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Textdaten
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Autor: Wilhelm Busch
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Titel: Die Birnen und Kielpoggen
Untertitel:
aus: Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime. S. 114, 117
Herausgeber: Otto Nöldeke
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Lothar Joachim
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Erscheinungsort: München
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[114]
6.

Friederike Büsching hat diese Geschichte selbst erlebt und mir erzählt: Als sie noch ein Kind war, ging sie eines Abends zu Leuten, um da Zichorien zerschneiden zu helfen. Es war eine ganze Gesellschaft versammelt. Ein alter Kerl, der mit im Hause wohnte, kam auch herein und sagte, er wolle ihr auch was schenken, weil sie am fleißigsten wäre. So gab er ihr zwei Senfbirnen, und sie aß davon. Ein Junge, der bei ihr saß, stieß sie mit dem Ellenbogen an und sagte, sie sollte nicht davon essen, das würde ihr nicht gut bekommen; und als sie ihm eine Birne abgab, biß er erst dreimal was davon und spuckte jedesmal das Stück weg. Dann aß er die Birne. Als sie nach Hause kam, wurde sie krank, daß sie sich nicht zu helfen wußte; als sie es dem Pastor erzählte, sagte der, das wäre dummes Zeug. Da wurde nach Verden zu einem Manne geschickt, der so was kannte und gleich sah, wo’s fehlte. Er schickte ihr etwas zum Einnehmen, und sie mußte schrecklich würgen und brachte mit vieler Mühe eine Kielpogge (Eidechse) heraus; die saß da vor ihr auf dem Bette und sah sie so recht grall an, als wenn sie sagen wollte: »Wie gefalle ich dir?« dann huckte sie vom Bette hinunter und war unter der Bettsponde verschwunden. Danach mußte sie noch eine ganze Menge Kielpoggen von sich geben, worauf es besser mit ihr wurde. Dem Jungen hatte die Birne nicht geschadet, weil er drei Stücke davon abgebissen und ausgespieen hatte.

[117] Es gilt auch sonst: Wenn einem ein verdächtiger Trunk angeboten wird, so muß man, ehe man trinkt, drei Tropfen auf die Erde gießen; dann bleibt der Zauber ohne Wirkung.