ Pfd. Sterl. wenn sie als Kaution nicht in Anspruch genommen werden müssen, dem Pensionsfonds der Beamten überwiesen. Innerhalb der Bank ist der Dienst so eingerichtet, daß kein einziger Beamter irgend eine Funktion allein ausüben darf. Jede muß von mindestens zwei Mann besorgt werden und mancher Vorgang geht durch die Hände von acht Beamten. Die Buchhalter wechseln in jedem Monat ihre Bücher, so daß etwaige Fälschungen alsbald entdeckt werden würden, wenn ein anderer Mann die Bücher in die Hand bekommt. Außerdem nehmen die Leiter der Bank ganz plötzlich derartige Veränderungen der Posten innerhalb des Beamtenpersonals vor. Gewisse Bücher sind dem Direktor persönlich zu übergeben. Dieser gibt sie dann wieder an andere Leute, so daß eine fortwährende Kontrolle besteht. Der gepanzerte Kassenraum ist mit einer Anzahl von Schlössern, etwa sechs oder sieben, verschlossen. Zu jedem gehört ein anderer Schlüssel und jeden besitzt ein anderer Beamter. Wenn die Bank morgens geöffnet wird, so wird ein großer Zug arrangiert, der aus dem Direktor, dem ersten Prokuristen, den Kassierern etc. besteht und sich nach dem Kassenraume begibt. Zuerst schließt der Direktor sein Schloß auf, dann die übrigen Beamten und erst wenn sämtliche Schlösser aufgeschlossen sind, kann die Tür geöffnet werden. Wenn nun also jemand die Bank berauben wollte, und von jedem Schlosse einen Abdruck brauchte, so würde das eine Aufgabe sein, die selbst den gewandtesten Menschen außer Fassung bringen müßte. Selbst wenn der Direktor eindringen wollte, müßte er sich mit mindestens fünf seiner Unterbeamten im Einverständnis befinden, was ihn wahrscheinlich doch von irgend einer geplanten schlimmen Tat abhalten würde. Die großen Banken beschäftigen ferner eine Anzahl von Inspektoren, die sämtliche Abteilungen der Bank besuchen und die Bücher kontrollieren; da sie selbstverständlich von einer beabsichtigten Revision nichts verlauten lassen, so ist es für die Beamten unmöglich, die Bücher erst für eine solche in Stand zu setzen. Es werden auch geheime nächtliche Revisionen der Bücher vorgenommen, die allein der Direktor leitet und bestimmt. Ein Verdächtiger kann dadurch leicht ermittelt werden. Dieses System wird in allen englischen Großbanken mit solcher Genauigkeit ausgeführt, daß es fast unmöglich erscheint, daß Fälschungen und Unordnungen für längere Zeit unentdeckt bleiben. Nur eine Klasse von Ungetreuen kann nicht vor dem nächsten Morgen entdeckt werden und das sind diejenigen Beamten, die in den auswärtigen Filialen beschäftigt sind. Von dort aus werden Checks und Banknoten täglich abens bei Geschäftsschluß an die Hauptbank in eingeschriebenem Briefe abgesandt. Sie werden von dem Kassierer für die Post fertig gemacht und der jüngere Beamte hat sie in das Kuvert zu stecken, zu siegeln und den Brief nach dem Postamte zu bringen; den Postschein hat er direkt wieder mit zurückzubringen und dem Kassierer zu übergeben, der ihn zeichnet und seinen Kassenbelegen beifügt. Man nimmt an, daß der Kassierer persönlich sieht, daß die Banknoten in das Kuvert eingelegt werden, trotzdem sind aber Unterschlagungen unter den Augen des Kassierers vorgekommen. Ein junger Mann, der noch nicht lange in einem Bankburau beschäftigt war, stahl einst auf die einfachste Weise eine Anzahl von Banknoten. Der Kassierer, der eine eilige Arbeit zu erledigen hatte, gab dem jungen Mann das Kuvert und beschäftigte sich weiter mit seinen eigenen Obliegenheiten. Unter Deckung seiner Schreibtischklappe nahm der Jüngling die Noten an sich und steckte leeres Papier in das Kuvert, siegelte es zu, legte den gesiegelten Brief dem Kassierer wie gewöhnlich vor, damit dieser sah, daß alles in Ordnung war, der letztere sah den Brief an, sandte ihn zur Post und empfing rechtzeitig den Postschein. Am nächsten Morgen, als das Bankbureau geöffnet wurde, erschien der jüngere Beamte nicht, bevor man aber nach ihm schicken konnte, traf bereits ein Telegramm von der Hauptbank ein mit dem Vermerk: „Brief empfangen, wo sind die Banknoten?“ Nun wurden Schritte getan, um die Polizei von dem Falle in Kenntnis zu setzen und diese erwischte auch den betreffenden Jüngling, als er halb betrunken die Stufen einer Musikhalle im Westende von London herabstolperte. Es kommen allerdings auch Fälle vor, die einen humoristischen Anstrich haben. Der Kassierer eines Zweigbankinstituts hatte mehrere Jahre wiederholt um Aufbesserung seines Gehalts nachgesucht, er erhielt aber eine etwas unfreundlich gehaltene Antwort, in der sogar der etwas sarkastische Satz vorkam, er habe das Heilmittel ja selbst in der Hand. Das ließ sich der Mann gesagt sein. Einige Tage später ging er wie gewöhnlich mittags zu Tisch, kehrte aber nicht zurück. Der Leiter der Filiale wurde unruhig und ließ sich nachdem Manne erkundigen, erfuhr aber, daß er gar nicht zu Tisch gewesen sei. Nun schöpfte man Verdacht. Man öffnete den Schrank, den der Beamte unter sich hatte und fand ihn leer; bloß Silber und Kupfer enthielt er noch. Nun erinnerte man sich, daß er mit einer kleinen schwarzen Tasche erschienen war, aber niemand nahm daran Anstoß, da er häufig mit einer Tasche kam. Er hatte in voller Gemütsruhe etwa 700 Pfd. Sterl. in Gold und Noten direkt unter den Augen seiner Mitarbeiter eingepackt und war verschwunden und niemals hat man wieder etwas von ihm gehört, denn er war so klug gewesen, die Nummern der Noten, die er mitgenommen hatte, nicht wie üblich im Kassenbuche einzutragen.
* Die Frau als Rechtsanwalt. In den Vereinigten Staaten gibt es nach den Feststellungen der letzten Volkszählung über 1000 weibliche Rechtsanwälte, die ihre Praxis ausüben. Es ist noch nicht allzulange her, daß sich die Frau auf diese Weise in den Gerichtssälen Eintritt verschafft hat; noch vor acht Jahren gab es z. B. in New York keine einzige Frau, die als Rechtsanwalt tätig war, heute gibt es deren über 50, die alle eine ausgedehnte Klientel und eine Einnahme von 20 000 bis 160 000 M. jährlich haben. Manche unter ihnen hat sich aus geringem Stande zu solch einflußreicher Stellung durchgerungen. So ist Florence H. King, die in Chicago eine Praxis von über 60 000 M. jährlich hat und zu den gesuchtesten Patentanwälten Amerikas gehört, vor 15 Jahren noch – Mädchen für alles gewesen. Sie bekam damals außer Kost und Wohnung nur 5 M. wöchentlich. Sie ersparte sich soviel, um sich in Stenographie und Schreibmaschine auszubilden und verdiente sich in der Zeit als Kellnerin ihren Lebensunterhalt. Mit vierzig Mark in der Tasche kam sie dann nach Chicago und trat als Kontoristin in ein Bureau ein. Im Jahre 1903 erlangte sie dann, nachdem sie bereits einige Zeit in Patentsachen juristischen Beirat gegeben hatte, ihre hervorragende Stellung durch die glückliche Führung eines sensationellen Prozesses um ein Patent über Schmierbüchsen. Nun häufen sich in ihrem schönen Bureau Modelle von Erfindungen und Patenten und sie kann alle die Anliegen, die an sie gerichtet werden, gar nicht annehmen und vertreten. Viele der weiblichen Rechtsanwälte üben ihre Tätigkeit zu wohltätigen Zwecken aus. So ist Mrs. Whitney jahrelang erster Anwalt eines großen Humanitären Instituts gewesen, das armen Leuten gegen ein Honorar von fünfzig Pfennigen Rechtsbeistand leistet. Auch Mrs. Quackenbos, vielleicht die tätigste und bekannteste unter den weiblichen Rechtsanwälten Amerikas, war lange Zeit in der gleichen „Gesellschaft für Rechtshilfen“ tätig. Sie hat jetzt in vielen Stadtteilen New Yorks Bureaus eingerichtet, in denen sie weniger Bemittelten gegen ein geringes Entgelt ihren Rat in schwierigen juristischen Fällen erteilt. Je nach den verschiedenen Nationen, die in einem solchen Stadtteil hauptsächlich wohnen, gibt sie sich bald als italienische Advokatin auf ihrem Schilde kund, bald preist sie ihre Dienste im reinsten „Jiddisch“ an. Diese moderne Portia, die mit ihren leuchtenden Augen und ihrer imponierenden Figur auch äußerlich das innere Feuer der Gerechtigkeit verrät, genießt so allgemeine Verehrung, daß ihr die Richter schon häufig einen Platz in ihrem Kollegium angeboten haben. Anderseits hassen sie die Feinde des Rechtes und ihr Leben ist durch die „schwarze Hand“ und andere Verbrechergesellschaften schon häufig unsicher gemacht worden,


Bücherschau.Bearbeiten

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* „Quellwasser fürs deutsche Haus“. Illustriertes christliches Familienblatt, 30. Jahrgang, 2. und 3. Monatsheft (November und Dezember 1905). Vierteljährlich 1,80 M. oder in Monatsheften zu je 60 Pf. Verlag von Georg Wigand in Leipzig. Aus dem Inhalt des 2. und 3. Heftes u.a.: Eine Stunde zu spät. (Roman.) Drei Entdeckungen in der Heilkunde. Kirchenreformen in Rußland. Die äthiopische Bewegung in Südafrika. Indianer- und Negerschulen in Nordamerika. Im Heiligen Lande. Ein Weihnachtsabend. Allerlei aus aller Welt. Spiel und Scherz. Das „Quellwasser fürs deutsche Haus“ ist ein gutes Familienblatt ernsterer Richtung. Probenummern versendet die Verlagsbuchhandlung auf Verlangen kostenfrei.

Kunst und Wissenschaft.Bearbeiten

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* Nach einer im diplomatischen Wege an den akademischen Rat gelangten Mitteilung ist die für 1906 geplant gewesene Kunstausstellung in Brüssel auf 1907 verschoben worden.
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Die neue Erdmessung am Aequator.Bearbeiten

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Die Internationale Geodätische Vereinigung hatte auf ihrer Versammlung im Jahre 1898 in Stuttgart den Beschluß gefaßt, den im 18. Jahrhundert durch die berühmte Expedition von La Condamine in Peru vermessenen Meridianbogen von neuem aufnehmen zu lassen. So folgenreich für die Kenntnis der Erdgestalt jene erste Vermessung gemeinsam mit den in Frankreich und Lappland vorgenommenen Arbeiten gewesen ist, so kann sie doch heute nicht mehr genügen, weil die Ansprüche der Wissenschaft durch außergewöhnliche Vervollkommnungen der technischen Mittel weit höhere geworden sind. Nach jener Versammlung erboten sich die Vereinigten Staaten, die Arbeiten in Peru zu übernehmen, aber Frankreich betrachtete es als eine Ehrenpflicht, sie seinerseits auszuführen, da auch der Anstoß zu den grundlegenden Unternehmungen im 18. Jahrhundert sowie ihre Ausführung durch Frankreich bewirkt worden war. Schon im Jahre 1899 brach eine französische Expedition unter den Offizieren Maurain und Lacombe nach dem äquatorialen Südamerika auf, um vorläufige Erhebungen vom südlichen Kolumbien bis zum nördlichen Peru vorzunehmen. Der Bericht lautete dahin, daß diese Gegend mit ihren zwei parallelen Gebirgsketten der Kordilleren vortrefflich für eine Triangulation geeignet wäre. Ende 1900 ging dann eine zweite Expedition aus Paris nach Amerika ab, an deren Spitze neben Maurain der Kapitän Lallemand stand; das Gepäck mit den wissenschaftlichen Instrumenten, die allein ein Gewicht von 20 000 kg besaßen, folgte im Jahre 1901. Man kann sich denken, welche Mühe der Transport dieses Gepäcks auf schlechten Bergwegen, wo Maultiere das einzige Verkehrsmittel bilden, gewesen sein muß, zumal Höhen zu erklimmen waren, die dem Gipfel des Montblanc nur um ein geringes nachgeben. Der Treffpunkt der ganzen Karawane war der Ort Riobamba in Ecuador, in einer Meereshöhe von 2798 m und unmittelbar am Abhang des mächtigen Chimborasso gelegen. Seitdem ist die Expedition ununterbrochen an der Arbeit gewesen. Zunächst galt es, die Grundlinie für die Dreiecksvermessungen festzustellen, die geographischen Breiten der Endstationen und gewisse Längenunterschiede zu bestimmen. Bis in das Jahr 1905 hinein ist man dann mit der Vermessung der Winkel und den Berechnungen beschäftigt gewesen. Vor allem aber mußte auch ein genaues Präzisionsnivellement von einer der Stationen bis zum Meeresufer ausgeführt werden, damit die Höhe der Stationen mit absoluter Genauigkeit ermittelt werden konnte. Nebenher wurden noch geologische Studien, topographische Aufnahmen zur Herstellung einer Karte im Maßstab 1:20 000, völkerkundliche Studien an den das Gebiet bewohnenden Indianern und anderen Eingeborenenrassen, endlich auch biologische Studien über die Tier- und Pflanzenwelt unternommen. Die Leistungen dieser französischen Expedition verdienen eine hohe Achtung, nicht nur wegen der Vielseitigkeit und Genauigkeit der Arbeiten, sondern auch wegen der siegreichen Überwindung recht erheblicher Hindernisse, die sich schon bei der Vermessung der Grundlinie von Riobamba offenbart, die eine Länge von fast 10 km erhielt. Von der Genauigkeit, mit der dabei gearbeitet wird, kann sich ein Laie kaum eine Vorstellung machen. Die Vermessung erfolgte durch Meßstäbe von 4 m Länge, von denen immer zwei, einer aus Kupfer und einer aus Platin nebeneinandergelegt wurden. Da auch ein kleiner Fehler auf einer Strecke von 10 km sich zu einem hohen Betrag summieren kann, wurde das genaue Aneinanderlegen der Meßstäbe durch mikroskopische Beobachtung beaufsichtigt. Um die Mittagszeit mußten die Arbeiten gewöhnlich unterbrochen werden, weil die an den Mikroskopen angestellten Offiziere wegen des Windes und des von ihm heftig umhergetriebenen Sandstaubs nicht zu beobachten vermochten. Trotzdem wurden durchschnittlich an jedem Tage 360 m vermessen, und der mögliche Fehler war so gering, daß er den 450 000. Teil, also etwa 82 cm nicht überstieg. Gleichzeitig mit der Vermessung der Basis wurden die Signalzeichen auf der Gebirgskette bei Riobamba errichtet und der Längenunterschied zwischen Riobamba und Quito mit Hilfe der Telegraphie bestimmt. Dazu mußte sich einer der Offiziere nach Quito begeben, wo zwar seit einigen Jahren durch die Regierung des Staates Ecuador eine Sternwarte erbaut, aber kein Astronom angestellt worden ist. Zu den schon genug vorhandenen natürlichen Schwierigkeiten gesellte sich noch eine weitere von ganz unerwarteter Seite, indem die in Kolumbien ausbrechende Revolution die Verlängerung des Meridianbogens nach Norden hin verhinderte. Aus diesem Grunde mußte in Ecuador eine neue Station und eine neue Grundlinie gesucht werden. Lallemand errichtete zu diesem Zweck ein Observatorium bei Tulcan an der äußersten Nordgrenze von Ecuador gegen Kolumbien und wählte das Plateau von Tusa für die Festlegung einer Grundlinie aus, die viermal vermessen wurde. Diese Arbeiten fanden unter fast ununterbrochenem Regen statt. Mittlerweile hatten zwei andere Offiziere die geographischen Breiten der beiden Endstationen bestimmt, nämlich von Tulcan im Norden und von Paita in Peru im Süden. Nach ihren Feststellungen beträgt die Länge des nördlichen Meridianbogens 5 Grad 53 Minuten und 33 Sekunden. Dann teilte sich die Expedition in drei Gruppen, um die geodätischen Beobachtungen zweiter Klasse gleichzeitig im Norden, in der Mitte und im Süden vorzunehmen Der „Kosmos“ schließt einen ausführlichen Bericht über den Verlauf der Expedition mit den Worten: „Bald werden die Gelehrten, nachdem sie noch eine Revision des Meridianbogens von Quito ausgeführt haben, nach Frankreich zurückkehren. Aber welche Schwierigkeiten haben sie nicht während dieser fünf Jahre zu überwinden gehabt, von der Ungnade des Himmels an bis zur Niedertracht der Eingeborenen, die ihre Arbeiten behinderten und die Signale zerstörten. Bei dieser Arbeit haben sich Mut und Geduld, wie so oft, mit der Wissenschaft aufs innigste verbinden müssen.“

Wissenschaft.Bearbeiten

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* Aus Breslau wird berichtet: Eine eigenartige weihevolle Gedächtnisfeier, bei der keine Rede gehalten wurde, fand in der hiesigen Lutherkirche statt: die Singakademie führte zu Ehren ihres einstigen Vorstandsmitglieds, des berühmten verstorbenen Breslauer Chirurgen und edlen Menschenfreunds Prof. Johann v. Mikulicz-Radecki, zufolge einer letztwilligen Bestimmung desselben das deutsche Requiem von Brahms auf, dessen Freundschaft Mikulicz genossen hatte. In tiefer Ergriffenheit lauschte eine die nur halb erleuchtete Kirche vollständig füllende Versammlung dem herrlichen Werke. Neben der Familie des Verstorbenen waren die ersten Gesellschaftskreise aus Stadt und Provinz sowie der Lehrkörper der Universität mit dem Rektor an der Spitze erschienen.
* Ein neuer kleiner Planet wurde am 27. Dezember v. J. an der Sternwarte Königstuhl bei Heidelberg auf photographischem Wege entdeckt Der Planetoid, der wie ein schwaches Sternchen 11,2. [10] Größenklasse leuchtet, steht in der Konstellation des Stiers nicht allzu weit vom Planeten Jupiter. Seine Position ist gegenwärtig in Rektaszension 4 h 6 m, in Deklination 17° 34′ nördlich vom Äquator.
* Wie die „Frankf. Ztg.“ mitteilt, hat die englische Papyrusgrabung in Ägypten, die am 1. Dezember v. J. in Oxyrhynchos unter der Leitung von B. P. Grenfell und A. S. Hunt begann, bereits zur Entdeckung eines Papyruslagers aus der späteren Kaiserzeit geführt, in dem wiederum ein reicher Bestandteil griechischer Literaturstücke vorhanden ist. Die Grabung soll noch bis zum Ende des März dauern, alsdann werden die Engländer die Stätte, an der sie nun schon im sechsten Winter graben, für immer verlassen.
Zoologie. In der Landschaft der Siouxindianer im Staate Nebraska sind außerordentliche Entdeckungen an Resten ausgestorbener Tiere gemacht worden. Weitaus der wichtigste und merkwürdigste Fund, der bei den Ausgrabungen der letzten Kampagne zutage kam, waren die Knochen eines bisher der Wissenschaft ganz unbekannten ausgestorbenen Wiederkäuers. Der glückliche Entdecker war Harald Cook, ein Mitglied der von Morill zu geologischen Forschungen in diesem Jahre ausgesandten Expedition. Das Tier gehört ohne Zweifel zu der Familie der Antilopen, ist aber, wie der vollkommen erhaltene Schädel zeigt, mit vier ganz sonderbar angeordneten und gestellten Hörnern ausgestattet gewesen. Dr. Barbour von der Universität des Staates Nebraska, der dem Tiere den Namen Syndyocera Cooki gegeben hat, veröffentlicht jetzt in der Wochenschrift „Science“ eine genauere Beschreibung der Reste und gibt auch von dem höchst sonderbar anmutenden Schädel eine Abbildung. Was den Fund doppelt bedeutsam macht, ist der Umstand, daß das Skelett wahrscheinlich fast vollständig erhalten ist, so daß die Möglichkeit gegeben sein wird, das ganze Knochengerüst wie von einem noch lebenden Tiere aufzubauen. Die Reste fanden sich am westlichen Ufer des Flusses Niobrara. Gefunden wurden bisher der Schädel, die ganze Wirbelsäule, das Becken, die Hinteren Gliedmaßen, einige Rippen und ein Teil eines Schulterblatts. Man erwartet jedoch bestimmt, daß sich auch die vorderen Gliedmaßen und die noch fehlenden Teile entweder unter dem schon gesammelten Material oder noch im Steinbruch selbst finden werden, da der Reichtum an Knochen in letzterem noch durchaus nicht erschöpft ist. Es besteht überhaupt die Hoffnung, daß noch weitere Entdeckungen an diesem Platze zu machen sein werden. Das auffälligste Merkmal des Tieres sind die bereits erwähnten vier Hörner, von denen ein Paar auf der Stirn steil aufwärts und etwas nach innen gebogen sitzt, das zweite Paar auf dem Oberkiefer, wo es von einer gemeinsamen Basis ausgeht und in entgegengesetzter Richtung nach hinten gebogen ist. Durch die Vereinigung dieses letzteren Hörnerpaars werden in sehr merkwürdiger Weise die vorderen Nasenlöcher geteilt, und zwar dürfte ihr hinterer Teil für das Tier überhaupt unbenutzbar gewesen sein.

Literatur.Bearbeiten

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* Aus Leipzig wird uns geschrieben: Zwei neue Stücke die letzthin im Schauspielhause und im Stadttheater herausgebracht wurden, sind kurz zu erwähnen. Auf jener Bühne gab man das vieraktige Schauspiel „Die schöne Marseillerin“ von Pierre Berton, auf dieser das dreiaktige Lustspiel „Der Schwur der Treue“ von Oskar Blumenthal. Das erste ist eine neue Napoleon-Komödie, die mit Sardous „Madame Sans-Gêne“ nicht nur das gemeinsam hat, daß neben dem Korsen ein Weib den Hebel der Handlung bedient, sondern auch die Anlage mehrerer Szenen, die namentlich im ersten und zweiten Akte sehr deutlich auf dieses Vorbild zeigen. Nur ist hier die Technik gröber, der Charakter der Titelfigur komplizierter und unwahrscheinlicher, das Ganze von starkem Kolportagezuschnitt, Wie des gleichen Verfassers Boulevardstück „Zaza“ enthält es eine überaus lockende und lohnende Aufgabe für eine Virtuosin, welche aus der die schwierigsten Situationen beherrschenden, die verschiedenartigsten Stimmungen durchkostenden und zuletzt ein Attentat auf Napoleon verhindernden Jeanne de Briantes eine Paraderolle ersten Ranges machen kann. Trotzdem der hiesigen Darstellerin solches nicht gelang, fand das Schauspiel mit seinen bunten Effekten doch eine sehr beifällige Aufnahme. Auch dem Blumenthalschen Verslustspiel ward ein hübscher Erfolg zuteil, wenngleich die Wirkung nicht derart war, daß es, wie in Berlin, eine lange Reihe von Wiederholungen finden wird. Nach der dortigen Uraufführung ist über das leicht wiegende Stück an dieser Stelle das Nötige schon gesagt worden,

Bildende Kunst.Bearbeiten

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* Die Verwaltung des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt a. M. ernannte den Privatdozenten an der Universität Berlin Dr. Georg Swarzenski zum Direktor der Sammlungen des Instituts. Bisher leitete die Städtische Sammlung Prof. Justi, der neuerdings, wie bekannt, als Nachfolger Prof. W. v. Oettingens zum Sekretär der Akademie der Künste in Berlin ernannt wurde. Dr. Georg Swarzenski steht im Alter von 30 Jahren.

Musik.Bearbeiten

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* Aus Braunschweig wird geschrieben: Das herzogliche Hoftheater bereitet zur 150. Wiederkehr von Mozarts Geburtstag einen Zyklus von Mozart-Opern vor, der am 27. Januar mit der „Zauberflöte“ seinen Anfang nimmt.

Theater.Bearbeiten

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* Ein Erinnerungstag an Henriette Sontag ist der heutige 3. Januar. Die unvergessene erste deutsche Sängerin, der es gelungen war, selbst die Pariser Bevölkerung zu enthusiasmieren, war am 3. Januar 1806 geboren. Ihre Eltern gehörten beide dem Theater an, der Vater als Schauspieler, die Mutter als Sängerin. Früh erkannte man in den beiden Töchtern des Künstlerpaars das große Talent: allerdings erreichte die Jüngere, Xina, die Erfolge der Schwester nicht, nahm auch bald Abschied von den die Welt bedeutenden Brettern und zog sich in das Kloster Marienthal bei Ostritz zurück. Henriette wurde im Konservatorium zu Prag ausgebildet und trat im Alter von 19 Jahren zuerst als Prinzessin im „Johann von Paris“ auf. Der Erfolg war für ihr ganzes Leben entscheidend. Sie nahm noch Privatunterricht in Wien, unternahm dann eine an Gold und Lorbeer gleich reiche Kunstreise und wurde darauf für das Königstädtische Theater in Berlin gewonnen. Als sie zwei Jahre später nach Paris kam, grenzte die Wirkung, die sie auf der Bühne hervorbrachte, ans Wunderbare. Die Damen der höchsten Aristokratie suchten, ganz gegen die damaligen Gepflogenheiten, die junge deutsche Sängerin im Hotel auf. Alle waren bezaubert von ihr. Sie kehrte dann erst nach Berlin zurück, trat später ein festes Engagement in Paris an und feierte die Gipfel ihres Triumphes bei einem Gastspiel in London. Dort lernte sie den sardinischen Gesandten, Grafen Rossi, kennen, mit dem sie zuerst eine heimliche Ehe einging, die veröffentlicht wurde, nachdem der König von Preußen ihr den Adel von Klarenstein verliehen hatte. In Haag wurde sie als Gattin des Gesandten ungemein gefeiert. Sie war eine unendlich glückliche Gattin und Mutter. Aus Liebe zu den Ihren nahm sie, als Graf Rossi sein Vermögen verlor, einen Gastspielantrag in Mexiko an und erlag dort 1854 der Cholera Ein Jahr später wurde ihre Leiche nach Kloster Marienthal übergeführt und dort beigesetzt.
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* Prof. Dr. Fritz Schultze eröffnet sein wissenschaftliches Kolleg für Damen über Ästhetik als Psychologie der Kunst im Hörsaal 80 der Technischen Hochschule von neuem Montag, den 8. Januar, abends ½8 Uhr. Während der Vortragende im ersten Teile seiner Vorlesungen vor Weihnachten außer den allgemeinen Grundlagen der Ästhetik besonders die Künste des Auges, Architektur, Plastik und Malerei behandelte, wird er in dem nun folgenden zweiten Teile hauptsächlich die Künste des Ohres, Rhetorik, Poesie und Musik ästhetisch betrachten. Dieser zweite Abschnitt bildet einen eigenen, in sich abgeschlossenen Zyklus von Vorträgen, der auch ohne die Kenntnis des Vorausgegangenen verstanden werden kann. Prospekte und Eintrittskarten sind in der Königl. Hofbuchhandlung. Schloßstraße 32, zu. entnehmen.

Letzte Draht-Nachrichten.Bearbeiten

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Debreczin, 3. Januar. Gustau Kovacks, der gestern bei seiner Ankunft am Bahnhof von einer Volksmenge angegriffen wurde, hat telegraphisch seinen Abschied als Obergespan eingereicht und ist, nachdem er sich unter militärischer Bedeckung zum Bahnhof begeben hatte, von hier abgereist.
St. Petersburg, 3. Januar. Die „St. Petersb. Tel.-Agentur “ verbreitet folgende Nachrichten:
Hapsal. Seit einigen Tagen herrscht hier in der Umgegend große Unordnung. Angeblich aus Livland gekommene Esten, die sich Sozialdemokraten nennen, plündern die Herrensitze und zünden die Gutsgebäude an. Viele Güter sind völlig zerstört. Einige Gutsbesitzer sind gefangen genommen. Kosaken, Infanterie und 80 bewaffnete Gutsbesitzer verfolgen die Übeltäter.
Charkow. Bei einem Zusammenstoß mit Aufständischen in der Nähe von Ljubotin wurde das Bahndepot von einer Truppenabteilung beschossen, wobei ein Waggon mit Sprengmaterialien in Brand geriet, der weitere 39 Wagen ergriff und vernichtete. In Jarensk und Jekaterinburg fließen in letzter Zeit die von den Bauern aus den Staatssparkassen herausgezogenen Einlagen reichlich zurück. Auch kaufen die Bauern vielfach im Preise gesunkene Staatspapiere, besonders Rente. In Libau sind Post und Telegraphen wieder in Tätigkeit. Der Eisenbahnstreik ist beendet.
Bachmut. Ein Detachement Kosaken mit Infanterie wurde nach der Station Debalzewo geschickt und diese von ihm eingenommen. Der Kommandant der Truppen im Danezbassin gibt durch Anschlag bekannt, daß die Truppen die aufständischen Arbeiter Gorlowka geschlagen hätten, wobei 300 Mann getötet und viele verwundet worden seien. Um Blutvergießen zu vermeiden, werden die Arbeiter ermahnt, zur Arbeit zurückzukehren. Zur Aufrechterhaltung des regelmäßigen Eisenbahndienstes soll jeder Streik mit Waffengewalt unterdrückt werden, Waffen sind an die Behörden abzuliefern. Alle Personen, die mit Waffen ergriffen werden oder versuchen, die Ruhe zu stören oder zum Streik aufreizen, werden als Aufrührer angesehen, gegen welche die Truppen energisch vorgehen werden.

Zeitungsschau.Bearbeiten

[Beilage 1]

In einem Aufsatze, der das Ergebnis der deutschen Politik des abgelaufenen Jahres festzustellen versucht, schreibt die „Köln. Ztg.“:
Eine reiche Erbschaft an politischen Plänen und aussichtsvollen Entwickelungsreihen fand das abgelaufene Jahr bei seinem Beginn in Deutschland vor. Eine lange Reihe gesetzgeberischer Aufgaben und Reformen hatte sich auf allen Gebieten des politischen Lebens als nötig herausgestellt, und nach alter deutscher Sitte stritt man sich im luftigen Reich der Theorie zunächst einmal gründlich über die letzten Zusammenhänge all dieser Dinge, ehe man ihre praktische Ausführung in Angriff nahm. Immerhin traten wir in das neue Jahr mit der Aussicht ein, nach mancherlei unfruchtbaren Erörterungen eine Zeit ernsthafter politischer Leistungen zu erleben. Hatte doch selbst die radikalste der deutschen Parteien, die Sozialdemokratie, auf ihrem Parteitag zu Bremen den Willen zur praktischen Arbeit im Gegenwartsstaate beendet und diesen Willen auf dem preußischen Parteitage zu Berlin am Ende des Jahres durch ihre Stellungnahme zu den wichtigsten Fragen der preußischen Politik in die Tat umgesetzt, wobei sie nicht versäumt hatte, das bedenkliche Mittel der Straßenkundgebungen aus dem Arsenal ihrer politischen Waffen ausdrücklich auszuscheiden. Es hat also nicht an dem Kurzblick der Zeichendeuter gelegen, wenn ihre Voraussicht durch den Inhalt des abgelaufenen Jahres grausam zuschanden geworden ist. Zwar hat die Geschichte auch diesmal keine Sprünge gemacht, die Fäden der Entwickelung sind an keiner Stelle abgerissen, und die wichtigeren Entscheidungen sind bis auf eine genau so erfolgt, wie nach den Erörterungen des Vorjahrs zu erwarten stand. Aber es ist etwas Neues hinzugekommen, das allen politischen Vorgängen seine besondere Farbe geliehen und das Gesamtbild der Entwickelung in entscheidender Weise geändert hat. Es ist das mit einem Worte das Wiedererwachen des Radikalismus, der, eben noch in den Aschenresten früherer Gegensätze verglimmend, neuen Brennstoff von allen Seiten wie von den Winden zugeweht erhielt und der als ein lodernder Feuerbrand die Köpfe unserer arbeitenden Volksmassen immer mehr erhitzt und zu politisch wie wirtschaftlich weittragenden Schritten fortgerissen hat. Dieser neu auftretende und um sich greifende Radikalismus hat unser politisches Leben immer mehr in seinen Bannkreis gezogen. Er hat zunächst zu erbitternden Klassenkämpfen geführt und den tiefsten wirtschaftlichen Gegensatz in unserem Volke, den zwischen Besitzenden und Besitzlosen, immer schärfer und fühlbarer gebracht Er hat dann auf das politische Gebiet übergegriffen und hat hier der Sozialdemokratie so gänzlich seinen Stempel aufgedrückt, daß sie heute von einer Revolutionspartei kaum noch zu unterscheiden ist und mit blutigen Straßenkundgebungen schon zur Propaganda der Tat überzugehen beginnt. Er hat damit unser politisches Leben unter einen neuen Gegensatz gestellt, der sowohl bei allen wichtigeren Entscheidungen des Jahres wie bei den Wandlungen unserer Parteiverhältnisse eine maßgebende Rolle gespielt hat.
General v. Trotha soll dem Berichterstatter eines Berliner Blattes gegenüber jüngst seine Absicht kundgegeben haben, demnächst im Reichstage die gegen ihn erhobenen Angriffe persönlich zurückzuweisen. Dazu bemerkt Generalleutnant z.D. v. Muff im „Schwäbischen Merkur“:
Diese Nachricht erweckt berechtigte Zweifel. Ohne weiteres ist zuzugeben, daß Generalleutnant v. Trotha, wenn er den Wunsch dazu hat, seitens des Reichskanzlers die Ermächtigung erhalten würde, im Reichstag gelegentlich der Beratung des Nachtragsetats für Südwestafrika das Wort zu ergreifen, ähnlich wie dies seitens des Obersten v. Deimling bereits geschehen ist. Nicht anzunehmen ist aber, daß Generalleutnant v. Trotha die gegen ihn gerichteten Angriffe im Reichstag persönlich zurückweisen will. Für einen Soldaten ist dies ganz undenkbar. Ein General, der als Höchstkommandierender die deutschen Truppen in einem Feldzug befehligt hat, soll über seine Befehle und Anordnungen im Reichstag Rechenschaft ablegen und sich vor diesem verantworten? Nach soldatischen Begriffen ist er lediglich dem Allerhöchsten Kriegsherrn verantwortlich, der ihm die Stelle verliehen hat, und – seinem eigenen Gewissen. So wenig er vom Reichstag angestellt ist, so wenig ist er ihm Rechenschaft schuldig. Man wende nicht ein, daß es sich ja nur um Zurückweisung der im Reichstag gegen den General gerichteten Angriffe handeln soll. Was ist denn solches Zurückweisen von Angriffen viel anderes als ein Sichrechtfertigen? In Praxi wird beides auf eins herauskommen. Und wer wird wohl erwarten, daß die Angreifer dem sich verteidigenden General gegenüber schweigen würden? In welche peinliche Lage würde sich der General versetzen, wenn er von den einen „ruppigen Ton“ anschlagenden Abgeordneten auf den Bänken am weitesten links zur Rede gestellt würde? Wegen seines Verhaltens in dem hinter uns liegenden Teil des Feldzugs in Südwestafrika ist dem Generalleutnant v. Trotha im Reichstag nicht nur von der hierzu berufenen Stelle, sondern auch von den Rednern fast aller Parteien ungeteilte Anerkennung gezollt worden. Nach Anerkennung von derjenigen Seite, von der die Angriffe erfolgt sind, wird ein deutscher Offizier kein Verlangen tragen. Es dürfte somit für den General ein Grund, seine Sache persönlich im Reichstag zu führen, nicht vorliegen. Bedarf es dort noch weiterer Aufklärung über die Maßnahmen des Generals, so werden sie vom Reichskanzler oder dessen Beauftragten zu geben sein, niemals aber wird der vom Kaiser eingesetzte Befehlshaber einer Truppe dem Reichstag wegen seiner Anordnungen Rede und Antwort stehen dürfen. Das wäre ein Ereignis, das zwar die kühnsten Erwartungen der Herren von der äußersten Linken übertreffen, auch einen Vorgang von unübersehbaren Folgen schaffen würde, das aber mit den Anschauungen des Heeres im schroffsten Widerspruch stehen und von dessen Angehörigen wie ein Faustschlag ins Gesicht empfunden würde. Darum hoffen wir, daß seitens jenes Berichterstatters ein Irrtum vorliegt oder daß dem Generalleutnant v. Trotha, wenn er wirklich die Absicht hätte, im Reichstag auf die Angriffe zu antworten, die Genehmigung hierzu verweigert würde, damit dem Heer und allen Vaterlandsfreunden ein unerquickliches Schauspiel erspart bleiben möge: das Schauspiel einer Redeschlacht zwischen General v. Trotha und den „Genossen“ im Reichstag.

Vermischtes.Bearbeiten

[Beilage 1]

* Berlin. Wie mehrere Morgenblätter berichten, soll gegen den Reichstagsabgeordneten Sartorius noch wegen Steuerhinterziehung gerichtlich vorgegangen werden.
* Hamburg. Das junge Treibeis ist auf der Unterelbe von Schulau bis zur Lühe jetzt schon so stark, daß die Passagierdampfer, die zwischen Hamburg und den Ortschaften an der Unterelbe unterhalb Schulau verkehren, vorgestern abend ihre Fahrten eingestellt haben. Im Hamburger Hafen ist zurzeit loses Treibeis. Infolge des frischen Ostsüdostwinds ist der Wasserstand der Unterelbe bedeutend unter normal.
* Erfurt. Der Staatsanwalt erließ hinter dem geflüchteten Warenhausinhaber Strunck einen Steckbrief wegen betrügerischen Bankrotts. Die mitgenommenen Barmittel werden auf 50 000 M. geschätzt.
* Kottbus. Gegen das Urteil im Prozeß wegen des Spremberger Eisenbahnunfalls wurde seitens der Angeklagten Stuljus und Schmidt Revision angemeldet. Auch der Staatsanwalt hat gegen das Urteil, soweit es die Freisprechung des Angeklagten Wiedemann betrifft, Revision eingelegt.
* Berne. Im Wundfieber erstach ein junger Arbeiter seinen Wärter und verwundete eine Pflegeschwester sowie mehrere Kranke.
* Sulzfeld a. M. Vorgestern nachmittag ertranken beim Schlittschuhlaufen auf dem Main vier Knaben, drei im Alter von 15 und ein Knabe von 10 Jahren.
* Triest. Sämtliche seismographischen Instrumente des hiesigen astronomischen und meteorologischen Observatoriums verzeichneten gestern früh zwischen 5 Uhr 26 Min. und 5 Uhr 52 Min. ein Erdbeben.
* Letenye. Gestern früh ½6 Uhr wurde hier ein starkes Erdbeben mit unterirdischem Donner verspürt.
* Graz. Gestern früh zwischen ¼6 Uhr und ½6 Uhr wurde in der ganzen Stadt, sowie in der Provinz ein Erdbeben verspürt, das mehrere Sekunden andauerte.

Gerichtsverhandlungen.Bearbeiten

[Beilage 1]

-* Die II. Strafkammer des hiesigen Königl. Landgerichts unter Vorsitz des Hrn. Landgerichtsdirektors Dr. Becker verhandelte heute nachmittag gegen den 16 Jahre alten, bisher unbescholtenen Kochlehrling Karl Hans Baumgarten aus Meißen wegen einfachen und schweren Diebstahls. Als Sachverständige fungierten die Herren Geh. Medizinalrat Dr. Weber aus Pirna und Dr. med. Klopffleisch von hier, als Verteidiger Hr. Rechtsanwalt Johannes Lehmann. Der Angeklagte war seit Ostern 1903 bis 14.Juli v. J. Kochlehrling bei dem Hoftraiteur Strohbach im hiesigen Altstädter Logenhause. Im April übrigen Jahres stahl Baumgarten aus einer Hausflur auf der hiesigen Stephanienstraße ein Fahrrad im Werte von 120 M. Als der junge Mann das Rad am 14. Juli verkaufen wollte, erfolgte seine Verhaftung. Baumgarten wurde am 15 Juli auf Bitten seiner Mutter wieder aus der Haft entlassen. Während der darauffolgenden Nacht wurde nunmehr von dem Angeklagten der bekannte schwere Diebstahl im hiesigen Logenhause auf der Ostra-Allee ausgeführt. Nachdem Baumgarten das Hoftor mittels des richtigen Schlüssels geöffnet hatte, stieg er durch ein Fenster in das Parterrezimmer, worin drei Kinder schliefen, ging dann in die Küche und holte sich daselbst ein großes Messer als „Verteidigungswaffe“, sodann schlich Baumgarten in das Wohnzimmer und von dort in das anstoßende Schlafzimmer, in dem die Eheleute Strohbach schliefen. Der Angeklagte nahm aus den auf einem Stuhle liegenden Beinkleidern des Zeugen Strohbach den Geldschrankschlüssel und ein Portemonnaie mit 400 M. Inhalt. Baumgarten öffnete den Geldschrank und stahl aus einer darin stehenden Kassette 30 M. Der jugendliche Dieb hat sich dann auf demselben Wege wieder entfernt. Eine unten im Geldschrank befindliche eiserne Kassette, in der sich eine große Summe befand, hatte der Dieb glücklicherweise nicht bemerkt. Baumgarten flüchtete dann nach der Schweiz. Nachdem der Angeklagte das Geld vertan hatte, wurde er auf der Heimreise in Lindau festgenommen. Er wurde zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, 6 Wochen Untersuchungshaft werden angerechnet.

Volkswirtschaft.Bearbeiten

[Beilage 1]

* Dresdner Börsenbericht vom 3. Januar. Berlin eröffnete den Verkehr heute in recht ungleichmäßiger Haltung, Das Geschäft war recht still, Banken, mit Ausnahme von Dresdner Bank und Schaaffhausenscher Bankverein still und etwas schwacher, Montanwerte fest Laurahütte steigend. Russen sehr fest. Man notierte in Berlin: Kredit 213,90, Deutsche Bank 243,75, Dresdner Bank 169,10, Laurahütte 249,75, Bochumer 249, Dortmunder 101,25. An der hiesigen Börse entwickelte sich das Geschäft wieder in recht animierter Weise. Höhergebote wurden auf der ganzen Linie abgegeben. Namentlich Maschinenwerte waren weiter sehr beliebt. Wir verzeichnen nachstehende Umsätze: Deutsche Fonds behaupteten sich gut, Ausländische Fonds: Österreichische Goldrente erzielten 25 Pf., Ungarische Goldrente 40 Pf, und 1890er Rumänen 25 Pf, mehr, Bankaktien: Dresdner Bank bedangen 2,20 %, Dresdner Bankverein 1½ %, Sächsische Diskontbank 1 % mehr. Transportwerte: Für Elbeschiffahrt bot man 1¼ % mehr. Von Maschinenfabriken erfreuten sich äußerst lebhafter Nachfrage Schubert u. Salzer (+ 8½ %), Schimmel (+ 2½ %), Schönherr (+ 2¾ %), Döhlener Gußstahlfabrik (+ 3 %), dergleichen Genußscheine (+ 5 M.), Sondermann u. Stier (+ 2½ %), Gasmotorenfabrik Hille (+ 1½ %), Carl Hamel (+ 1 %) und Jacobiwerk Elektrische Unternehmungen: Bergmann zogen 1¾ %, Elektra 1½ % und Pöge 1,90 % an. Nähmaschinen- und Fahrradaktien: Schweinfurter avancierten 2½ %, Herkules 2 % und Schladitz Vorzugsaktien 1 %. Wanderer bot man mit 288 (— 1 %) aus. Brauereien: Für Reichelbräu und Waldschlößchen bot man je 2 %, für König Lit. A. 1 % und für Bank für Brauindustrie ¾ % mehr. Deutsche Bierbrauerei stellten sich ¾ %, Mönchshof um 1 % niedriger. Porzellan- etc. Fabriken: Rauenstein zogen 4 %, Sörnewitz 1,90 % an. Sächsische Glasfabrik gaben 2 % nach. Aktien verschiedener Unternehmungen: Fritz Schulz stiegen um 3 %, ebenso auch Speicherei Riesa Haas sogar um 6 %, Thiele um 1½ %, Weißthaler und Zwickauer Kammgarn je 1 %.
* Berliner Börsenbericht vom 3. Januar. Die Börse war zu Beginn nicht ganz einheitlich, da anfänglich etwas Ware auf den Markt kam. Im ganzen wirkte jedoch der günstige Essener Kohlenmarktbericht auf Kohlenaktien anregend. Von Hüttenwerken Dortmunder um 1 % niedriger, Banken nicht gleichmäßig, Dresdner Bank und Schaaffhausener Bankverein auf Spekulationskäufe 2 % höher. Russenbank gleichfalls fest. Heimische Fonds preishaltend, Japaner fest, Russen auf Paris gut gehalten. Bahnen fest, Schiffahrtsaktien auf gestrigen Kurs behauptet. Im späteren Verlauf Banken stetig, Deutsche Bank und Diskonto Kommandit anziehend, Fonds unverändert, desgleichen Bahnen und Schifffahrtsaktien.
* Die im Jahre 1903 zur Einlösung aufgerufenen Hundert Mark-Noten der Landständischen Bank haben mit Schluß des Jahres 1905 auch als einfache Schuldscheine ihre Gültigkeit verloren. Die 3½ % Lausitzer Kreditbriefe der Landständischen Bank sind bei der Reichsbank zur Beleihung in der 1. Klasse zugelassen worden.
* Die Aktien der Sächsischen Diskontbank Dresden werden auch weiterhin einschließlich Dividendenschein für 1905 gehandelt.
* Dividendenschätzungen an der Dresdner Börse. Unter dem üblichen Vorbehalte geben wir nachstehende Dividendentaxen entsprechend den an der Dresdner Börse kursierenden Schätzungen hier wieder: Allgemeine Deutsche Creditanstalt wieder 8½ %, Chemnitzer Bankverein 6 % (i. V 4 %), Dresdner Bank 8½ % (7½), Dresdner Bankverein 6 % (5½), Leipziger Hypothekenbank wieder 7 %, Löbauer Bank wieder 6 %, Mitteldeutsche Bodenkredit wieder 4½ %, Oberlausitzer Bank 6½ % (7), Sächsische Bank wieder 6 %, Sächsische Bodenkredit wieder 7 %, Sächsische Diskontbank wieder 6 %, Zwickauer Bank wieder 6 %, Hüttig 5 bis 6 % (N), Ernemann wieder 5 %, Hasseröder 5 bis 6 % (5), Leykam-Josefsthaler etwa 7 % (5), Niederschlemaer wieder 12 %, Süß etwa 4 % (4), Unger u. Hofmann 6 % (7½), Vereinigte Bautzner Papierfabriken mindestens 8 %, (8), Weißenborner 12 bis 13 % (12), Westendorf u. Wehner wieder 10 %, Schleußner wieder 10 %, Bank für Grundbesitz etwa 4 % (6), Dresdner Baugesellschaft 8 bis 9 % (8), Hille mindestens wieder 10 %, Germania wieder 0, Paschen 7 % (6½), Luckau u. Steffen 9 % (8), Phönizia wieder 0, Sächsische Cartonnagen Maschinenfabrik wieder 10 %, Eschebach 11 bis 12 % (11 %), Bergmann wieder 18 %, Seidel u. Naumann mindestens wieder 18 %, Petzbräu 10 % (10), Rehau wieder 10 %, Löbauer Brauerei wieder 5 %, Porzellanfabrik Unterweißbach 5½ bis 6 % (7), Kahla wieder 35 %, Veilsdorf wieder 13 %, Triptis wieder 10 %, möglicherweise noch etwas mehr, Karl Teichert wieder 10 %, Deutsche Tonröhren mindestens 9 % (8), Hoffmann 2 % (0), W. Hirsch 4 % (2), Siemens mindestens 15 % (4), Sörnewitz 16 bis 18 % (16) Sächsische Glasfabrik 25 % (23), Rosenthal wieder 18 %,. Rauenstein wieder 8 %, Ernst Teichert mindestens wieder 20 %, Deutsch-Österreichische Bergwerksgesellschaft etwa 9 % (8), Helfenberg 8 bis 9 % (8), v. Heyden mindestens wieder 8 %, Fritz Schulz wieder 21 %, Gehe u. Co. 11 bis 12 % (11), Baumwollspinnerei Zwickau mindestens wieder 10 %, Chemnitzer Aktienspinnerei etwa 5 % (4), Deutsche Jutespinnerei etwa 11 % (10), Kammgarnspinnerei Schedewitz wieder 9 %, Solbrig 2 % (0), Geraer wieder 24 % bez. 18 %, Westdeutsche Jute 6 % (4), Zwickauer Kammgarn etwa 10 %, (10), Kunz wieder 8 %, Groschwitz Zement 13 % (10½), Sicherheitszünder 12 % (11), Speicherei Riesa mindestens 10 % (8), Mittweidaer Baumwollspinnerei wieder 12 %, Hanfschlauch 8 bis 9 % (6), Prescher mindestens 11 % (11), Kalliope 4 bis 5 % (6), Laferme wieder 12 %, Münchberg Färberei wieder 10 %, Erzgeb. Dynamitfabrik 6 %, (7½), Hotel Bellevue wieder 0, Europäischer Hof wieder 0, Deutsche Cognak wieder 0, Fränkische Schuhfabriken etwa 11 % (0), Continental Caoutchouc 40 bis 45 %, (331/3) und Müller u. Lohse mindestens 7 % (6).
* Gewinnung und Verbrauch von Spiritus in Deutschland Deutschlands Produktion und Verbrauch von Spiritus in dem am 30. September v. J. zu Ende gegangenen Brennjahre betrug in reinem Alkohol: Produktion 1904/05: 3 790 079 hl (im Jahre 1903/04: 3 853 057 hl; Trinkverbrauch 2 209 154 hl (2 332 527 hl); gewerblicher Verbrauch 1 402 334 hl (1 394 607 hl); Export 4259 hl (74 992 hl); Bestand am 30. September 393 836 hl (260 668 hl); Gesamtverbrauch 3 615 747 hl (3 802 126 hl). Die Jahresproduktion ist seit der Saison 1893/1900 nie so klein gewesen wie diesmal. Um ähnliche geringe Trinkverbrauchszahlen wie diesmal zu finden, muß man bis zum Jahre 1894/95 zurückgehen. Dabei ist der letztjährige Konsum tatsächlich noch geringer gewesen, als die Statistik aufweist, da größere Mengen seitens des Ringes versteuert und zu Lager genommen wurden, um die Folgen des stark verringerten Trinkverbrauchs bei der Feststellung des Kontingents möglichst zu vermindern. Auch die diesmaligen Zahlen des gewerblichen Verbrauchs enthalten größere Mengen denaturierter Ware zur Lagerung. Der deutsche Export von Rohspiritus und Sprit schlief im letzten Jahre fast ganz ein.
* Zigaretteneinfuhr. In welchem Maße der Import ausländischer Zigaretten nach Deutschland zunimmt, das geht namentlich aus den neueren handelsstatistischen Ziffern hervor. In den elf Monaten Januar bis November 1905 wurden nicht weniger als 721 700 kg; verzollt gegen 594 100 kg gleichzeitig 1904 und 488 100 kg gleichzeitig 1903. Seit 1903 ist der Import aus Ägypten gestiegen von 245 000 auf 340 800 kg, aus Österreich Ungarn von 95 300 auf 185 800 kg, aus Rußland von 90 800 auf 111 400 kg, aus England von 18 200 aus 35 600 kg, aus Frankreich von 10 300 auf 15 100 kg. Bekanntlich hat die deutsche Zigarettenindustrie zum Schutz gegen diesen Wettbewerb wiederholt eine Erhöhung des Zigarettenzolls beantragt. Dieser Zoll beträgt gegenwärtig nur 2,70 M. pro kg. In der Tabaksteuervorlage ist eine Erhöhung auf 12 M. vorgesehen, von welchem Satze indessen nur 9 M. als eigentlicher Zoll zu betrachten sind, während die übrigen 3 M. als Ersatz für den Zigarettenstempel, der künftig auf die im Inlande hergestellten Zigaretten erhoben werden soll, zu gelten haben.
* Cöln. Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk in Essen hat dem Staat, den in Betracht kommenden Provinzen und größeren Gemeinden eine ausschlaggebende Beteiligung an seinem Unternehmen angeboten. Wie die „Cöln. Ztg.“ erfährt, findet morgen in Berlin eine Beratung der zuständigen Ministerien unter Zuziehung von Vertretern der beteiligten lokalen Staats- und Gemeindebehörden über die Frage statt, ob und in welcher Form diesem Anerbieten näher getreten werden soll.
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Bäder und Reisen.Bearbeiten

[Beilage 1]

* Das Programm der von Karl Riesels Reisebureau, Berlin, Unter den Linden 57, im Jahre 1906 [14] veranstalteten Gesellschaftsreisen enthält interessante Reisen nach allen Teilen der Erde. Anfang des Jahres kommen die Fahrten nach Ägypten, Griechenland etc. zur Ausführung; daran schließen sich Karneval Nizza, Italien, Tunis und Algier. Auch einige interessante Jagdexpeditionen und eine Reise um die Erde ist vorgesehen. Das Programm wird kostenfrei versandt.

Schiffsnachrichten.Bearbeiten

[14]

Hamburg-Amerika-Linie. „Nicomedia“, 31, Dezbr. von Hongkong abgeg. „Andalusia“, 31. Dezbr. von Hongkong nach Wladiwostok abgegangen. „Antonina“, 30. Dezbr, in Desterro angek. „Batavia“, nach New York, 30. Dezbr. nachts ¼12 Uhr von Cuxhaven abgeg. „Patricia“, von New York, 31. Dezbr. 3 Uhr morgens auf der Elbe angek. „Galicia“, von Westindien, 31. Dezbr. 2 Uhr morgens auf der Elbe angek. „Blücher". 30. Dezbr. 11 Uhr morgens von New York über Plymouth und Cherbourg nach Hamburg abgeg. „Calabria“, 30. Dezbr. von St. Thomas über Havre nach Hamburg abgeg. „Präsident“ 30. Dezbr. in St. Thomas angek. „C. Ferd. Laeisz“, von Ostasien, 30. Dezbr. Perim passiert. „Prinz Eitel Friedrich“, von Mittelbrasilien, 1. Jan. 1 Uhr nachm. in Lissabon angek. „Scandia“, nach Ostasien, 2. Jan. von Suez abgeg. „Nubia“, von Ostasien, 31. Dezbr. in Singapore angek. „Constantia“, nach Westindien, 1. Jan. 6 Uhr morgens von Antwerpen abgeg. „Ascania", nach Westindien, 1. Jan. ½2 Uhr nachm. Dover passiert, „ Alexandria“, 31. Dezbr. 7 Uhr morgens von Philadelphia nach Hamburg abgeg. „Acilia“ 1. Jan. 7 Uhr morgens von Baltimore nach Hamburg abgeg. „Manchester Exchange“ 1. Jan 8 Uhr morgens in Newport News angek. „Fürst Bismarck“, von Genua, 1. Jan. 4 Uhr 40 Min. morgens auf der Elbe angek „Numidia", 31. Dezbr. von Montevideo nach Hamburg abgeg. „Syria“, 30. Dezbr. von Montevideo direkt nach Hamburg abgeg. „Parthia“. nach Westindien, 1. Dezember Quessant Creach passiert. „Silvia“ 1. Jan. von Kobe nach Moji abgeg. „Macedonia“ 31. Dezbr. von Buenos Aires nach Montevideo abgeg. „Georgia“, nach Westindien, 31. Dezbr. von Vigo abgeg. „St. Jan“ 31. Dezbr. in Tampico angek. „Scotia“ 31. Dezbr. in Tampico angek. „St. Croix“, nach Westindien, 31. Dezbr. von Cadiz abgeg. „Prinz Sigismund“ 31. Dezbr. in Peruambuco angek „Allemannia“, nach Havanna und Mexiko, 31. Dezbr. 4 Uhr nachm von Coruna abgeg. „Hörde“ 31. Dezbr. 7 Uhr morgens von Narvik nach Rotterdam abgeg. „Virgo“, von Kopenhagen, 31. Dezbr. abends in Hamburg angek. „Istria“, von Antwerpen, 31 Dezbr. 2 Uhr 35 Min. nachm. auf der Elbe angek. „Senegambia“, von Ostasien, 2. Jan. 6 Uhr morgens auf der Elbe angek.
Norddeutscher Lloyd. 31.Dezember, (Generalvertretung in Dresden: Fr. Bremermann. Prager Straße 49.) „Barbarossa“ gestern von Antwerpen abgeg. „Erlangen“ gestern in Antwerpen angek. „Bonn“ gestern von Funchal abgeg. „Zieten“ gestern von Gibraltar abgeg. „Hannover“ gestern Dover passiert „Main“ gestern Lizard passiert. „Chemnitz“ gestern in Bremerhaven angek.

Sehenswürdigkeiten Dresdens.Bearbeiten

[14]

K. Gemäldegalerie (Zwinger) Dienstags, Donnerstags, Freitags 10 – 3, Sonn- und Feiertags 11 – 2 frei, Mittwoch, Sonnabends 10 – 3 Uhr 50 Pf.; Montags 10 – 2 Uhr 1,50 M.
K. Porzellanniederlage, Schloßstraße 36, geöffnet von früh 8 bis abends 7 Uhr Wochentags.
K. Kupferstichkabinett (Zwinger), Dienstags und Freitags abends von 6 – 7 Uhr frei
K. mathematisch-physikal. Salon (Zwinger). Wochentags 9 – 12 Uhr 50 Pf. Sonnabends, Sonn- und Feiertags geschlossen
K. zool. u. anthrop-ethnogr. Museum (Zwinger), Sonn- und Feiertags, Montags, Donnerstags 11 – 1, Mittwochs, Sonnabends 1 – 3 frei
K. mineralog.-geolog. u. prähist. Museum (Zwinger). Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags 9 –1, Mittwochs 2 – 4, Sonn- und Feiertags 11 – 1 Uhr frei.
K. Grünes Gewölbe (K. Residenzschloß pt.), Wochentags 10 – 1 Uhr. Führungen von 1 – 6 Personen 9 M. jede Person mehr 1,50 Pf.
K. Münz-Kabinett (K. Residenzschloß pt.) Dienstags und Freitags von 10 – 1 Uhr für Studien frei.
K. histor. Museum (Rüstkammer) und Gewehrgalerie (Johanneum I). Wochentags (außer Montags) 10 – 2 Uhr 30 Pf. Sonn- und Feiertags 11 – 2 Uhr 25 Pf. Schüler 10 Pf. Montags 1 M 50 Pf
K. Skulpturensammlung (Albertinum) Wochentags von 9 – 3, Sonn- u. Feiertags von 11 – 2 Uhr frei, Sonnabends geschlossen.
K. Porzellan- und Gefäßsammlung (Johanneum II) Wochentags (außer Sonnabends) 10 – 2 Uhr 50 Pf., Sonn. und Feiertags 11 – 2 Uhr 25 Pf. Sonnabends 1 M. 50 Pf.
K. öffentliche Bibliothek (Japan. Palais.) Montags bis Freitags 9 – 2 und 4 – 6 Uhr, Sonnabends 9 – 2 Uhr, für Studien frei, Führungen von 12 – 1 Uhr jede Person 50 Pf. Bestellkasten in den Buchhandlungen von Arnold u. Burdach.
K. Arsenalsammlung (Albertstadt, Königsplatz 1). Bis 31. März geschlossen.
K. Sächsische Armee-Sammlung (Albertstadt-Dresden Marienallee). Dienstags und Donnerstags von 10 bis 1 Uhr, Sonn- und Feiertags von 11 – 2 Uhr, Eintritt (nur für Erwachsene) frei.
K. Kunstgewerbemuseum, Antonsplatz 1. Geöffnet: Wochentags (außer Montags) 9 – 2 Uhr, Sonn- und Festtags 11 – 1 Uhr. Eintritt und Garderobe frei
Sächsischer Kunstverein. Brühlsche Terrasse. Vom 1. Oktober ab ist die Ausstellung an Wochentagen von 10 – 4, Donnerstags von 10 – 1 und Sonn- und Festtags von 11 – 2 Uhr geöffnet.
Postwertzeichenmuseum (Mosczinskystraße 3 [Hotel du Nord]). Wochentags 10 – 4 Uhr. Erträgnisse zu Gunsten des Albert-Vereins.
Körnermuseum (Körnerstr. 7). Wochentags 9 – 2, Mittwochs und Sonnabends 9 – 1 und 2 – 5. Sonn- und Feiertags 11 – 2 Uhr. Eintritt 50 Pf.
Schillingmuseum (Pillnitzer Str. 63). Geöffnet von früh 10 Uhr bis abends, Eintritt 1 M., Familienkarte 3,50 M. (enthaltend fünf Coupons je für einen Erwachsenen oder zwei Kinder)
Museum des Kgl. Sächsischen Altertumsvereins und des Vereins für sächsische Volkskunde (Palais Großer Garten). Nach vorheriger Anmeldung beim Inspektor Gläsel, Kamenzer Straße 22, IV. Eintritt 1 M. die Person.
K. Botanischer Garten Wochentags 8 – 4 Uhr, Sonn- und Feiertags 9 – 12 Uhr; Gewächshäuser (unentgetlich), täglich (außer Sonnabends) 9 – 12 Uhr, sonst 50 Pf gegen Führungsgeld.

Adreßtafel.Bearbeiten

[14]

Bibliothek des Königl. Sächs. Statistischen Landesamts (Ritterstraße 14, I). Wochentags 10 – 1 Uhr.
Gehe-Stiftung (staatswissenschaftliche Bibliothek mit Lesezimmer), kleine Brüdergasse 21, I. Jeden Wochentag von 10 bis 2 und (außer Sonnabends) 5 – 9 Uhr abends.
Stadtbibliothek mit Bibliothek der Ökonomischen Gesellschaft und der Kolonialgesellschaft (Am See 6, II). Wochentags 9 – ½2 Uhr und (außer Sonnabends) 4 – 7 Uhr.
Bibliothek der K. Kunstgewerbeschule. Antonsplatz 1, Wochentags im Sommer 8 – 6, im Winter 8 – 8, Sonntags 11 – 1 Uhr. Unentgeltlich.
Städtische Volksbibliotheken. (Benutzung unentgeltlich) I. Seminarstraße 11 pt., II. Johannesstraße 18 pt., III. Tieckstraße 14 pt., IV. Blochmannstr. 6, VI. Bürgerschule, (1. Etage. Zimmer Nr. 18), V. Maternistr. 17, pt., VI. Am See 8 pt., VII. Oppellstr. 37, pt., VIII. Concordienstr. 42 I, IX. Dürerstraße 62 pt., X. Sedanstr. 19 H.-H. pt., XI, Wormser Str. 19 1, XII. Osterbergstr. 22. Geöffnet: Dienstags und Freitags abends ½6 – 8 Uhr.
Akademie für Zeichnen u. Malen von Prof. Simonson-Castelli, Ostbahnstraße 3. Eintritt für Damen und Herren jederzeit.
Dresdner Kunstschule, Lüttichaustraße 26, Lehrer: Max Pietschmann, Ernst Paul u. G. Richter. Eintritt jederzeit, Anmeldungen 11 – 1 Vorm.
Musterlager des Exportvereins für das Königreich Sachsen, Niedergraben 5. Wochentags 10 – 5. Eintritt frei.
Ärztliche Hilfsstellen: in Altstadt: a) in der Kinderheilanstalt, Chemnitzer Str. 14, b) im Carolahause, Stephanienstraße 58, c) im Stadtkrankenhause Friedrichstr. 39/41, d) Sanitätswachen des Samaritervereins Wallstr. 14 und Marschallstraße 8; in Neustadt e) am Kaiser Wilhelmplatz 1 in Verbindung mit der Poliklinik des Albertvereins, f) in der Diakonissenanstalt Holzhofgasse 29, – in denen Verunglückten oder auf der Straße Plötzlich Erkrankten die erste ärztliche Hilfe zu jeder Zeit gewahrt wird.
Städtische Bakteriologische Untersuchungsanstalt (im Stadtkrankenhause) zur Stellung und Sicherung von Diagnosen bei Infektionskrankheiten. Geöffnet Wochentags von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr vormittags.
Augenkranken-Heilverein. – Expedition Schulgutstr. 16 I, geöffnet Wochentags vormittags 10 – 1 und nachmittags 3 – 4 Uhr – gewährt auf Grund beglaubigter Bedürftigkeit Brillen, Glasaugen, Arzneien, Kur u. Verpflegung. Ärztliche Sprechzeit jeden Wochentag vormittags 11 – 1 Uhr, sowie Dienstag, Donnerstag und Sonnabend nachmittag 3 – Uhr.
Produktenbörse in Helbigs Etablissement am Theaterplatz. Montags und Freitags 12 – 3 Uhr.
Panorama international, Marienstraße 20 I. (3 Raben.) Geöffnet täglich von früh 10 bis abends 9 Uhr.
Zoologischer Garten. Offen von früh bis abends.

Die Wiedergefundene.Bearbeiten

[Beilage 1]

Novelle von Adolf Stern.

      (Fortsetzung.)

„Wir dachten nicht anders! Mein verstorbener Mann und ich haben nie an dem See gestanden, ohne Blüten in sein Wasser, das vermeinte Grab unseres Kindes, zu streuen“, entgegnete Frau v. der Brüggen leise. „Der kleine Denkstein, den wir am Ufer unter den beiden Trauerweiden gesetzt, trägt heute noch den Namen Hedwig. Alfred ist in der Hoffnung verschieden, der Frühgeraubten jenseits zu begegnen, und ich hatte es seit Jahren als eine freundliche Gewißheit betrachten gelernt, daß ich nicht zu lange allein hier verweilen und bald mit den Meinigen vereint sein würde. Da geschieht nun das Unerhörte, nicht mehr Gehoffte und Geträumte, daß mein jahrelang beweintes Kind aufersteht, daß mich, nachdem ich schon so ganz abgeschlossen, eine kleine Hand ins Leben zurückwinkt. Sie selbst haben sich gesagt, wie tief ich Ihres Rates und Beistands bedürftig bin, und ich fasse wieder einigen Mut, seit ich Sie neben mir sehe!“
„Gewiß, gewiß, ich bin mit allem, was ich vermag, zu Ihren Diensten!“ rief der Justizrat. „Aber Sie wollten mir ganz klar und so kühl als immer möglich die wundersame Geschichte des Wiederfindens in München erzählen.“
„So kühl als immer möglich!“ versetzte Frau Hermine, schmerzlich lächelnd. „Ich hatte die Sommermonate, wie immer, auf Werninghagen zugebracht und hatte, weil ich wußte, daß ich im September von den Ärzten doch wieder hierher und weiter geschickt werden würde, und wohl auch fürchtete, daß es mein letzter Sommer auf dem alten Gute sein könne, aus Herzensgrund in Erinnerungen, lichten und düsteren, gelebt. Es ward mir schwerer als sonst, mich loszureißen, und mein Blick hing zum Abschied noch lange an den Baumwipfeln des Parkes und am hohen Satteldach des Hauses. Es dünkte mich grausam, daß ich nicht ruhig dort das Ende erwarten sollte, und ich fühlte mich müde wie nie zuvor. Es war mir in dieser Stimmung unmöglich, mich einem Schnellzug zu vertrauen – nur zu kleinen Tagereisen raffte ich mich auf, blieb in Städten, deren Namen ich sonst kaum gehört hatte, und kam in zwei Wochen erst nach München, wo ich wieder mehrere Tage zu rasten beschloß. Ich dachte an nichts anderes, als an ein schattiges Gartenzimmer im Hotel Marienbad, eine Spazierfahrt nach der Menterschweige. Das Theater lockte mich nicht, und selbst zu einem Gang in die Galerien war ich zu matt und abgespannt! Lediglich meiner Begleiterin, Fräulein Sophie Flottwell, zuliebe und weil ich doch jeden Tag ausfahren mußte, nahm ich am zweiten Nachmittag den Weg nach der Oktoberwiese, um ihr, die noch wenig gesehen hatte, die Bavaria zu zeigen. Wir fuhren an einem Zirkus vorüber, und ich ließ die Augen sehr gleichgültig über das den Eingang umdrängende Volk gleiten und hatte gar nicht bemerkt, daß an einem Nebentor des großen Holzbaues ein besonderer Zusammenlauf stattfand. Dort an der Schwelle zu ihren Garderoben waren soeben einige Mitglieder der Kunstreitertruppe an einem Spazierritt angelangt, um sich für die Vorstellung anzukleiden, und ungeschickte Bewunderung und Neugier ließ Herren und Damen der Gesellschaft, die dergleichen schon gewohnt sein mochten, zwischen Roß und Tür Spießruten laufen. Sophie Flottwell hatte ihre scharfen schwarzen Augen gleichfalls dort hin gerichtet, mit einemmal nahm ich wahr, daß sie sich blitzschnell nach mir umsah und dann aus dem Wagen beugte und noch lange, lange, als wir den Zirkus hinter uns hatten, nach demselben zurückblickte. Dabei versank die Plauderhafte in ein so befremdliches Schweigen, daß ich endlich wohl fragen mußte: „Was ist Ihnen, Sophie, was beschäftigt Sie so lebhaft?“ Und nachdem sie mich noch zwei-, dreimal stumm angesehen, versetzte sie endlich:
„Nichts als eine wunderbare Ähnlichkeit mit Ihnen! – die junge Kunstreiterin, die dort eben von ihrem Pferde glitt, war Ihnen wie aus den Augen geschnitten!“
„Wer weiß, was Sie gesehen haben“, gab ich ihr ruhig zur Antwort, aber ich fühlte wohl, daß ich erglühte, und mein Herzschlag wieder einmal – ach, zum hundertstenmal! – zu stocken drohte. Durch meine Seele blitzte der Gedanke, daß Fräulein Flottwell so gut wie nichts von meiner Vergangenheit und am wenigsten vom Verlust meiner Hedwig wisse. Doch nur eine Minute fühlte ich mich überwältigt und schon in der nächsten setzte ich mir vor, nicht wiederum eine bittere Enttäuschung zu erfahren, wie ich schon so viele erlebt. Nicht einmal sehen wollte ich die Kunstreiterin – nein, das doch nicht – sie zu sehen war wohl in jedem Falle meine Pflicht. Und schon als unser Wagen an den Stufen der Bavaria hielt, sagte ich zu meiner Begleiterin: „Wie wär′s, Sophie, wenn wir den Zirkus besuchten und ich mich selbst von der wunderbaren Ähnlichkeit überzeugte?“ Verwundert hörte sie meinen Einfall, widersprach ihm aber nicht, und so betrachteten wir die Riesenfigur und unternahmen eine weite Spazierfahrt auf der Landstraße nach Pasing, um die Zeit der Eröffnung der Vorstellung, die der Kutscher anzugeben wußte, heranzubringen. Sollte ich Ihnen sagen, wie mir in jenen Nachmittagsstunden zumute gewesen, so wüßte ich mich nur zu erinnern, daß ich mich innerlich schalt, meine Abendruhe für einen törichten Einfall, eine nichts bedeutende Zufälligkeit geopfert zu haben, daß dazwischen das traurige Endergebnis von hundert Unterredungen durch meine Seele lief, die wir mit Ihnen gehabt, lieber Justizrat, und daß ich trotz alledem die schleichenden Viertelstunden zählte, die bis zum Anfang der Vorstellung im Zirkus verstreichen mußten. Der Sommernachmittag wollte kein Ende nehmen, meine kranke Brust atmete schwer die heiße Luft und den Staub der Augsburger Landstraße, ich wollte mehr als einmal vorschlagen, doch lieber heimzufahren, und unterließ es nur, weil ich mich meines Schwankens vor Sophie schämte. Ich beschloß jedoch im stillen, den Zirkus zu verlassen, sobald ich der Neugier genügt hätte. So befahl ich denn, als die Stunde endlich herangerückt war, unserem Kutscher, vor einem in der Nähe des Zirkus befindlichen Wirtshaus zu halten und unserer Rückkehr in jedem Augenblick gewärtig zu sein. Dann ließ ich durch Sophie eine kleine Loge nehmen und trat in den Zirkus ein, als er noch ziemlich leer war. Der Zettel mit seinen vielen Verheißungen interessierte mich gar nicht, meine Blicke glitten nur über die großenteils exotischen Frauen- und Mädchen namen hin, und ich versuchte umsonst zu erraten, welche unter den zehn oder zwölf Damen der Kunstreitergesellschaft das junge Mädchen sei, das mir ähnlich sehen sollte. Die Namen sagten mir nichts, und als die Vorstellung begann und ich in dem flitterhaft aufgeputzten Zirkus umherblickte, die Blechmusik in meine Ohren gellte, als ich die Pferde und die Gestalten an mir vorüberfliegen und all die Dinge wieder aufleben sah, an denen ich mich in jüngeren und gesünderen Tagen wohl ergötzt hatte, da überkam mich ein Unbehagen, ein Schamgefühl, wieder einmal das Opfer der bitteren Unruhe und des törichten Traumes geworden zu sein, die mein Leben vergiftet hatten.
„Der Lichterglanz wurde meinen verwöhnten Augen peinlich, ich schlug sie nieder und schloß sie, bis ich plötzlich Sophie Flottwell neben mir sagen hörte: „Das ist sie, sehen Sie selbst, Frau v. der Brüggen!“ Ich schaute hastig empor, eine jugendlich schlanke Reiterin in phantastischer Tracht, das aufgelöste braune Haar lang über Nacken und Rücken herabwallend, stand hochaufgerichtet auf dem Sattel ihres lichten Pferdes und ermutigte dasselbe durch einen französischen Zuruf, rascher auszugreifen.

     (Fortsetzung folgt.)

Dresdner Börse, 2. Januar 1906.Bearbeiten

[Beilage 2-1]

Deutsche Staatspapiere.Bearbeiten

Deutsche Reichsanleihe 3 89,50 G.
      do. 101 b
Sächs. 3% Rente à 5000 M. 3 88,30 bG.
Sächs. 3% Rente à 3000 M. 3 88,30 bG.
Sächs. 3% Rente à 1000 M. 3 88,30 bG.
Sächs. 3% Rente à 500 M. 3 88,50 B.
Sächs. 3% Rente à 300 M. 3 89 B.
Sächs. 3% Rente à 200 M. 3 89 B.
Sächs. 3% Rente à 100 M. 3 89,50 B.
Sächs. Staatsanl. v. 1855 3 93,65 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1852 – 68 à 500 Tlr. 99,90 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1852 – 68 à 100 Tlr. 99,90 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1867 à 1500 M. 99,60 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1867 à 300 M. 99,95 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1869 à 500 Tlr. 99,95 b.
Sächs. Staatsanl. v. 1869 à 100 Tlr. 99,60 G.
Löbau-Zittauer à 100 Tlr. 99,80 G.
Löbau-Zittauer à 25 Tlr. 4 102 G.
Landrentenbriefe 31/3 99,75 B.
Landeskult.-Rentensch. à 6000 M. 31/3 95,75 b.
Landeskult.-Rentensch. à 1500 M. 31/3 95,60 bG.
Landeskult.-Rentensch. à 300 M. 31/3 95,60 bG.
Landeskult.-Rentensch. à 1500 M. 31/3 102,90 G.
Preuß. konsol. Anleihe 3 89,25 G.
Preuß. konsol. Anleihe 101,10 bG.
Bayerische Staatsanleihe

Stadt-Anleihen.Bearbeiten

Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1871 99,90 B.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1875 99,50 B.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1886 99,50 B.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1893 99,50 B.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1900 99,50 B.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1905 99,50 bG.
Drsdn. Stadtschuldsch. v. 1900 4 103,30 b.
Aussiger St.-A. (Kleinb.) 4
Bautzner Stadtanl. 99,?0 G.
Buchholzer Stadtanl. 4 10?,40 B.
Carlsbader Stadtanleihe 4 101,50 B.
Chemnitzer Stadtanl. 1863 99,20 b.
Chemnitzer Stadtanl. 1874 99,20 b.
Chemnitzer Stadtanl. 1879 99,20 b.
Chemnitzer Stadtanl. 1889 99,20 b.
Chemnitzer Stadtanl. 1902 99,20 b.
Döbelner Stadtanl. 1903
Freiberger Stadtanleihe
Freiberger Stadtanleihe 1895
Freiberger Stadtanleihe v. 1904 98,50 G.
Glauchauer Stadtanl. 1903
Leipziger Stadtanl. 1897
Leipziger Stadtanl. 1904 99,75 B.
Löbauer Stadtanleihe
Meeraner Stadtanleihe 4 103 B.
Nürnberger Stadtanleihe 1896
Plauensche Stadtanl. v. 1903 99,50 G.
Plauensche Stadtanl. v. 92 4
Plauensche Stadtanl. v. 97 4 103,50 G.
Pulsnitzer Stadtanleihe
Reichenbacher Stadtanl. 99,25 B.
Reichenbacher Stadtanl. 4 102,25 G.
Riesaer Stadtanleihe
Riesaer Stadtanleihe 4 103 B.
Zittauer Stadtanleihe 3 87,50 B.
Zittauer Stadtanleihe v. 1901 4 102,60 G.
Kreuzkchg. Dresden Schsch. 4

S. Pfand- u. Hypotheken.Bearbeiten

Allg. D. Cred.-Anst.-Pfdbr. 99,30 G.
(Anm. WS: unleserl.)
Kommunalb. Kgr. Sachsen 99,40 G.
Kommunalb. Kgr. Sachsen 4 102,75 G.
Gr.- u. H.-A. Dr. Pfb. S. I u. II 4 103,75 bB.
Gr.- u. H.-A. Dr. Pfb. S. V 104,30 G.
Gr.- u. H.-A. Dr. Pfb. S. III 101,10 G.
do. Gr.-Rentenbr. S. I. u. II 4 102,50 G.
Residenzbaubank-Obligat. 98 G.
Landwirtsch. Pfandbriefe 3 87,75 G.
Landwirtsch. Pfandbriefe 99 b.
Landwirtsch. Pfandbriefe 4 103 G.
Landwirtsch.Kreditbriefe 3 88 bG.
Landwirtsch.Kreditbriefe 99 b.
Landwirtsch.Kreditbriefe 4 102,75 bG.
Lausitzer Pfandbriefe 3 88 G.
Lausitzer Pfandbriefe 100 bG.
3½ % Lausitzer Kreditbriefe 99,90 bG.
Lpz. Hyp.-B. u. Anl.-Sch. S. E 97,90 G.
Lpz. Hyp.-B. u. Anl.-Sch. VII 98 G.
Lpz. Hyp.-B. u. Anl.-Sch. X 97,90 G.
Lpz. Hypth.-Bksch. Ser. C 4
Lpz. Hyp.-Bk. u. Anl.-Sch. S. F 4 103 G.
Lpz. Hyp.-Bk. u. Anl.-Sch. VIII 4 103 G.
Lpz. Hyp.-Bk. Pfdbr. IX 4 102,60 G.
Lpz. Hyp.-Bk. Pfdbr. XI 4 103 G.
Lpz. Hyp.-Bk. Pfdbr. XII 100,30 G.
Meining. Hyp.-Bk-Pfb. VI 4
Meining. Hyp.-Bk-Pfb. b. 1906 unkdb. VII 4 100,60 G.
Meining. Hyp.-Bk-Pfb. b. 1906 unkdb. VIII 4
Meining. Hyp.-Bk-Pfb. Ser. IX 4 103 G.
Meining. Hyp.-Bk-Pfb. Ser. X 97,60 G.
Mttld. Bodenkredit-Pfdbr. 96 G.
Mttld. Bodenkredit-Pfdbr. 4 100,60 G.
Mttld. Bodenkredit-Pfdbr. unkündbar 1907 III 4 101 G.
Mttld. Bodenkredit-Pfdbr. unkündbar 1909 IV 4 101,50 G.
Mttld. Bodenkredit Grundrentenbriefe II 97 G.
Mttld. Bodenkredit Grundrentenbriefe I 3 86,50 bG.
Mttld. Bodenkredit Grundrentenbriefe III 4 101,50 G.
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. 96 G.
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1890 ukb. b. 1900 4
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1899 ukb. b. 1909 4
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1901 ukb. b. 1910 4
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1903 ukb. b. 1912 4 103,60 G.
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1904 ukb. b. 1913 97,50 G.
Preuß. Zentr.-B.-K.-Pfdbr. do. v. J. 1896 a. u. k. 1906 96 G.
Preuß. Zentr.-B.-Kom.-Oblg. 1887/91
Preuß. Zentr.-B.- Kom.-Oblg. v. J. 1896 99,20 G.
Preuß. Zentr.-B.- Kom-Oblg. v. J. 1901 ukb. b. 1910 4
Rhein.-Westf. Bod.-Pfdbr. 4
Rhein.-Westf. Bod.-Pfdbr.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1906 I 99 G.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1908 II 99 G.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1909 III 4 103,20 bG.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1910 V 4 103 G.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1910 Va 100,75 G.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1914 VI 101 G.
S. Bdkr.-Pfdbr. ukb. 1914 VII 4 103,75 G.
Sächs. erbländ. Pfandbr. 99 G.
Sächs. erbländ. Pfandbr. 3
Dresd. Freimaurer-Inst.-Anl. 4
Dresd. Freimaurer-Inst.-Anl.

Ausländ. Staatspapiere.Bearbeiten

Österreich. Papierrente 41/5
Österreich. Silberrente 41/5 101 G.
Österreich. conv. Rente 4 100 G.
Österreich. conv. Rente 4
Österreich. Goldrente 4 100,25 G.
Österreich. Lose von 1860 4
Ungarische Goldrente 4 97,40 bG.
(Anm. WS: unleserl.)
Rumän. Staatsr. v. 1891 4
Rumän. Staatsr. amortis. 5
Türkenlose

Transport-Aktien.Bearbeiten

1 Dresdn. Strßb.-A. 8¾ 8¼ 4
4 Dresdner Fuhrw. 3½ 5½ 4
1 S.-B. Dampfsch. 2 0 4
1 Sächs. Strßb. 6 6½ 4 130 G.
1Ver. Elbschiff.-A.-G. 4 0 4 136,25 G.
1 Mainkette 4½ 4 4

Bank-Aktien.Bearbeiten

1A. D. Cr.-A. Leipzig 8½ 8½ 4 174 G.
1Brl. Sp.- u. Dep.-B. – – fr
1Chemn. Bankverein 4 4 4
1Dresdn. Creditanst. – – fr 7,10 G.
1Dresdner Bank 7 7½ 4 168,20 bG.
1 Dresdn. Bankverein 5 5½ 4 114 bG.
1 Leipz. Hypothek.- Bank 7 7 4
1Löbauer Bank 5½ 6 4 114 G.
1Mitteld. Bodenkred. 4 4½ 4
1Oberlaus. Bank 62/3 7 4
1Reichsb.-Anteile 6,18 7,04 4
1 Sächsische Bank 6 6 4 134 bG.
1 Sächs. Bodenkredit 7 7 4 146,890 bG.
1 Sächs. Diskontbank 6 6 4 114 G.
1 Vorschußb. Freiberg 5 6 4
1 Zwickauer Bank 6 6 4

Pap.- u. Phot. Art.-Aktien.Bearbeiten

7 Chemn. Papierfabrik 0 – 4
1 Chemn. St.-Pr. 6 – 4
10 Chromo, A.-G. 2 4 4 77,50 G.
7 Cröllwitzer Papierf. 12 15 4
1 Dresd. Alb.-Papierf. 8 8 4 137 G.
1 Dresd. Gen.-Sch. M. 45 40 fr
7 Dresdn. Papierfabr. 7 5 4
1 Ernemann, Cam.-Fab. 5 5 4
1 Fabr. photogr. Appar. 0 – 4
1 F. phot. Pap. (Kurz) 10 10 4
1 F. phot. Pap. (Kurz) Genußscheine M. 8 8 fr.
1 Hasser. Maschpapfabr. 4 5 4 105 G.
1 Leykam-Josephsthal 0 5 4 124 G.
1 N.-Schl. H. u. Papfr. 12 12 4 204 G.
7 Peniger Pat.- Papfr. 11 11 4
1 P. Süß, Luxuspapierfr. 1 4 4 105,50 B.
1 Thodesche Papierfbr. 0 0 4 58 bG.
7 Thodesche Vorzugsaktien 90,50 bG.
1 Unger u. Hoffm. A.-G. 10 7½ 4
1 Verein. Bautzner Ppfr. 8 8 4
1 Ver. Fabr. phot. Pap. 14 12 4
1 Ver. Fabr. phot. Pap. Genußsch. M. 45 40 fr.
11 Verein. Strohstoffbr. 3 5 4 103,50 bG.
1 Weißenborn. Ppfbr. 11 12 4
7 Zellstoff-Verein 4 4½ 4
1 Aktges. Trockplttfbr. 10 10 4
1 Aktges. Trockplttfbr. Genußsch. M. 6 10 fr. 70 B.
1 Trockplttfbr. Schleuß 10 10 4
1 Trockplttfbr. Schleuß Genußsch. M. 0 2½ fr.

Baugesellschafts-Aktien.Bearbeiten

1 Bank f. Grundbesitz 8 6 4
6 Residenz-Baubank 8 8 4
1 Dresdner Bauges. 10 9 4 169 b.
1 Dresdn. Bg. St.-Pr. 10 9 4

Masch.- u. Met.- Ind.- Akt.Bearbeiten

7 Fabr. Zimmermann 0 0 4 117 G.
7 Chemn. Fbr. Vulkan 0 0 4
7 Dtsch. Werkz.-Maschf. 0 0 4 109 G.
7 Dtsch. Werkz.-Maschf. Genußsch. M. 0 6,34 fr. 305 G.
1 D. Gasm.-F. (Hille) 8 10 4 161,50 bG.
1 D. Gasm.-F. (Hille) junge
1 Faber u. Schleicher M. 10 12 4
(Anm. WS: unleserl.)
4 Großenhain. Webst. – 4 4 90 G.
4 Karl Hamel (A.-G.) 6 11 4 183 b.
6 Hrtgw. v. Kühnen u. Co. 0 0 4
4 Jakobiwerk 0 3 4 89,50 G.
4 König Fr.-Aug.-Hütte 3 1/3 6 4 127,75 G.
7 Lauchh. kv. à 450 M. 5 8 4 172,75 b
7 Maschinenfabr. Golzern 7 6 4 132 G.
7 Masch. Golzern Vorz. 5 5 4 102 G.
7 Maschinenfabr. Kappel 18 12 4
1 Masch. u. Wz. Paschen 8 6½ 4 127,50 e. bG.
1 Mettw. Luckau u. Steffen 7 8 4 142 G.
7 M.-B.-A. u. Fbr. Seck 11 12 4 208 bG.
1 Phönicia-Werke Görl. 0 0 4 24 G.
10 Radebeul. Emaillierw. 7 – 4 105 bG.
1 S. Carton Masch. 8½ 10 4
1 S. Gußstahlf. Döhlen 8 10 4 202,50 b.
7 S. Gußstahlf. Döhlen Genußsch. M. 12 15 fr 262 bG.
7Masch.-F. Hartmann 0 2 4 134,50 b.
7 Webstuhlf. Schönherr 12 14 4 252,75 b.
5M.-F. Schimmel u. Co. 8 7½ 4 135 G.
4 Schubert u. Salzer 20 20 4 336,50 bG.
7 Th. R. u. Stahlw.-F. 10 10 4
1 Verein. Escheb. Werke 11 11 4 191 G.
7 Verein. Escheb. Werke Genußsch. M. 30 30 fr
11 Vetschau Weißagk A. 5 – 4
7 Petschke u. Glöckner 0 0 4
7 Werkz.-Maschf. Union 0 0 4 95 bG.
7 Zittauer Masch.-F. 17 131/3 4 208 G.
5 Zwickauer Masch.-F. 0 0 4

Elektr. U. u. Fahrrad-F.-Akt.Bearbeiten

1 Akt.-Ges. Poschmann 0 0 4
1 Bergmann, Elektr. W. 17 18 4 316 G.
1 Bergmann, Elektr. W. junge
4 Elektra, Akt.-Ges. 1½ 2 4 82,75 G.
7 Elektriz.-Ges. Pöge 4 5 4 136 bG.
10 Expreß, Fahrradfabr. 0 – 4 70,50 G.
10 Expreß, Fahrradfabr. Vorz.-Akt. 0 – 4 118 G.
1 Leipz. Elektr.-Werke 6 6 4
1 Mehlich, Nähmaschf. 16 15 4 210 G.
1 Seidel u. Naumann 18 18 4 289,50 G.
1 Seidel u. Naum. G. M. 90 90 fr 1120 B.
10 Corona, Fahrradfabr. 14 14 4 212 et. bG.
3 Dtsch. Gußstahlkugelf. 2 4 4 130,50 e. bG
10 Panzerk. Schladitz konv. 5 6 4 115,50 bG.
10 Panzerk. Schladitz konv. Vorz. 10 11 4 171 bG.
10 Nürnb. Bel.-F. Herkul. 9 12 4 198 G.
10 Wanderer F.-R.-W. 24 17 4 288 B.

Brauerei- u. Malzf.-Aktien.Bearbeiten

4 Bank für Brauindustrie 6 4 99,25 G.
10 Akt.-Brauerei Fürth 9 9 4 164,50 G.
10 Balhorns Brauerei 6 4 4 109 G.
10Bautzn. Br. u. Mälz. 9½ 9½ 4 156 G.
10 Berl. Unionsbrauerei 6 6 4
1 Böhm. Brauhaus 10 10 4
10 Kons. Feldschlößchen 5 8 4
10 Braunschw. Nat.-Br. 4 – 4 93 G.
9Brschw. Br. Streitb. 0 – 4
9 Brunner ( M. C. 20) 5 i.D. 4
10 1. Culmb. Exprt.-Br. 25 25 4
8 Culmb. (Rizzi) 0 0 4 82,50 G.
8 Culmb. (Rizzi) B 0 0 4 42 G.
1 Culmb. Exp.-Br. (Petz) 11 10 4
7 Culmb. Mälzerei 6 – 4 115 G.
10 Deutsche Bierbr. 10 10 4 169,25 G.
10 Eberl-Faberbräu 6½ – 4
9 Eßlinger Brauerei 0 – 4
1 Exportbr. Rehau 10 10 4 160 G.
10 Felsenkellerbrauerei 25 20 4
10 Felsenkellerbrauerei Genußscheine M. 50 50 fr. 1024 G.
10 Frkf. Bürgerbräu 6 – 4 120 B.
(Anm. WS: unleserl.)
10 Greizer Vereinsbr. 6 7 4 119 G.
10 Harburger Akt.-Br. 7½ – 4
10 Höcherl-Brauerei 4 – 4 78,75 G.
10 Hofbrh. Vrzgs.-Akt. I 10 10 4 213 B.
10 Hofbrh. Vrzgs.-Akt. II 5½ 6 4 125 G.
9 Kempffsche Br.-Ges. 8 8 4 136 bG.
10 Kiel. Brauer. Eichel 12½ – 4 190 G.
10 Kieler Schloßbrauerei 9 – 4 178 B.
10 Lichtenfels Bayr. B. 10 – 4
1 Löbauer Bierbrauer 5 5 4
10 Mz. B. Schöfferhof 11 11 4 175 G.
9 Meißn. Felsenkeller 6 6 4 125 G.
10 Mittelrh. Brauereig. 0 – 4
10 Mönchsh. Clb.-Exp. 10 – 4 192 G.
10 Nürnbg. Br. conv. 4 – 4
10 Plauensche Lagerk. 4 4 4 109,75 G.
7 Reichelbr. Kulmbach 10 10 4 180 G.
10 Reisewitzer Brauerei 6 6 4 168 B.
10 Reisewitzer Brauerei Genußsch. M. 20 20 fr.
10 Schloßchemnitz Br. 22 – 4
10 Societätsbrauerei 15 – 4 225 G.
10 Straßb. Münsterbräu 7 7 4 123 G.
10 Thüringer Exp.-Bbr. 0 – 4
10 Verein. Frkf. Br. 4 – 4 110 B.
10 Vereinsbr. St.-Pr. 16 14 4
10 Malzfabr. König 0 0 4 35 G.
10 Malzfabr. König La. A. 3 3 4 59 G.
Malzfabr. Mellrichstadt 10 9 4 118 G.
9 Pirn. Malzf. v. Lipps 10 10 4 179,50 G.
9 S. Malzf. Plauen b. Dr. 3 3 4

Porzellan-, Ton- etc. AktienBearbeiten

1 Porzellanfbr. Kahla 30 35 4
1 Porzellanfbr. Kahla Veilsdorf 11 13 4
1 Porzellanfbr. Kahla Genußsch. M. 15 20 fr.
1 Porz.-Fbr. Rauenstein 5 8 4 142 G.
1 Ph. Rosenthal u. Co. 14 18 4 286 G. ex.
1 Porzellanfabr. Triptis 9 10 4 195 G.
1 Porz.-Fbr. Unterweißbach 7 4
1 D. Th. u. Cham.-Fbr. 6 8 4 163,50 G. ex.
1 Ofenfabr. C. Teichert 8 10 4 169 G.
1 Ofenfabr. E.. Teichert 15 20 4 272 G.
1 Ofenfabr. E. Teichert junge – – 4
1 A.-G. f. Glasfabr. 6 0 4 87 B.
1 W. Hirsch Tafelglas 4 2 4
1 Glasind. Siemens 14 14 4
1 Sächs. Glasfabrik 21 23 4 335 bG.
1 Steingut Sörnewitz 14 16 4 244,90 G.


Diverse Industrie-Aktien.Bearbeiten

1 D.-Ost Bergw.-Ges. 8 8 4
7 Hänich. Steinkb.-B. 0 0 4
7 Laurahütte 11 10 4
1 Chem. F. Helfenberg 8 9 4 164 B.
1 Chem. Fab. v. Heyden 8 8 4 169,50 b.
1 Fritz Schuz jr 18 21 4 332,25 G.
1 Gehe u. Co. Aktges. – 11 4 213 G.
1 Bwoll.-Sp. Zwickau 6 10 4 148 G. ex.
1 Chemn. Akt.-Spinn. 3 4 4
1 Dtsche. Jute-Spinn. 8 10 4
1 Geraer do. Lit. A. 24 24 4
1 do. do. Lit. B. 18 18 4
1 Kammg.-Sp. Schedewitz 9 9 4
1 Ksp. Solbrig (B.-A.) 21/3 0 4
4 Weißthaler Akt.-Sp. 4 4 4 101 G.
1 Wstd. Jutesp. u. W. 2 4 4 159 G. ex.
1 Bautzn. Kunstmühle 0 0 4
1do. Gnßsch. M.
7 Eilenburger Mühlen 5 4 4 76 G.
4 L. M.-A.-G. (Uhlm.) 0 0 4
4 Tf. u. Kstm. (Mörbitz) 3½ – 4
(Anm. WS: unleserl.)
7Mblstfabr. (Haas) Kr. 9 i.D. 4 157,50 G.
1Militäreffekt. (Thiele) 8 10 4 203,50 bG.
1Mil.-Eff. Gnßsch. M. 15 20 fr. 270 G.
1A. Loh. Söhne 0 0 4
1Mech. Trbr. (Kunz) 8 8 4 130 G.
1Verein. Fränk. Schuhf. 9 10 4 175,50 G.
1Europäisch. H. (H.-G.) 2½ 0 4 70 G.
1Hotel Bellevue 12/3 0 4
1„4 Jahreszt.“ Mchn. 3 – 4
5Dynamittrst. (Cp. 20) 7½ 8 4
1Erzgeb. Dynamitf. 6 7½ 4 117 G.
7Holzind. Rabenau 3 4 4
7Schles. Holzindustrie 10 10 4 152 G.
1Akt.-Färb. Münchb. 11 10 4 164 G.
1Akt.-Färb. Münchb. junge
7Cartonn.-Industrie 6 8 4 167,50 G.
7do.Gsch.Lit.A.u.B. M. 50 50 fr 710 G.
1Compagnie Laferme 12 12 4
1Aktg. Dtsch. Cognacbr. 0 0 4
1C. Caoutschouc-Co. 45 331/3 4
6Dr. Gard.- u. Spitzenf. 12 12 4
1Nähmasch.-Zwirnfab. 8 6½ 4 111 G.
7Preßh. u. Spr.-F. 82/3 10 4
1Kalliope-Musikwerke 8 6 4
7Kunstanst. B. Groß 8 8 4
1Kunstdr.-Anst. Müller u. Lohse 8 6 4
1Kunstdruck. Prescher 10 11 4
1Kratzenfabr. Mittw. 10 12 4
1do. Gsch. M. 15 18 fr.
7Oberlaus. Zuckerfabr. Löbau 4 105 G.
7Plauener Spitzenf. 10 10 4 161,50 G.
9Gardinenf. Plauen 8 9 4
1Sped. u. Speich. Riesa 8 8 4 165 bG.
1Schl. Cem. Grosch 7½ 10½ 4
1B. F. engl. Sicherheitsz. 10 11 4 209 G.
1Verein Hanfschl.-F. 7 6 4

Obligat. industr. Gesellsch.Bearbeiten

Bank für Brauindustrie 101 G.
Adlerbrauerei z. Düsseldorf
Balhorns Brauerei 4 100,50 G.
Bautzner Brauerei u. Mälz. 4
Einsiedler Brauerei A.-G.
Brauerei Feldschlößchen 4 101, 25 B.
Erste Culmbacher Exportb. 97 B.
Culmb. Exp.-Brauerei Rizzi 4 94,25 b.
Deutsche Bierbrauerei
Feldschlnbr. z. Chemnitz-Kappel 103,50 G.
Gambrinusbr. Anl. v. 99 4
Greizer Vereinsbrauerei 4 100 G.
Hahnenbräu (103 rückz.)
Hansa-Brauerei 101 G.
Hitdorf. Br. Friede (103 rck.) 101 G.
Höcherlbrau ( à 103 rückz.) 101 b.
Hofbrauhaus 4 101,10 b.
Homb. Brauerei (105 rückz.) 4
Kempff Br. Frankfurt 4 100,50 B.
Kieler Br. z. Eiche (105 rckz.) 106 G.
Löbauer Brauerei 4
Mainzer Br. Sch. (103 rckz.) 4 102,25 G.
do      do. 104 G.
Meißner Felsenkellerbr. 4
Mittelrh. Brauereigesellsch.
Plauenscher Lagerkeller 4
Schloßbrauerei Kiel
Soc.-Brauerei Waldschlöß. 4 102 G.
B. Frankf. Brauer (103 rckz.) 4
Dresdn. Malzfabr. (König) 99 B.
Malzfabr. Pirna (à 103 rckz.) 4
Sächs. Mlzfbr. Plauen b. Dr.
Aktiengesellschaft Chromo
(Anm. WS: unleserl.) [Beilage 2-2]
Dresdner Papierfabrik 4 101 G.
Hasseröder Papierf. 102,50 G.
P.-Pf. Penig (105 rckz.) 4 104,25 G.
Ndschl. Holzst.- u. Ppf.
Sbn. Ppierf. (105 rckz.) fr
Luxuspapierfabr. Süß 101 G.
Thodesche Papierfabrik 4 94,75 G.
Ver. Bautzn. Papierfab. 4 100 G.
Ver. Bautzner Papierfab. (103 rz.) 4 104,50 G.
Ver. Strohstoff-Fabr. 101,80 G.
Zellst. Ver. (105 rz.) 102 G.
Weißenb. Pap. v. 1899 4 100,75 b.
Panzerkass. Schladitz 5 103 G.
Bernburg. Maschfab. (103 rz.) 102 G.
Chemn. Ww. Schub u. Salzer (105 rz.) 4
D. W. v. Sond. u. Stier v. 1895 4 97,50 G.
Dr. Gasm.-Fab. Hille 4 102,50 G.
Elektr.-W. v. H. Pöge 104,50 G.
E.-W. Betr.-Akt. Ges. 5 103,50 G.
Fr. Agh. (m. 105 rckz.) 4
Germania (Priorit.) 4 101,25 G.
Görl. Mb.-A.u.E.abg. 4 100,75 G.
G.Mschb.-A.u.Eisng. 103 G.
Hartg.-M.-F. (Kühne) 105 rückz. 4 96,25 B.
Königin Marienhütte 100,25 G.
K. Marienh. 105 rz.
Lauchhammer 4
Rockstroh u. Schneid. 100,50 G.
Jakobiwerk 4
Radeb. Emaillierwerke 4 101,25 G.
Sachsenwerk 4 81 bG.
S. Gußstahlf. Döhlen 4 101,80 B.
S. M.-F. Hartmann 105 G.
Schimmel u. Co. 103,25 bG.
Th. Elektr. u. Gasw.
Verein. Escheb. Werke 105,40 B.
Vetschau-Weißagker
Wf. Petschke u. Glöckner 4
Deutsche Straßenbahn 4
d.v. 1898b.1903 n. rckz. 4 99,80 B.
d.v. 1902b.1907 n. rckz. 4 100,30 G.
Dresd. Straßenbahn
Tramw. Co. of Germ. 4
Zwickauer Straßenb. 104 G.
Dr. Fhrwg. (m.103rz.) 4
D.-Ö. Dsch. (m.102rz.) 4
Sächs.-B. Dmpfschiff. 102,50 G.
Ver. Elbschiff-A.-G. 4 102,50 G.
do. v. 1./5. 1902 4 101,80 G.
do. v. 2./1. 1904 4 101,80 G.
A.G. f. Crtn.-Jd. rz. 105 4 103 G.
Siemens Glas 103 r. 4 ½
Bank für Bauten 4 ½ 102 G.
Bautz. Tuchf. u. Kstm. 41/3 100,50 G.
Chem. Fabr. v. Heyden (m. 103 rückz.) 4 ½ 104,25 G.
Chemn. Akt.-Spinn. (m. 103 rz.) 4 ½ 104,75 G.
Dtsch.-Jutesp. u. Web. 4 100,75 G.
D. Tr. u. C.-F. (105rz.) 4 102,25 G.
Dresdn. Näh. u. Zwrnf. 103 G.
Dresdn. Bauges. Prior. 4 99,80 G.
Dresd. Zt.-Schlachthof I 4 99,80 G.
do. do. II. 4 99,80 G.
Dr. G. u. Sp.-M. Prior. 4
Dr. G. u. Sp.-M. Prior. 41/3 104,25 B.
Dr. Preßhff. Bramsch 104,80 b.
El Jutesp. Bischweiler 4
Ermannsd. Spinnerei (rückzb. 105) 4
F. phot. App. à rckz. 4 100,25 G.
Falkenstein. Gard.-W. u. Bleicherei 102,60 G.
H. v. Donnersmck. H.-A. 4
Kalliope Musikwerke 5 102 B.
Kamg.-Sp. Schedewitz 4 101,25 G.
Trik.-F. Leipz.-Lind. 5
Mech. Treib-F. Kunz 4 99,50 B.
Nd. Jutesp. (à 103 rz.) 4
Porzell. Fabrik Kahla 4
Porz. Rosenth. (rz. 102) 5
Porzell. Unterweißb.
S. Holzi.-G. Rabenau 4
S. Nähfd. Heydenreich 4 102,50 G.
Sl. Hzi.-G. Langenöls 102,50 G.
S. H. Lgnöls II. Em. 102,50 G.
Speicher u. Spedit. 102,75 B.
Ernst Teichert 103 B.
Fränk. Schuhfabriken 4
B. Radeb. Glash. II. E. 5
Verein. Tonwaren
Weißth. A.-Spinn.
Wurz. Teppichf. Konv. 90,25 G.
Zckf. Münsterb. (105rz.)
Zwick. Kammgarnsp. (rckz. à 102 %) 103 G.
Die im Kursblatt den Industrieaktien vorgedruckten Ziffern bezeichnen die Abschlußmonate der betr. Unternehmung; z, B. 1 = Januar, 4 = April etc.
Wechsel. Amsterdam pr. 100 Fl, 3 %k. S. – – – –, 2M. –,– Brüssels, Antwerpen pr. 100 Frcs. 4% k. S. – – 2 M. –,–, London per Pfd. Sterl. 4 %, k. S. – – – –, 3 Mon, –,–, Paris per 100 Frcs. 3% k. S. – – –, 2 Mon. –,–, Wien 3 M. pr. 100 fl. –,–, 4½ % k. S. –,–.
Eisenbahnprioritäten. Aussig-Teplitz 3½ % Gold – – – –3½ %, Priorit 94,25 B., Böhm. Nordbahn 4 % Gold 100,40 bG., Buschtiehrader I. bis III. Emission – – – –Buschtiehrader Priorit., 1896 steuerfrei 100,60 G, Österr. Franz. alte Gold –,–, Südösterr. Lombardische, alte Gold – –,–.
Sorten u. Banknoten. Österr. Banknoten 85,05 b., Russische Banknoten –,–, 20 Frcs. –,–.

Neueste Börsennachrichten.Bearbeiten

[Beilage 2-2]

Leipzig, 3 Januar. (Schlußkurse.) Wechsel Amsterdam kurz 168,90, London kurz 20,41, London lang 20,23, Paris kurz 81,35, Wien kurz 84,80, Wien lang 83,90
Staatspapiere. Sächsische Rente 88,25, sächs. Staatsanleihe v. 1855 93,50, do v. 1852 – 1868 99,85, do. v. 1869 99,85, Löbau-Zittau B 102,00, sächsische Landrentenbriefe 99,50, Dresdner 1875 99,25, Erbländer 3 ½ % große 99,00, Mansfelder Gewerkschaft von 1867 100,60, do. von 1875/79 100,60, do. von 1862 100,60, do. von 1883 100,60. Österreichische Bank-und Staatsnoten 85,05.
Prioritäten. Aussig-Teplitz Gold 93,90, böhmische Nordbahn 100,55, Buschtiehrader konv. 1896 100,80, Dux-Bodenbach 109,00, Pilsen-Priesen 100,10, Prag-Dux –,–, Buschtiehrader Bahn 281,50.
Bank-und Kreditaktien. Allg. Deutsche Creditanstalt 174,50, Chemnitzer Bankverein 113,50, Kredit- und Sparbank –,–, Dresdner Bank 168,00, Dresdner Bankverein 113,00, Leipz. Hypothekenbank 147,25, Sächs. Bank 133,75, Zwickauer Bank –,–, Mansfelder Kuxe 1100.
Industrieaktien. Germania (Schwalbe) 112,50, Golzern 132,50, Hartmann 134,00, Schönhell 250,50, Sondermann 109,60, Zimmermann 118,10, Baumwollspinnerei Mittweida 320,00, Solbrig 68,00, Tittel u. Krüger 122,00, Nationalbrauerei 94,00, Elektrische Straßenbahn 102,00, Prescher Nachf. 162,50, Leipziger Elektrizitätswerke 137,50, Schubert u. Salzer 333,50, Fritz Schulz 336,00.
Berlin, 3. Januar. (Vorbörse 12 Uhr 30 Min. ) Kredit 213,75, Handelsgesellsch. 173,75, Deutsche Bank 243,40, Diskont 190,90, Dresdner Bank 168,50, Staatsbahn 142,60, Lombarden 24,60, Baltimore u. Ohio B. 115,00, Canada Pacific 175,75, Warschau-Wien 131,60, Türkenlose 142,70, Bochumer 249,50, Dortmunder 100,90, Laura 250,25, Gelsenkirchen 229,50, Harpener 218,00, Lloyd 127,90, Dynamit 179,75 Fest.
Berlin, 3. Januar. Die heutigen Schlußkurse sind noch nicht eingetroffen.
Berlin, 2. Januar (Schlußkurse.)
Wechsel: Amsterdam kurz 168,90, Brüssel kurz 81,20, Italien kurz 81,20, London kurz 20,40.5, do. lang 20,24, Paris kurz 81,35, St. Petersburg kurz 213,50, Wien kurz 84,95, do. lang 84,30, Frcs.-Stücke 16,25, österreich. Banknoten 85,10, russische Banknoten 214,00
Deutsche Fonds: 3½ % Reichsanleihe 1905 101,10, 3½ % do. –,–, 3½ % do. 89,20, 3½ % Preuß, Konsols 1905 101,20, 3½ % do. –,–, 3 % do. 89,20, 3 % Sächs. Staatsr, 88,00.
Ausländ. Fonds: 4 % 1897 er Argentinier 89,30, 5 % Chinesen von 1896 102,75 4½ % Chinesen von 1898 97,50, 4 % Italiener 105,90, 4½ % Japaner 95,60, 5 % Mexikaner von 1899 –,–, 4 % österreichische Goldrente 100,40, 41/5 % Silberrente –,–, 4½ % Portugiesen Serie III 68,00, 5 % Rumänier –,–, 4 %, amortisierbare Rumänier von 1890 94,50, 4 % Russen kons. Anl. 1880 83,70, 4 % Russen 1889 25 R. –,–, 4 % d. 1890 II. Em. –,–, 4 % do. 1889 E. Anl. 83,80, 4 % russische Staatsrente 80,20, Serbische Anleihe von 1895 81,10, 4 %, Spanier –,–, Türkenlose 141,75, 4 % ungarische Goldrente 97,30, 4 % do, Kronenrente 96,00, 4½ %, Buenos-Aires Gld.-A. 1888 –,–, 6 %, Buenos-Aires Stadtanl. n. Usance 102,00, Serbische Goldpfandbriefe 5 % 101,75,
Hypotheken. Preuß. Pfandbr.-Bk. 100.75,
Deutsche Bahnen: Lübeck-Büchener 189,00.
Deutsche Klein- und Straßenbahnen Allgemeine Deutsche Kleinbahn 91,25, Dresdner Straßenb. –,–, Große Berliner Straßenbahn 195,60, Hannoversche Vorzugsaktien 85,252.
Ausländische Bahnen: Aussig-Teplitzer –,–, Böhmische.Nordbahn –,–, Buschtiehrader B –,–, Österreichisch-Ungar. Staatsbahn 144,00, Österreichische Nordwestbahn –,–, Österr. Elbetalbahn, –,–, Südosterreich. Lombarden 24,90, Kanada-Pacific 176,00 Mittelmeerbahn 89,75, Luxemburg Prinz Henrybahn 176,00.
Schiffahrtsaktien: Hamburg-Amerikanische Paketfahrt 166,20 Hansa 139,30, Norddeutscher Lloyd 127,70. Vereinigte Elbe- u Saaleschiffer 137,00,
Banken: Berliner Handelsgesellschaft 173,00, Darmstädter Bank 149,10 Deutsche Bank 243,90, Diskonto-Kommandit 190,80, Dresdner Bank 166,00, Dresdn. Bankverein 114,00, Dresdner Creditanstalt 7,25, Gothaer Grundkreditbank 165,50, Leipziger Kreditbank 174,00, Mitteldeutsche Bodenkredit 95,50, Nationalbank 131,25, Österr. Kredit. ult. 214,40, Preuß Pfandbriefbank 146,00, Reichsbank 157,00, Sächsische Bank 132,50, Sächsische Bodenkreditanst. 147,00, Schaaffhausensche Bankverein 164,80.
Industrie. Böhmisches Brauhaus 194,25, Deutsche Bierbrauerei A. -G. 169,25, Vereinsbrauerei konv. 225,00, Erlanger Brauer. 98,00, Höcherlbräu 77,00, Kieler Schloßbrauerei 173,00, Reichelbräu 180,00, Schöfferhof. 174,10, v. Tuchersche Brauerei 254,25, Bank für Brauindustrie 99,00, Bergmann, Elektr. 316,75, Berliner Maschinen (Schwartzkopf) 242,50, Bochumer Gußstahl 249,75, Busch Waggon –,–, Cartonnagen Loschwitz 306,00, Cartonnagen, junge, 165,00, Chemische Fabrik Heyden 167,75, Chemnitzer Werkzeug 117,00, Chemnitzer Wirkw. Maschinen 328,50, Deutsch-Österreichische Bergwerks-Gesellschaft 176,00, Deutsche Gas-Glühlicht 345,00, Deutsche Tonröhren- und Chamottefabrik 165,00, Donnersmarkhütte 259,00, Dortm Union Lit. C. 102,25, Dresdner Baugesellschaft 168,50, Dresdner Gardinen 195,50, Duxer Kohlenwerke 184,00, Dynamit-Trust 180,30, Elektra, Dresden, 81,90, Gelsenkirchen 230,40, Görlitzer Masch. konv. 151,50, Harpener 216,80, Hartmann Masch. 133,25, Hörderhütte St.-Pr. Lit. A. 198,90, Hüttig, photogr Apparate –,–, Kahla Porzellanfabrik 484,50, König Wilhelm St-Pr. 343,00, Lauchhammer conv. 171,50, Laurahütte 249,20, Ludwig Löwe u Co. 270,00, Louise Tiefbau St.-Prior. 117,00, Luckau u. Steffen 143,75, Maschinenfabrik Kappel 242,00, Mühlenbau Seck 207,75, Nürnbg. Veloziped 195,00, Orenstein u. Koppel 217,50, Porzellanfabrik Rosenthal 286,00, Porzellanfabrik Triptis –,–, Sächs.-Böhm. Portl Cement 179,80, Sächs. Cart.-Maschinenfabr. 154,00, Sächs Gußst. Döhlen 282,50, Sächs. Kammgarn A.-G. –,–, Sächs. Webstuhlfabrik –,–, Schimmel. Maschinen 134,00, Sentker Vorz.-A. 118,50, Siemens Glash. 260,25, Vereinigte Hanfschlauch 145,50, Wiede. Maschinen Lit. A. 100,10, Zellstoff-Verein 99,00 Tendez: Fest.
Privatdiskont 37/8 %
Nachbörse, Österreich. Kredit 213,90, Berliner Handelsges, 173,60, Commerz- u Diskontbank 122,60, Darmstädter Bank 149,25, Deutsche Bank 243,75, Diskonto 191,10, Dresd. Bank 166,50, Nationalbank 131,10, Schaaffh. Bank 165,50, Russische Bank 133,50. Wiener Bankverein 145,70, Lübeck-Büchner –,–, Franzosen 142,75, Lombarden 24,40, Anatolische Eisenbahn-A. –,–, Baltimore und Ohiobahn 114,40, Kanada 176,30, Gotthardb. –,–, Ital. Meridionalbahn 145,50, Ital. Mittelmeerbahn 90,40, Luxemb. Prinz Heinrich 126,90, Warschau-Wiener –,–, 3 % Deutsche Reichsanl. 89,25, 6 % Buenos Aires –,–, 4½ % Chines. Anleihe –,–, 4 % Japaner 95,40. 4 % Russische Anl. 1902 84,25, Rusl Anl. v. 1905 92,50, 4 % Spaniische Anleihe, äußere 92,25, Türken unif. 1903 –,–, Türkische Lose 143,00, Ungarische Kronenrente –,–, Bochumer 249,25, Deutsch-Luxemburger Berg-B-Akt. 267,50, Dortmunder C. 102,00, Laurahütte 248,90, Rheinische Stahlwerke 205,50, Konsolidat. Bergw.-Aktien –,–, Gelsenkirchen 229,25, Harpener 216,50, Große Berl. Straßenbahn 196,25, Hamb. Paketf. 166,00, Hansa Dampfschiffahrt 139,25, Lloyd 127,90, Dynamit 180,50, Edison 221,25, Tendenz: Fest.
Frankfurt a. M., 2. Januar. (Offizielle Schlußkurse.) Österreich. Kreditaktien 214,40, Staatsbahnen 143,50 ex., Lombarden 24,60 Silberrente 100,20, ungarische Goldrente –,–, Dresdner Bank 166,80, Ägypter –,–, österreich. Goldrente 100,10, Wechsel auf London 20,40.5, Wechsel auf Wien 84,90, Diskonto 191,10. Fest.
Nachbörse: Kredit 214,50, Diskonto 191,20.
Wien, 3. Januar. (Vorbörse) 12 Uhr 25 Minuten, Türkenlose 149,00, österreichische Staatsbahnaktien –,–, lombard. Eisenbahnaktien 122,25, Österreichische Kreditaktien 680,00, Alpin Montan 533,00, Markn. 117,52. Fest.
Paris, 2. Januar. (Schlußkurse). 3 % Franz. Rente 99,20, 4 % Argentiner von 1896 93,75 4 % Argentin. ormix. 97 1900 90,85, 4 % Italienische Rente 106,45, 3 % Portugiesen 3. Serie 69,35, 4 % Rumänen von 1898 91,50, 4 % Russ. kons. Anl. I. u II. 85,00, 4 % Russen kons Anl. v.1901 86,05, 3 % Russen v. 91, I. u. II. Em. 94 73,00, 5 % Russ. Schatzscheine v. 1904 492,00, 4 % Serben 82,65. spanische äußere Anleihe 93,05, 4 %, Türk. unifiz. Anleihe 91,50, Türkische Lose 142,00, 4 % Türk priv. Anl. v. 1902 –,–,. Türk Tabakakt. 381,00, 4 % Ungar. Goldrente 98,00, Harpener 1623, Rio-Tinto-Akt. 1695, Sosnovice 1254, Suezkanal-Alt. 4373, Metropolitain 543,00, Ital. Merid.-Akt. –,–, Österr, Staatsb. –,–, Österreich Südbahn –,–,. Nord de l'Esp 171,00, Saragossa 305,00, Banque de France –,–, Banque de Paris 1455. Banque Ottomane 603,00, Credit Lyonnais 1098, De Beers Akt. 438,00, East Rand 161,00 Geduld 135,50, General Mining Shares 54,75, Goldfields 147,00, Ad. Görz u Co. 51,00, Huanchaca 138,50, Lancaster 20,00, New Goch 46,25, News Steyn 48,75, Randmines 185,00, Robinson 218,00, Privatdiskont –,–, Wechsel auf Amsterdam 205,50, Wechsel auf deutsche Plätze kurze Sicht 1215/8, Wechsel auf deutsche Plätze lange Sicht 121⅜, Ital. Wechsel pari, Wechsel London kurz 25,08, Schecks auf London 25,10½, Span. Auszahlung 395,50 Fest.
London, 2. Januar. (Schlußkurse.) 2½ % Engl. Konsols 89¾, 3 % D. Reichsanleihe 88, 5 % argentin. Eisenbahn-Anleihe v. 1890 99¾, 5 % argentin. Goldanleihe 102, 6 % fund. Arg. Anl. –,–, 4 % Arg Anl von 1897, 89½ % 4 % Arg Anl. von 1900 89½, 5 %, Buenos Waterworks 101, Brasilian 89er Anleihe 87, 5% Chinesen 1896 103, 1898er Chinesen 99, Griechisch 81er Anl. 50¼, Griechen kons. Anl. v. 1889 39½, 3½ % Rupees 65⅞, italienische 5 % Rente 104¼ 4 % japan. Anl. 92⅞, 4½ % Japaner II. Serie 6†, 5 % Japaner 100¾, 5 % konsolidierte Mexikaner101¾, 3 % Portugies. neue 68½, 4 %, 89er Russen 2. Serie 84½, 4 % Spanier 91⅜, 4 % Türken unif. Anl 90½, 4 % ungarische Goldrente 95¼, Ottomanbank 14, Anatolier ------, Anaconda 141/16, De Beers def. 175/16, Rio Tinto 67½, Lomb. –, Baltimore and Ohio 117, Canada Pacific 179⅞, Chicago Milw. 187 Denver Rio Pref. 90½, Louisv. und Nahsv. 156, New York Ontario 53⅞, Southern Pacific 68, Norf. Western preferred –, Union Pacific 155¼ Platzdiskont 3⅝, Silber 301/16, Fest.
London, 2. Januar, nachm. 5 Uhr 57 Min. Bechuanaland Exploration 0,78 Cape Copper 5,81, Consolidated Goldfields of S Afrika 5,81, De Beers 17,31, Durban Roodepoort 3,75, New Jagersfontein deferred 7,56, Transvaal Mining and Gold Estates 1,43 Chartered 1,78, East Rand 6,40, Randmines 7,37, Shebas 9/0. Fest.
____________
Diskontsätze. Reichsbank 6 %, Amsterdam 3 %, Brüssel 4 %, London 4 %, New York 5 % Paris 3 %, St. Petersburg 7 %, Wien 4½ %.

Amtlicher Bericht der Königl. Kommission für das VeterinärwesenBearbeiten

über die am 31. Dezember 1905 im Königreiche Sachsen herrschenden ansteckenden Tierkrankheiten. [14]

1. Milzbrand.Bearbeiten

Amtsh. Dresden-N.: Oberpoyritz (1 Gehöft); Pirna: Krietzschwitz (1); Glauchau: Rödlitz (1); Schwarzenberg: Alberoda (1); Zwickau: Langenbernsdorf (1); Plauen: Unterreichenau (1); zus. 6 Gem. u. 6 Geh.

2. Tollwut.Bearbeiten

Amtsh. Zittau: Olbersdorf (2); Löbau: Dittersbach (1); Bautzen: Ringenhain (1); Pirna: Stolpen (1); Grimma: Nemt (1); zus. 5 Gem. u. 6 Geh.

3. Rotz.Bearbeiten

Amtsh. Oschatz: Strehla (1).

4. Lungenseuche des Rindviehs.Bearbeiten

Amtsh. Grimma: Otterwisch (1).

5. Schafpocken.Bearbeiten

Amtsh. Leipzig: Schönau (1).

6. Bläschenausschlag der Rinder.Bearbeiten

Amtsh. Großenhain: Priestewitz (4).

7. Schweineseuche einschl. Schweinepest.Bearbeiten

Amtsh. Dresden-A.: Rippien (1); Stadt Dresden (1); Freiberg: Colmnitz (1); Großenhain: Skassa (1), Wülknitz (1), Zottewitz (1): Leipzig: Wiederitzsch (1); Borna: Borna (2), Kahnsdorf (1). Schnaudertrebnitz (1); Rochlitz: Diethensdorf (1), Wiederau (1); Glauchau: Niederlungwitz (1); Schwarzenberg: Breitenbrunn (4), Schwarzenberg (1); Zwickau: Chursdorf (1), Schönau (1), Wiesenburg (1); zus. 18 Gem. u. 22 Geh.

8. Geflügelcholera.Bearbeiten

Amtsh. Dresden-A.: Gittersee (1); Meißen: Miltitz (7), Roitzschen (1); Döbeln: Roßwein (1); Zwickau: Lauterbach (1); zus. 5 Gem. u. 11 Geh.

9. Hühnerpest.Bearbeiten

Amtsh. Schwarzenberg: Schwarzenberg (1).

10. Brustseuche der Pferde.Bearbeiten

Stadt Dresden (2); Großenhain: Adelsdorf (1), Bieberach (1), Skassa (1); Leipzig: Leipzig (1), Probstheida (1); Borna: Borna (1); zus. 7 Gem. u. 8 Geh.

11. Gehirnrückenmarksentzündung der Pferde.Bearbeiten

Amtsh. Kamenz: Obersteina (1); Meißen: Krögis (1); Flöha: Leubsdorf (1); Glauchau: Mülsen St. Niclas (1); zus.: 4 Gem. u. 4 Geh.

Eingesandtes.Bearbeiten

[11]

Die Nachfrage nach fertiger Herren-Bekleidung englischen Genres steigt mit jeder Saison, weil diese bei erheblich billigeren Preisen den vorzüglichsten Ersatz für feine Maß-Konfektion bildet. Erfahrungsgemäß paßt für eine normale Figur ein fertig gekauftes Kleidungsstück ebenso gut, als die nach vielen Anproben hergestellte Bekleidung.
Die Firma Gustav Tuchler Nachf., Hoflieferant, Geschäftslokale: König Johann-Straße 2 und Prager Straße 6, legt besonderes Gewicht darauf, das Geschmackvollste in Fassons und Stoffen zu bringen und führt das Beste, was in fertiger Bekleidung englischen Genres gemacht wird, so daß diese der feinsten Herren-Schneiderei entspricht. Anzüge und Mäntel von 35 M. an.


[12]

Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. Aktienkapital 80 000 000 Mark. Reserven ca. 33 000 000 Mark. Zur Annahme von Mündelgeldern im Falle des §. 1808 des Bürgerl. Gesetzbuches ermächtigt.
Scheck- und Kontokorrent-Verkehr., Versicherung gegen Auslosungs-Verlust. Vermögensverwaltung. Wechsel-Diskont und Inkasso. Offene und geschlossene Depots. Effekten-An- und Verkauf. Schrankfächer (Safes). Lombardgeschäfte. Reisekreditbriefe.
Für Bareinlagen gewähren wir bis auf weiteres:
a) ohne vorherige Kündigung 3%
b) mit einmonatiger Kündigung 3½ %
c) dreimonatiger Kündigung 4 %
d) sechsmonatiger Kündigung 4 % Zinsen pro anno.
Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt Abtheilung Dresden Altmarkt 16.
Wechselstuben u. Depositen-Kassen: A Dresden-Neustadt, Am Markt 1, B Dresden-Blasewitz, Schillerplatz 17, C Dresden-L.öbtau, Reisewitzer Str. 13, Ecke Kesselsdorfer Str.
Geschäftsstunden: vormittags von 9 – 1 Uhr, nachmittags von 3 – 6 Uhr, Sonnabends von 9 – 3 Uhr.


[12]

K. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn-Gesellschaft. Ausfolgung neuer Zinsscheinbogen zu den 3½ % Schuldverschreibungen vom Jahre 1896.
Da der Zinsschein Nr. 20, zahlbar am 31. Dezember 1905, der letzte Zinsschein ist, welcher den 3½ % Schuldverschreibungen bei k. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn-Gesellschaft vom Jahre 1896 beiliegt, gelangen vom 5. Jänner 1906 angefangen gegen Einziehung des Talons neue Zinsscheinbogen bei nachstehen Zahlstellen zur Ausgabe:
in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt,
in Berlin bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft, bei der Bank für Handel und Industrie, bei Herrn S. Bleichröder,
in Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt Abtheilung Dresden,
Frankfurt a. M. bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft, bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie,
in Prag bei der Filiale der k. k. priv. österr. Kredit-Anstalt für Handel und Gewerbe, bei der Böhmischen Eskomptebank, bei Herrn Moritz Zdekauer,
in Wien bei der k. k. priv. österr. Kredit-Anstalt für Handel und Gewerbe, bei der k. k. priv. allgemeinen österr. Boden-Kredit-Anstalt,
In Teplitz bei der Hauptkassa der k. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn-Gesellschaft.
Die P. T. Herren Besitzer der vorgenannten Schuldverschreibungen werden daher eingeladen, behufs Behebung der neuer Zinsscheinbogen die Talons mittelst zweifacher Konsignation, in welcher die einzureichenden Talons nach Kategorien getrennt und nach Nummern arithmetisch geordnet einzutragen sind, einer der genannten Zahlstellen zu übergeben,
Die Formulare der Konsignation werden den Heuen Besitzern der Schuldverschreibungen über Belangen von den Zahlstellen ausgefolgt.
Wenn der Austausch der Talons gegen die neuen Zinsscheinbogen nicht sofort erfolgen kann, erhält der Einreicher eine Quittung über die vorgelegten Talons, welche Quittung bei Empfangnahme der neuen Zinsscheinbogen zurückzustellen ist.
Teplitz. im Dezember 1905, Der Verwaltungsrat (Nachdruck wird in keinem Falle honoriert.)

[12]

Venedig. Hotel d'ltalie Bauer. Julius Grünwald sen. Besitzer.


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Konzert mit Orchester: Mischa Elmann. Sonnabend, den 20. Januar, abends 7 Uhr, Gewerbehaus: Karten à 5, 4, 2½, 1½ Mk. bei F. Ries (Kaufhaus) von 9 – 1, 3 – 6 Uhr. – Bestellungen auf Plätze auch bei Ad. Brauer (F. Plötner), Neustadt. Arrangement der Firma F. Ries.

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Konzert: Merrick B. Hildebrandt (Violine) und Mariannina Hildebrandt - L′Huillier (Klavier) Sonnabend, den 20. Januar, abends 7 Uhr, Musenhaus: Karten à 4, 2½, 1½ M. bei F. Ries (Kaufhaus) von 9 – 1, 3 – 6 Uhr. – Bestellungen auf Plätze auch bei Ad. Brauer (F. Plötner), Neustadt. Arrangement der Firma F. Ries.

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Weinhandlung und Weinrestaurant „Der Hubertuskeller“, Scheffelstrasse 21., Erstklassige Küche und Keller.

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Cigarren-Abschnitt-Sammel-Verein, Dresden. (Wohltätigkeitsverein, gegr. 1877.) Vom 6. bis mit 9. Januar 1906 in den unteren Lokalitäten des Gewerbehauses (Ostra-Allee) Ausstellung von den im Jahre 1905 gesammelten Gegenständen, als: Flaschenblei, Champagnerkorke, Cigarrenbänder sowie Cigarrenspitzen von zirka 8 Millionen Zigarren.

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Für Ball: Ballstoffe Crêpe de Chines, Mousselines usw. Moritz Hartung Waisenhausstraße 19. Hauptstr. 36.

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Das hochherrschaftliche, sehr geräumige Herrenhaus eines in der sächs. Schweiz herrl. gelegenen u. sehr bequem erreichbaren Rittergutes mit Jagd ist möbliert o. unmöbliert per sofort oder später zu vermieten. Anfragen unter H. R. Geschäftsst. d. Bl. erbeten.

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Haasenstein & Vogler, A.-G. Erste und älteste Annoncen-Expedition Dresden Schloß-Str. 6, I. Annahme von Inseraten für alle existierenden Blätter des In- und Auslandes.

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Traueranzeige Preil Heute mittag ¼1 Uhr verschied am Herzschlag unsere heißgeliebte unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau verwitwete Geheimrat Therese Preil geb. Sickel.
Dies zeigt im tiefsten Schmerz zugleich im Namen der übrigen Hinterbliebenen an Fanny Fellmer geb. Preil.
Dresden, Querallee 1, Berlin, Magdeburg, 2. Januar 1906.
Die Feier findet Freitag, den 5. Januar, 1 Uhr mittags im Trauerhause (Körnerstraße 7) statt, daran anschließend die Beisetzung auf dem inneren Neustädter Friedhofe.

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Traueranzeige Martini Am Morgen des 3. Januar verschied nach kurzem Krankenlager plötzlich am Herzschlag unsere geliebte Schwester und Schwägerin Fräulein Elise Martini.
Nur hierdurch diese Anzeige im Namen der tiefbetrübten Angehörigen.
Dresden, 3. Januar 1906. Geh. Sanitätsrat Dr. Martini.

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Traueranzeige Kröll Allen Freunden und Bekannten die schmerzerfüllte Nachricht, daß mein zu Besuch hier weilender Schwiegervater Herr Jacob Kröll aus Mannheim plötzlich infolge eines Lungenschlages verschieden ist.
Dresden, den 2. Januar 1906.
Konzertmeister Rudolf Bärtich und Frau.

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Traueranzeige Feller Heute morgen ½4 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere heißgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie verw. Geheimrätin Feller geb. von Lahr im 79. Jahre ihres reichgesegneten Lebens,
Die tiefgebeugten Hinterbliebenen.
Die Zeit der Beerdigung wird morgen bekannt gegeben.

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Danksagung Wuschanski Das Domkapitel St. Petri zu Bautzen hat bei dem schweren Verluste, den es durch das Hinscheiden seines unvergesslichen Dekans, des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. theol. Georg Wuschanski,
Bischofs von Samos, Protonotars ad instar particip. Sr. Heiligkeit des Papstes, Apostolischen Vikars im Königreich Sachsen, Administrators ecclesiasticus im Königl. Sächsischen Markgraftum Oberlausitz, Komtur des Königl. Sächsischen Verdienstordens etc. etc.,
erlitten hat, von allen Seiten, bei königlichen und städtischen Behörden, Präsidium und Landständen der Ersten Kammer, den Lausitzer Landständen, der Geistlichkeit und Lehrerschaft, bei Korporationen und Vereinen, in allen Teilen der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession so ausserordentliche überaus wohltuende Teilnahme gefunden, dass es demselben Herzensbedürfnis ist, hierfür seinen wärmsten und tiefgefühlten Dank andurch auszusprechen.
Bautzen auf dem Dekanate, den 2. Januar 1900. Das Domkapitel St. Petri. J. Skala, Can. Cap. Senior.

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Die glückliche Geburt eines Knaben zeigen nur hierdurch an Leipzig, am Sylvester 1905. Georg Merseburger und Frau Alice geb. Gensel.

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English-Buffet American-Bar first class, Voigts Wein-Restaurant „Zur Traube“, Bestfrequentierte Weinstuben, Weissegasse 2 nächst der König Johann-Strasse. Renommierte Küche. Weine erster Firmen.

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Städtische Beamtenschule zu Nerchau. Erziehungsanstalt für die mittlere Gemeindebeamtenlaufbahn in zweijährigem Kursus.
Anmeldungen für das kommende Ostern beginnende, neue Schuljahr werden vom Unterzeichneten entgegengenommen.
Beizubringen sind: letzte Zensur bezw. Entlassungszeugnis, sowie Geburts- und Tausfbescheinigung.
Vorstellung des Anzumeldenden ist erwünscht. Ausführlicher Jahresbericht mit Prospekt durch cand. rev. min. Hemmann, Dir.

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Gewerbehaus. Morgen Donnerstag, den 4. Januar: Gesellschafts-Konzert der Gewerbehauskapelle (vorm. Trenkler), 50 Mitglieder. Direktion: Kapellmeister Willy Olsen.
Einlass 7 Uhr, Anfang ½8 Uhr, Eintritt 1 Mk. Sonnabend, 6. Januar (hohes Neujahr): Zwei Konzerte. Anfang 4 und ½8 Uhr. Entree 50 Pf.

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Tafelgeschire in jeder Preislage u. jeder Zusammenstellung. Königl. Hoflieferant Anhäuser, König Johann Strasse.

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Musikunterricht an Anfänger wird erteilt in der Grundschule für das Königl. Konservatorium.
Aufnahme jederzeit; Kinder vom 7. Jahre an. Monatspreis: 6,60 M., Jahrespreis: 66 M. Unterrichtsanstalten: Landhausstraße 11, II; Werderstraße 22, pt.; Bautzner Straße 22, I; Haydnstraße 9, I.

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Frühjahrsreisen
nach dem Orient
28. Januar 74Tage 3940 Mark Aegypten, Nilreise bis Assouan, Palästina, Athen, Constantinopel
26. März 43 Tage 2050 Mark Constantinopel Jerusalem (Ostern), Cairo, Athen, Corfu
ausserdem wöchentlich Reisen von Berlin nach Cairo incl. 8 Tage Aufenthalt in Aegypten Preis 760 Mark
wöchentlich von Cairo über Athen, Constantinopel, Pesth nach Berlin Dauer 14 Tage 800 Mk.
2. März ab Cairo Jerusalem, Nazareth, Damascus, Baalbeck, Smyrna, Athen, Constantinopel, Pesth, Berlin Dauer 40 Tage 1645 Mark
11. März Jerusalem, Jaffa, Damascus, Beirut, Smyrna, Athen, Constantinopel, Pesth, Berlin Dauer 31 Tage 1420 Mark
Italien 5. Febr. 21 Tage 730 M., Carneval in Nizza, 12. Febr. 44 Tage 1500 M., incl. Sizilien, 17. Febr. 21 Tage 780 M. Carneval in Nizza, 24. Febr. 44 Tage 1500 M., incl. Sizilien, 5. März 28 Tage 950 M. bis Neapel, 11. März 19 Tage 670 M., Ober-Italien, 17. März, 34 Tage 1370 M., incl. Sizilien, 4. April 38 Tage 1370 M., Neapel, 10. April 30 Tage 1010 M., Neapel, 12. April 20 Tage 680 M., Ober-Italien, 5. Mai 26 Tage 850 M., bis Neapel, 7. Mai 19 Tage 580 M., Ober-Italien
Spanien 22. April 44 Tage 1700 Mark
Algier und Tunis 16. März 38 Tage 1480 Mark, 23. April 38 Tage 1480 Mark.
Paris/London von Mai ab, Anfang jeden Monats, 17 Tage Preis 625 Mark
Reise um die Erde Anfang Mai: Hamburg, Amerika, Japan, China, Java, Ceylon, Indien, Aegypten, Dauer 7½ Monate 1.000 Mark
Bei allen obigen Reisen Fahrt, Führung, Verpflegung, Besichtigungen im Preise eingeschlossen. Programme gratis
Sonderfahrten im Mittelmeer Schönste Touren Bester Comfort Niedrige Preise
Für Einzelreisende Fahrkarten, Rückfahrkarten, Rundreisehefte etc. für Eisenbahnen und Dampfschiffe in jeder beliebigen Zusammenstellung, Hotel-Checks als Zahlungsmittel für alle grösseren Plätze
Reisebureau der Hamburg-Amerika Linie, vormals Carl Stangen's Reisebureau G.m.b.H. 8. Unter den Linden Berlin W. Unter den Linden 8.
Vertreter in Dresden: Emil Hölck, A., Prager Strasse 49.

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Nur Burgeff Grün Burgeffs Extra Cuvée, Jubiläums-Cuvée, zu beziehen durch den Weinhandel. Burgeff & Co, Hochheim a. M. Gegründet 1837.

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Ossin Stroschein Eierlebertran aus frischen Hühnereiern, direkt importiertem Lofoten-Dorsch-Lebertran und Zucker hergestellt, ist das wohlschmeckendste und wirksamste Lebertran-Präparat. Während jeder Jahreszeit mit bestem Erfolg zu nehmen. Zu beziehen durch die Apotheken in Flaschen zum Preise von Mk. –,75, 1,50 und 2,50. Probeflasche nebst Beschreibung und ärztl. Gutachten gratis und franko ! J. E. Stroschein, Chemische Fabrik BERLIN S.O. 30, Wlenerstr. 46f.

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Übersicht der Sächsischen Bank zu Dresden am 31. Dezember 1905.
Aktiva. Kursfähiges deutsches Geld M. 16.510.040 - Pfg. Reichskassenscheine M. 285.765 - Pfg. Noten anderer deutscher Banken M. 7.262.400 - Pfg. Sonstige Kassenbestände M. 1.152.156 - Pfg Wechselbestände M. 45.455.619 - Pfg Lombardbestände M. 36.982.745 - Pfg Effektenbestände M. 8.556.128 - Pfg Debitoren und sonstige Aktiva M. 7.512.960 - Pfg
Passiva. Eingezahltes Aktienkapital M. 30.000.000 - Pfg Reservefonds M. 6.539.764 - Pfg Banknoten im Umlauf M. 45.701.700 - Pfg Täglich fällige Verbindlichkeiten M. 20.766.556 - Pfg. An Kündigungsfrist gebundene Verbindlichkeiten M. 19.077.940 - Pfg. Sonstige Passiva M. 1.631.853 - Pfg, Die Direktion.

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Riesels Gesellschaftsreisen nach Aegypten, Palästina, Griechenland, Türkei am 29. Januar, 8. und 15. Februar. Italien bis Neapel zum Karneval in Nizza u. Riviera am 20. Febr. Sicilien, Tunis, Algier 1. und 12. März Extrafahrt zu den Olympischen Spielen Athen, 5. April. Ferner hochinteressante Reisen nach Spanien, Frankreich, Holland, England, Schottland, Dalmatien. Montenegro, den Vereinigten Staaten v. Nordamerika, Nordlandreisen usw., Jagdexpeditionen nach Nordafrika (Tunis), Ostafrika u. Spitzbergen. Ausführliche Programme kostenfrei. Für Alleinreisende Eisenbahn-u. Schiffsbillette nach allen Richtungen. Rundreisehefte, Bett- und Platzkarten. Fachkundige Ausk. in allen Reisefragen, Reisebuchhandlung, Wechselstube. Karl Riesels Reisebureau, gegr. 1854. Berlin NW., Unter den Linden 57.

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Schlittschuhe Schlitten führen in großer Auswahl C. F. A. Richter & Sohn Wallstr. 7

[14]

Verh. Inspektor s. selbst. dauernd. Verw. Pa Empf. Off. A. M. 16 Exp. d. Bl.

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Trinkt Tee von Rud. Seelig & Co. Prager Strasse 30.

[Beilage 2-2]

Dresdner Bankverein Dresden, Waisenhausstr. 21, Aktienkapital: Mark 18 000 000, Reserven: Mark 443 394,82 Zweiganstalten: Dresdner Bankverein, Leipzig, Dresdner Bankverein Chemnitz, Meissner Bank Meissen, Hch. Wm. Bassenge & Co Dresden verzinst z. Zt. Bar-Einlagen gegen Depositenbuch bei täglicher Verfügung mit 3 %, 1 monatl. Verfügung 3½ %, 3 monatl. Verfügung 4 % pro Jahr spesenfrei.


Familiennachrichten.Bearbeiten

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Geboren: Ein Knabe: Hrn. Curt Pieschel in Dresden; Hrn. Hugo Winter in Leipzig-Eutr.; Hrn. Fabrikbesitzer Adolf Hopf in Dresden; Hrn. Diakonus Lorenz in Mittweida; Hrn. Karl Borgwardt in Leipzig; Hrn. Richard Brügmann in Leipzig; Hrn. Hauptmann Frhrn. v. Maltzahn in Lüneburg. – Ein Mädchen: Hrn. Wilhelm Aßmann in Leipzig; Hrn. Rittmeister v. Kamele i. Stolp.
Verlobt: Hr. Hans Hückmann in Stettin mit Frl. Doris Schlegel in Dresden; Hr. Hermann v. Detten, Leutnant im Kaiserl. 1. Seebat. zu Kiel, mit Freiin Thesi v. Hövel in Kassel.
Vermählt: Hr. Alfred Lindner in Dresden mit Frl. Luisa Hribernig in Deutsch-Landsberg.
Gestorben: Hr, Friedlich Wilhelm Knoth, Ratskassenrevisor (62 J.) in Dresden; Frau Alwine verw. Kneuß verw. gew. Behr geb. Friedrich in Dresden; Frau Florentine verw. Adolph geb. Heger (71 J.) in Dresden; Hr. Privatus Heinrich Koch in Dresden; Hr. Max Hermann Börner (57 J.) in Dresden; Frau Doris verw. Professor Keil geb. Bienemann (80 J.) in Mühlau; Frau Pastor Maria Margarete Horn geb. Pinder (34 J.) in Burkhardtswalde; Hr. Wilhelm Adolf Uhlmann, Königl. Sächs. Forstmeister a. D., in Grünthal; Frau Ökonomierat Christiane Bernstein geb. Hofmann (76 J .) in Leisnig; Frau Louise v. Schlegell (80 J.) in Halle a. S.; Frau Luise Freiin v. der Reck (69 J.) in Obernfelde; Frau Kommerzienrat Elisabeth Schischin geb. Scholz in Berlin; Frau Mathilde Gräfin v. der Schulenburg-Altenhausen geb. v. Hymmen a. d. H. Hain in Altenhausen; Hr. Major z. D. und Kommandeur d. Landwehrbez. Rybnik Otto v. Kameke in Breslau; Hr. General d. Inf. Albert v. Hollebein, Exz., (71 J.) in Naumburg a. S.


Theater, Variétés etc.Bearbeiten

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Donnerstag, den 4. Januar.
Königl. Opernhaus. (Altstadt.) Salome. Drama in einem Aufzuge nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung in deutscher Übersetzung von Hedwig Lachmann. Musik von Richard Strauß, Anfang ½8 Uhr. Ende gegen ¼10 Uhr.
Freitag: Viertes Symphoniekonzert. (Seile A.) Anfang 7 Uhr. Vormittags ½11 Uhr: Generalprobe.
Sonnabend: Samson und Dalila. Oper in drei Alten. Musik von C. Saint-Saëns. Anfang ½8 Uhr.
Königl. Schauspielhaus. (Neustadt.) 35. Vorstellung außer Abonnement. Zar Peter. Drama in vier Aufzügen von Otto Erler. „Alexei“ – Hr. Lindner, vom Stadttheater in Cöln, als Gast. Anfang ½8 Uhr. Ende ½11 Uhr.
Freitag (neu einstudiert): Imogen. Romantisches Schauspiel in fünf Akten von W. Shakespeare. Anfang ½8 Uhr.
Sonnabend nachmittags 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Schneewittchen. Märchen in zwölf Bildern, bearbeitet von C. A. Görner. Musik von C. Riccius. – Abends ½8 Uhr: Torquato Tasso.. Schauspiel in fünf Akten von Goethe.
Residenztheater. Nachm. ½4 Uhr: Prinzessin Wunderschön. Märchen in vier Akten und einer Apotheose von H. Zimmermann und C. Witt, Musik von Bruno Brenner. – Abends ½8 Uhr: Wiener Blut. Operette in drei Akten von Victor Léon und Leo Stein, Musik von Johann Strauß. Ende 10 Uhr.
Freitag: Erminy.
Central-Theater. Nachmittags ½4 Uhr (ermäßigte Preise): Die Mäusekönigin oder Wie der Wald in die Stadt kam. Original-Welhnachtsmärchen in sechs Bildern von F. A. Geißler, Musik von Georg Pittrich. Unter persönlicher Leitung des Komponisten, Ende 6 Uhr.
Täglich Varietévorstellung. Anfang ½8 Uhr.
Victoria-Salon. Täglich Varietévorstellung. Anfang ½8 Uhr.
Billett-Vorverkauf für die Königl. Hoftheater und das Residenztheater (auch auf briefliche und telephonische Bestellung) beim Invalidendank, Seestr. 5 (Tel. 1117).


Wasserstand der Elbe und Moldau.Bearbeiten

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Budweis Prag Pardubitz Melnik Leitmeritz Dresden
2. Januar Null +12 -9 -38 -27 -138
3. Januar Null -13 -5 -50 -32 -152