Textdaten
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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Die Lilie
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Band 1, S. 152–153
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1816
Verlag: Nicolai
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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Eintrag in der GND: [1]
Bild
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Bearbeitungsstand
fertig
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[152]
93.
Die Lilie.
Aug. Lercheimer Bedenken von der Zauberei. Bl. 14. u. 15.

Im Land zu H. war ein Edelmann, A. v. Th. genannt, der konnte Köpfe abhauen und wieder aufsetzen. Er hatte bei sich beschlossen, hinfort des teuflischen, gefährlichen Dings müßig zu gehen, eh er einmal darüber in ein Unglück geriethe, wie dann doch geschahe. Bei einer Gasterei, ließ er sich von guten Gesellen überreden, diese Ergötzlichkeit ihnen noch einmal zu guter Letzt zu zeigen. Nur wollte, wie leicht zu erachten, niemand gern seinen Kopf dazu leihen; letztlich ließ sich der Haus-Knecht dazu brauchen, doch mit dem gewissen Geding, daß ihm sein Kopf wieder fest gemacht würde. Nun hieb ihm der Edelmann den Kopf ab, aber das Wieder-Aufsetzen wollte nicht gehen. Da sprach er zu den Gästen: „es ist einer unter euch, der mich verhindert, den will ich vermahnt haben und gewarnt, daß er es nicht thue.“ Darauf versuchte ers abermal, konnte aber nichts ausrichten. Da vermahnte und dräute er zum andernmal, ihn unverhindert zu lassen. Da das auch nicht half und er beim drittenmal den Kopf nicht wieder aufsetzen konnte, ließ er auf dem Tisch eine Lilie wachsen, der hieb er das Haupt und die Blume oben ab. Alsbald fiel einer von den Gästen hinter sich von der Bank und war ihm der Kopf ab. Nun setzte er dem Haus-Knecht [153] den seinen wieder auf und flohe aus dem Lande, bis die Sache vertragen ward und er Verzeihung erhielt.