Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Wilhelm Busch
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der harte Winter
Untertitel:
aus: Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime. S. 77
Herausgeber: Otto Nöldeke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Lothar Joachim
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[77]
31. Der harte Winter[1].

Es war einmal ein unvernünftig kalter Winter, da gingen zwei gute Kameraden mit einander auf das Eis zum Schlittschuhlaufen. Nun waren aber hin und wieder Löcher in das Eis geschlagen, der Fische wegen; und als die beiden Schlittschuhläufer nun im vollen Zuge waren, versah’s der Eine, rutschte in ein Loch und traf so heftig mit dem Halse vor die scharfe Eiskante, daß der Kopf auf das Eis hinglitschte und der Rumpf ins Wasser fiel. Der Andere, schnell entschlossen, wollte seinen Kameraden nicht im Stiche lassen, zog ihn heraus, holte den Kopf und setzte ihn wieder gehörig auf, und weil es eine solch barbarische Kälte in dem Winter war, so fror der Kopf auch gleich wieder fest. Da freute sich der, dem das geschah, daß die Sache noch so glücklich abgelaufen war. Seine Kleider waren aber alle ganz naß geworden; darum so ging er mit seinem Kameraden in ein Wirthshaus, setzte sich neben den warmen Ofen, seine Kleider zu trocknen und ließ sich von dem Wirthe einen Bittern geben. »Prost Kamerad!« sprach er und trank dem andern zu; »auf den Schreck können wir wohl Einen nehmen.«

Nun hatte er sich durch das kalte Bad aber doch einen starken Schnupfen geholt, daß ihm die Nase lief. Da er sie nun zwischen die Finger klemmte, sich zu schnäuzen, behielt er seinen Kopf in der Hand, denn der war in der warmen Stube wieder losgethaut. Das war nun freilich für den armen Menschen recht fatal, und er meinte schon, daß er nun in der Welt nichts rechts mehr beginnen könnte; aber er wußte doch Rath zu schaffen, ging hin und ließ sich anstellen als Dielenträger, und war das eine gar schöne Arbeit für ihn, weil ihm dabei niemals der Kopf im Wege saß, wie andern Leuten, die auch Dielen tragen müssen.


  1. Wurde in den fliegenden Blättern abgedruckt. W. B. (Vergl. Fl. Bl. 1859, Nr. 707, S. 22.)