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Der Suezcanal – eine Wanderstraße der Seethiere

Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Der Suezcanal – eine Wanderstraße der Seethiere
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 340
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Der Suezcanal – eine Wanderstraße der Seethiere ist ein Bericht über die Entdeckung vom Schweizer Zoologen Conrad Keller, dass sich durch den Bau des Suezkanals Lebewesen aus dem Roten Meer in den Suezkanal ausgebreitet haben und weiter in das Mittelmeer ausbreiten könnten; dies wird heute als Lessepssche Migration bezeichnet.

[340] Der Suezcanal – eine Wanderstraße der Seethiere. Der Suezcanal, eines der größten Werke unseres Jahrhunderts, dient gegenwärtig nicht allein dem regen Handelsverkehr der Culturvölker. Außer den großen Dampfern und Segelschiffen aller Nationen benutzen ihn noch einige Thierarten der angrenzenden Meere als Wanderstraße. Ein deutscher Naturforscher, Dr. Keller, hat diese Erscheinung am Timsahsee, einem der Bitterseen, durch welche bekanntlich der Canal geführt worden, genauer studirt und die Ergebnisse seiner Forschungen vor Kurzem veröffentlicht. Unsere Leser dürfte vor Allem die Erwähnung der Thatsache interessiren, daß auch die echte Perlmuschel vom Rothen Meere in den Canal eingewandert ist, sich dort ganz heimisch fühlt, ja sogar Perlen erzeugt. Auf Grund dieser Thatsache darf man wohl hoffen, daß diese werthvolle Muschelart auch in das Mittelmeer eindringen wird und daß uns einst die Gelegenheit geboten werden wird, an den südlichen Küsten von Europa Perlfischerei zu treiben. Freilich müssen sich, die dies hoffen, auf geduldiges Warten gefaßt machen, da noch Jahrzehnte vergehen werden, bis die Perlmuschel in größerer Anzahl im Mittelmeere erscheinen wird. Jedenfalls würde unsere Damenwelt diese Invasion der europäischen Küsten mit besonderer Genugthuung begrüßen.