Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten:Seite 34

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Aufstellung Horace Greeley’s als Präsidentschaftskan­didat zuzuschreiben, eine Aufstellung, die sich allerdings dann aus vielen Gesichtspunkten empfahl. Schurz selbst war davon keineswegs erbaut; er sah vorher, wie die Excentricitäten des Gründers der „New-York Tribune“ und sein Temperenzlerthum von den Gegnern ausgebeutet werden würden, um namentlich demokratische und republikanische Deutsche von seiner Unterstützung zurückzuhalten. Es geschah denn auch wirklich, dass von republikanischer Seite die „Illinois Staats­zeitung“ (in Chicago), von demokratischer die „New-York Staatszeitung“ der neuen Bewegung, die erstere feindlich, die letztere kühl entgegen treten konnten. So wichtig war aber dennoch die Bedeutung des Missourier Senators für den, nach erfolgter Bestätigung der Greeley-Nomination durch die demokratische Nationalkonvention in Baltimore eröffneten Wahlkampf, dass seine erste in St. Louis im Juli 1872 gehaltene Rede Wort für Wort an die „New-York Tribune“ telegraphirt wurde und am Tage darauf mehr als 6 Spalten derselben füllend darin erschien.

     Die Wiedererwählung Grant’s im November 1872 schien das Cincinnatier Unternehmen zu verurtheilen und die Politi­ker gewöhnlichen Schlages dachten eine Zeit lang an nichts als an Bestrafung der „Verräther“ an der Partei, die ihnen das Feld so heiss bestritten und – was noch schlimmer –, die sie zur Vornahme von Tugendmasken und zu Ver­sprechungen von Civildienstreform, Rückkehr zur Baarzahlung u. s. w. gezwungen hatten, an deren Erfüllung ihr längst verloren gegangenes Gewissen nicht im Mindesten dachte. Die im Winter 1872–73 folgenden Credit-Mobilier-Enthüllungen, welche die republikanische Partei vergebens zu unterdrücken