Allgemeines Deutsches Kommersbuch:294

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[586]

     40. Jetzo steigt er ab vom Karren, nimmt Abschied von beiden
Pfarrern und es macht von allem Haar ihm ein Mann den Nacken bar.

     41. Ach, jetzt kommt er schon gestiegen zum Schafott herauf die
Stiegen, Thränen fließen um und um von dem armen Publikum.

     42. Seht, von Knechten halb geschoben, schaut man ihn bereits
dort oben; bleich sind alle Leut im Ring, selbsten fast der Henkerling.

     43. 0 mein Gott, welch ein Gefuhle! Schaut, er sitzt schon auf
dem Stuhle, und zum Hieb — o Todesgraus — zieht den Frack der
Richter aus,

     44. Nimmt alsdann sein Schwert dadranden, hebt und schwingt
es hoch in Handen, haut es dann mit Blitzesschein grad in seine Ank
hinein.

     45. Laut hört man es knarveln, schallen, Und der Kopf ist ’rab
gefallen; o verehrtes Publikum, bring doch keine Kinder um!

Philip Ulrich Schartenmaier (Friedr. Theod. Vischer)


          648.     Der arme Nabob.

     Singw.: Das Jahr ist gut, braun Bier ist geraten ec.

     1. Der Nabob Jukjuk Juheirassasah von Hinterindien hat’s Po=
dagra. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -— der arme Nabob
schlenkert die Zeh.

     2. Sein Vater, der hieß Juvivallrallera, sein Großvater Simsala
dusa laha. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -- der arme
Nabob hupft in die Höh.

     3. Seine Mutter, die hieß: Alla, hopsa sassah, seine Großmutter:
Eia popeia mamah. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh
-— der arme Nabob seufzt Hurrje.

     4. Siebentausend Frauen sind allzeit ihm nah, die schönste, die
heißt Huliöh, Huliah. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh
-— der arme Nabob juchzt Huliöh.

     5. Siebentausend Söhne sind ebenfalls da, der dümmste, der heißet
Soso lala. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -- der arme
Nabob plumpst in den See.

     6. Der Nabob beguckt seine Schatzkamera, er treibt gar schaurig
Allotria. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -- der arme
Nabob nimmt Aloe.

     7. Der Nabob hat auch einen Elefafa=fahant, der trinket Schnahapsasa.
Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -- der arme Nabob
läppert im Thee.

     8. Der Leibarzt verordnet dem Nabopapa Wildbad im schwarzen
Mons Abnoba. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -— der
arme Nabob reibt sich mit Schnee.

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     9. Der Nabob, alt wie Methusalalah, läßt blasen das Kuhhorn
huohu trara. Au, au! das that wehe, au, au, das that weh -- der
arme Nabob beist in den Klee.

     10. Der arme Nabob Juheirassah von Hinterindien hat’s Podagra.
Au, au! das that wehe, au, au, was war das? der arme Nabob beißt
ins Gras.

Eichrodt.


          649.     Papst und Sultan.     (IV. 45.)

     Heiter.

     1. Der Papst lebt herr=lich in der Welt, es fehlt ihm
nie an Ab=laß=geld, er trinkt vom al=ler=bes=ten
Wein; drum möcht ich auch der Papst wohl sein.

     2. Doch nein, er ist ein armer Wicht, ein holdes Mädchen küßt
ihn nicht; er schläft in seinem Bett allein; ich möchte doch der Papst
nicht sein.

     3. Der Sultan lebt in Saus und Braus, er wohnt in einem
großen Haus voll wunderschöner Mägdelein; drum möcht ich wohl der
Sultan sein.

     4. Doch nein, er ist ein armer Mann, denn folgt er seinem Al=
koran, so trinkt er keinen Tropfen Wein; ich möchte doch nicht Sul=
tan sein.

     5. Geteilt veracht ich beider Glück und kehr in meinen Stand
zurück, doch das geh ich mit Freunden ein: Bald Papst, bald Sultan
möcht ich sein.

     6. Drum, Mädchen, gieb mir einen Kuß, denn jetzt bin ich der
Sultanus. Ihr trauten Brüder, schenket ein, damit ich auch der Papst
kann sein.

Nach C. G. L. Noack, 1789.


          650.     Josephus vom dürren Ast.

     Singw.: O alte Burschenherrlichkeit ec.

     1. Der Pfarr von Ziegelhausen sprach: „Die Welt steckt tief in
Sünden; doch wo der Meister Josephus steckt, weiß keiner mir zu
künden.“