Hauptmenü öffnen

Der Entwurf für ein Nationaldenkmal der Völkerschlacht bei Leipzig

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Entwurf für ein Nationaldenkmal der Völkerschlacht bei Leipzig
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 30, S. 516
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[501]
Die Gartenlaube (1897) b 501.jpg

Entwurf für ein Nationaldenkmal der Völkerschlacht bei Leipzig.
Von Bruno Schmitz.

[516] Der Entwurf für ein Nationaldenkmal der Völkerschlacht bei Leipzig. (Zu dem Bilde S. 501.) Professor Bruno Schmitz, der Erbauer des Kyffhäuserdenkmals, dem der Auftrag geworden war, den Entwurf für ein zur Erinnerung an die große Leipziger Völkerschlacht zu errichtendes Monument auszuarbeiten, hat diese Aufgabe nun glänzend gelöst. Unser Bild stellt die Vorderansicht des gewaltigen Denkmals dar. 90 m erhebt sich die Vorderfront über den Boden, während ein künstlich geschaffener Hügel sich bis zu 30 m Höhe an der Rückseite des Denkmals hinanzieht. Der Untergrund des dreigeteilten Baus ist 80 m breit. Rechts und links vorn leiten über einen terrassenförmigen Unterbau breite Treppen zu einer groß angelegten Terrasse empor. Die Mauerwand, welche zwischen den Treppenaufgängen sichtbar ist, zeigt als Schmuck ein Reliefbildwerk, das in der Gestalt des heiligen Michael das Erwachen des deutschen Volkes und dessen siegreiche Erhebung gegen seine Unterdrücker darstellen soll. Von der oberen Terrasse strebt ein in der Höhe sich verjüngender viereckiger Turmbau auf, der eine Halle in sich birgt, deren Wandflächen von vier hohen Bogenöffnungen durchbrochen sind. Nach vorn zu ist die Halle durch einen halbkreisförmigen Säulengang abgeschlossen. Das Ganze krönt ein säulengetragener Rundbau, der mit einem Kranz von Kugeln geschmückt ist und nach oben in einem von monumentalen Löwen gehaltenen Eisernen Kreuz seinen Abschluß findet. Trotz aller Wuchtigkeit der Massen erweist sich das Denkmal als ein fein durchdachtes wohlgegliedertes Architekturwerk, das einen mächtigen erhebenden Eindruck hinterläßt.

Im Innern des Denkmals führen Treppen bis zur höchsten Spitze empor, von wo aus man Leipzigs weites Schlachtgefilde überblicken kann. Zu beiden Seiten des Denkmals sollen deutsche Eichen rauschen. Vor demselben hat sich der Künstler einen Weiher, oder besser noch die Anlage eines „Stadions“ nach klassischem Vorbild gedacht, durch welche die Platzfrage für Deutschlands künftige Wettspiele in schönster und würdigster Weise gelöst wäre.

Hoffen wir, daß das herrliche Werk, welches das große geschichtliche Ereignis der Erhebung Deutschlands aus niedriger Schmach wahrhaft ergreifend zum Ausdruck bringt, bald in Wirklichkeit erstehen werde. Aber freilich, dazu sind bedeutende Mittel nötig. Und wir geben gern der wiederholten Bitte Raum, ein jeder Deutsche möge helfen, diese aufzubringen und sein Scherflein dazu beitragen, das, so klein es auch sei, von der Sammelstelle des Deutschen Patriotenbundes, (Clemens Thieme in Leipzig, An der Pleiße Nr. 12) entgegengenommen wird.