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Titel: Das letzte Stelldichein
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aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 804
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[793]
Das letzte Stelldichein.
Nach einer Originalzeichnung von R. Mahn.
[Abbildung nicht gemeinfrei. Richard Mahn (1866–1951)]

[804] Das letzte Stelldichein. (Zu dem Bilde S. 793.) Es ist Herbst geworden – Scheidenszeit, wie golden die tiefstehende Sonne ihren Schein durch den lichtgewordenen Wald auch werfen mag. Und Scheiden heißt es auch für die beiden jungen Menschen hier, die lange Wochen nichts anderes dachten, als daß sie sich liebten, grenzenlos und endlos! Aber unüberwindlich sind die äußeren Hindernisse, die sich ihrer Vereinigung entgegenstellen. In fassungslosen Thränen lehnt das Mädchen über der Bank und reisefertig, steht der Mann vor ihr. Wenige Augenblicke noch und sein Schritt wird zwischen den Stämmen verhallen, während sie im herbstlichen Walde weinend zurückbleibt. Aber, wie todestraurig ihr jetzt zu Mute ist und was auch hinterher kommen mag an Sehnsucht und Herzenseinsamkeit, daß diese wonnevollen Sommerwochen nicht gewesen sein möchten, das wird sie nie und nimmermehr wünschen!


☛      Hierzu Kunstbeilage XXV: „Bruder Kellermeisters Pfleglinge.“ Von Adolf Humborg.

[Inhaltsverzeichnis dieses Heftes, hier nicht transkribiert.]


Herausgeben unter verantwortlicher Redaktion von Adolf Kröner in Stuttgart. Verlag von Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig.
Druck von Julius Klinkhardt in Leipzig.