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Titel: Die Familie als Schule der Natur
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aus: Die Gartenlaube, Heft 49, S. 676
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[676] Die Familie als Schule der Natur von Berthold Sigismund heißt ein Büchlein, welches als zweites Bändchen der bereits früher angekündigten „Bücher der Natur“ so eben erschienen ist. Eltern, denen die naturwissenschaftliche Bildung ihrer Kinder am Herzen liegt, möchten wir dieses eben so sinnig wie unterrichtend geschriebene Buch dringend empfehlen. Es wird Allen eine sehr willkommene Gabe sein. Jeder Erwachsene, wenn er auch Grimm’s Grammatik nicht studirt hat, lehrt sein Kind die Sprache. So kann auch jeder schlichte Mensch, der mit der Liebe zu seinem Kinde die Liebe zur Mutter Natur verbindet, sein Kind anleiten, mit der Natur zu verkehren, mit ihr zu reden, sie zu verstehen und zu lieben, wenn er nur offene Sinne und Lust am Lernen hat. Und reichlich belohnt wird er nicht nur durch den spätern Dank des Kindes, sondern auch durch die Freude des Augenblicks. Auge und Herz gehen dem Vater auf, wenn er sein Kind in die Natur einführt, und die seligste Naturfreude weht ihm auf jedem Spaziergange an. „Kein echter Forscher wird alt,“ hat Novalis schön gesagt; der Vater, der auch noch so laienhaft mit seinem Knaben an der Hand zur Natur in die Schule geht, wird selbst zum naiven, morgenfrischen, glücklichen Kinde. Das Büchlein lehrt nun, wie Eltern ihren Kindern die Naturwissenschaften einpflanzen können. Es werden darin keineswegs ideale Anforderungen an Eltern und Kinder gestellt, sondern nur Laien vorausgesetzt, die ihre Kinder so gut als die Natur lieben; Laien, die wissen, daß die süßeste Methode, versäumtes Studium nachzuholen, darin besteht, dasselbe mit den eignen Kindern zu treiben. Wir können das hübsch ausgestattete illustrirte Buch allen Eltern mit Ueberzeugung empfehlen.