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Der Jüdische Kipper und Auffwechßler

Textdaten
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Titel: Der Jüdische Kipper und Auffwechßler
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Erscheinungsdatum: 1622
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Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Flugschriften des 17. Jahrhunderts, siehe auch Kipper- und Wipperzeit
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Der Jüdische Kipper und Auffwechsler


A
lso geht es zu in der Welt /

Ein jeder strebt nach Gut und Gelt /
Schinden und schaben ist ein Kunst /
Wers wol kan / der erlanget Gunst /
Das alte Weib Betriegerey /
Ist jetzt wider geboren new.
Caligula viel hindter sich
Gelt-Würmer gelassen / spür ich.
Nero schon längst ist auffgeflogn /
Welcher viel Leut sonst hat betrogn:
Dannoch sind seiner Folger viel
Gebliebn / welche treiben das Spiel.
Dieser erdenckt new faction,
Davon er habe grossen Lohn.
Ein andr räyset in ferne Land /
Kompt bald wider mit reicher Hand.
Die KauffLeute wissen gar ebn /
Dem Kauffer süsse wort zu gebn /
Damit sie gar nach ihrem Willn /
Die lären Seckel können fülln.
Bald kompt einer auffgezogen /
Bringt herfür welchs gar erlogen /
Leidet er noht / und hat kein Gelt /
Zum Narren er sich gar verstellt.
Singer / Springer / Gauckler übral /
Findet man jetzt in grosser Zahl.

 

Umbs Gelt durch viel unnütze Thand /
Werden betrogen Leut und Land:
Unter diesen thut man spüren /
Wie jetzund das Fähnlein führen /
Die Kipper und Auffwechsler fein /
Ihr Orden ist groß und gemein:
Es ist kein Städt / es ist kein Land /
Da man nicht mercket ihre Hand /
Kippern und wechseln Tag und Nacht /
Sie habens schon dahin gebracht /
Daß gute Müntz ist weggeführt /
Dafür man jetzt nur Kupffer spürt.
Ihr kippen bringt in große Noht
Viel Leut / darzu in Hohn und Spot.
Ihr kippen Nahrung auffhebt gar /
Wie jederman ist offenbar.
Ihr kippen Gott im Himmel hoch
Erzürnt / viel wenger gefällt noch:
Die lieben Englein auch nit bleibn /
Wo man solch Handthirung thut treibn /
Sondern gar bald an alln Enden /
Thun sie sich von ihnen wenden.
Justitia mit ihrer Wag /
Führt über sie gar grosse Klag /
Weil sie nicht achten / wie bekandt:
Thu recht / förchte Gott / schew niemand.

 

Fraw Avaritia[1] mit Macht /
Hat sie bald in ihr Netz gebracht /
Diesem Weib / nach ihrem begehr /
Folgen sie nach ohne beschwer.
Aber was man erworben hat /
Mit ihr fleugt hin / und nimbt bald ab:
Alles endtlich den Krebsgang geht /
Ist nichts gewiß bey ihr / und steht
In Schand und Laster mit gewalt
Bringt all / die ihr nachfolgen bald /
Erzeiget sich erst lieb und fein /
Gleich wie ein schönes Jungfräwlein /
Hernach sticht sie nach Schlangen Art /
Groß Schmertzen und Pein sie gebärt /
Führt zum Verderben und groß Noht /
Ins höllsch Fewr und ewigen Todt.
     Drumb ist mein raht sih dich jetzt für /
Laß kippen fahren weit von dir /
Ernehr dich redlich bleib im Land /
Deß hast du Ehr und keine Schand /
Sonsten dir wie deinem Geselln
Dem Müntzer / bald werden nachstelln /
Schand / Spot / Jammer / schmertzen / Elend
Allhie / und künfftig ohne End.

ENDE.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. lat. Habsucht, Geiz, eine der sieben Todsünde, wurde meist als Frauenfigur dargestellt (siehe Kupferstich dieses Blattes)