Textdaten
<<< >>>
Autor: Heinrich Gottlob Gräve
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Feuerpuhtz
Untertitel:
aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 37–38
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Bautzen
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[37]
IV. Der Feuerpuhtz.

Unter diesem Namen ist in der Stadt Lauban eine feurige Erscheinung bekannt, welche Nachts bald als Kugel, Pyramide, Kegel, auch in Schlangenform und dergl. sich zeigt, durch die Luft einige Straßen durchläuft und dann wiederum plötzlich verschwindet, welches denn allemal ein Brandunglück, das der guten Stadt droht, bedeutet, indem sie über dem Hause, wo das Feuer zuerst ausbricht, entstehet, und da, wo es endet, verschwindet. So zeigte sich diese Erscheinung daselbst z. B. vor den großen Bränden 1659 und 1760, wo sie genau die Straßen, in welchen nachher das Feuer wüthete, durchirrte.

Der Sage nach soll es ein der Stadt holder, wohlthätiger Feuergeist (Salamander) seyn, welcher seine Schützlinge durch seine Erscheinung warnt und sie zur Vorsicht und Wachsamkeit ermahnt. Warum er den Bewohnern Laubans so günstig sey, darüber spricht sich die Sage dahin aus. Es durchstreifte einst ein böser Zauberer das Land, welcher viel Unheil denen, die nicht an ihn glauben wollten, zufügte. Dieser nun hatte einen Feuergeist in eine Flasche gebannt, den er aussandte, sobald er diejenigen, die er anfeindete, um Haus und Hof, Hab’ und Guth bringen wollte, sodann ihn aber wiederum in die Flasche sperrte und selbige hermetisch versiegelte. Da er nun auch Lauban einstmals mit seinem Besuch beehrte, seinen magischen Präparat – zuversichtlich, daß sich Niemand daran vergreifen würde – auf seinem Zimmer [38] hatte stehen lassen und ausgegangen war um das Land zu beschauen, ging des Wirths vierjähriges Mädchen mit der Magd, die das Zimmer reinigen wollte, hinein. – Ersteres hatte nun nach Art der Kinder viel Freude an den bunten magischen Zeichnungen und Charakteren und verweilte noch nach dem Abtritt der Dienerin in selbigem. Zufällig fiel ihr die Flasche mit dem Geiste in die Hände. Es freute sich über das dann und wann in selbiger aufflackernde Flämmchen und spielte mit den Siegeln, welche unter seiner Hand sich auflösten, so daß der Gefangene befreit wurde und mit den Worten: „Das will ich den Laubanern nie vergessen!“ freudig zum Fenster hinausschlüpfte. – Und er hat Wort gehalten.

Nach dem Schluß der unbekannten Mächte vermochte blos ein unschuldiges Mädchen, welches nicht wußte, daß die Erlösung des Geistes in ihrer Macht stünde, den Bann zu heben.