Die Katze als Kind

Textdaten
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Autor: Alexander Treichel
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Titel: Die Katze als Kind
Untertitel:
aus: Schwänke und Streiche aus Westpreussen II, in: Zeitschrift für Volkskunde, 1. Jahrgang, S. 473
Herausgeber: Edmund Veckenstedt
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Alfred Dörffel
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: Edmund Veckenstedt
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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1. Die Katze als Kind.

In einem gewissen Dorfe in Westpreussen lebte ein kinderloses Ehepaar, welches sich dringend ein Kind wünschte. Nun geschah es einmal, dass die Frau krank wurde. Darüber freute sich der Mann sehr, weil er glaubte, seine Frau werde niederkommen. Voller Freude eilte er zu den Leuten, welche mit ihm in demselben Hause in einer Stube jenseits des Flures wohnten, und erzählte ihnen, dass jetzt das ersehnte Kind ankommen werde. Die Leute hörten das mit an und stellten sich, als ob sie es glaubten, aber es kam ihnen denn doch die Lust an, dem Manne für seine Einfalt einen Possen zu spielen. Deshalb ging die Frau hinaus und sagte, sie wollte nachsehen, ob das Kind schon da wäre. Allein auf dem Flur nahm sie einen Sack, steckte die Katze hinein, sodass nur der Kopf derselben aus dem Sack hervorsah, dann kehrte sie in die Stube zurück und rief: „Seht, Nachbar, das Kind ist glücklich angekommen.“

Der Mann sah sich den also gestalteten Kopf des Kindes an und meinte ganz erfreut: „Wie mir das Kind doch ähnlich sieht; das ist ja ganz und gar mein Gesicht, das sind meine Wunzen, das ist alles ganz so wie ich es habe.“