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Textdaten
Autor: Hans Sachs
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Titel: Der Babst mit dem Kind
Untertitel:
aus: Karl Drescher: Hans Sachs und Boccaccio. In: Zeitschrift für vergleichende Litteraturgeschichte. Neue Folge, 7. Band. 1894 S. 415–416 nach der Hans-Sachs-Handschrift Zwickau, Ratsarchiv, MG. 4, Bl. 63r–64r
Herausgeber: Karl Drescher
Auflage:
Entstehungsdatum: 29. März 1532
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Emil Felber
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Erscheinungsort: Weimar und Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung: Meistersang
Siehe auch Päpstin Johanna
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[415]
1.

Hört wie in engelande
Ein wunderschöne junckfraw was,
Als ich in der cronica las,
Gen der in lieb entprande

5
Ein doctor mit pegiren.

Der sie in mannes kleide
Mit im hinfueret gen athen
Auf die hochschuel solt ir versten
Al da sie alle peide

10
Thetten fleysig studiren.


Das weib wart wolgeleret
In allen künsten sie drefflich zw nome.
Der doctor hochgeeret
Zog mit seiner liebhaberin gen rome;

15
In mannes cleid sie vnerkant

Alle doctores vbervant,
Ir preis das wart gemeret,

2.
Das ir alle prelatten
Sprachen lob, er aus rechter gunst;

20
Durch irr sinschicklikeit vnd kunst

Wart sie nach diesen taten

Bl. 63'
Zw einem cardinale.


Als nun leo der firde
Starb, da wart sie zw babst erwelt,

25
Johannes der achte geczelt;

Also das weib regirde
Das bastum nach der wale.

[416]
Der doctor vorgesprochen

Wont stet pey dem babst seinem schönen weibe.

30
Kurczlich ir freüd wart prochen,

Der heilig babst, der wart schwanger von leibe.
Sein leib wuchs ser gros mit der zeit,
Doch verparg er sein schwangerheit
Auf neunundreissig wochen.

3.

35
Vnd als der babst mit prangen

Mit all seinen cardinelen
Wollt in sant johans kirchen gen,
Wart er mit we umfangen
Vnter des himels wolcke.

40
Vnd da ein kint gepare

Jdoch starb er schmerczlich daran
Alda erst sein weiplich persan
Wart also offenware
Allem romischen volcke.

45
Also wurden geplende

All cardinel vnd romische prelatten
Durch weiplich list pehende,
Die sich zw lecz veriet mit offen tatten.

Bl. 64
Also wo noch heimlich schalckheit
50
Verporgen pleibet lange Zeit,

Wirt sie offen am ende.

Anno salutis 1532 gedicht am 29 tag marcj.