Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Christian Hauser
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Weiblein mit der „Nudelkappe“
Untertitel:
aus: Sagen, in: Alemannia, Band XIX, S. 43–44
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: P. Hanstein
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Bonn
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[43] 2 DAS WEIBLEIN MIT DER „NUDELKAPPE“[1]

Hans Sef (Johann Josef) Saler, Zimmermann in St. Gallenkirch (als Greis gestorben in den Sibziger-Jaren), hatte eines Sommers einige Ausbeßerungen an der Sennhütte in der Alpe Valcifenz vorgenommen und bei diser Gelegenheit merere „Laden“ (Bretter) dortselbst zurückgelaßen. Im folgenden [44] Winter gieng Hans Sef in Begleitung seines Hündchens eines schönen Tages mit einem Schlitten von Hause weg, um jene zu holen. Wie er in die Nähe der Alpe kam, da fieng sein Hündchen plözlich zu bellen und zu winseln an und lief ängstlich den nahen Hügel hinan. Hans Sef rief mermals dem Hündchen zu, es möchte herunterkommen, doch umsonst. Dises blib auf der Anhöhe droben und bellte fort. Da gieng sein Herr des Weges weiter, und als er vor der Sennhütte angelangt war, trat er bei der unverschloßenen Türe in dieselbe ein und öffnete mit dem mitgenommenen Schlüßel den Milchkeller. Als er hier hineingieng, da saß zu seiner grösten Verwunderung ein im unbekanntes altes Weiblein mit einer sog. „Nudelkappe“ auf dem Haupte auf dem Milchtôblat[2] und blickte in stir an. Weil Hans Sef seiner Lebetage sich nicht im mindesten je gefürchtet hatte, so machte er sich aus diser Erscheinung nicht sonderlich vil; doch scheint es, felte im der Mut, dises geisternde Weiblein anzureden. Er hob die Laden einen nach dem andern auf die Achsel, trug sie vor die Sennhütte und lud sie auf seinen Schlitten. Zulezt schloß er noch den Milchkeller und fur mit seiner Bürde von dannen. Wie er außer dem Bereiche der Alpe war, da lief das Hündchen, freudig bellend und mit dem Schweife wedelnd, im wider entgegen und teilte seine Begleitung. Zu Hause angekommen, erzälte Hans Sef, was im heute in der Valcifenzer Sennhütte begegnet sei. Da meinten seine Angehörigen, daß er, falls er vollends den Mut beseßen hätte, dises gespenstische Weiblein anzusprechen und zu fragen, wes es zur Befreiung von seinem Leiden in der dortigen Sennhütte allenfalls benötigte, warscheinlich in der glücklichen Lage gewesen wäre, dasselbe zu erlösen.


  1. Nidere Wollmüze.
  2. Über das rom. Wort tôblat vgl. Alem. XVIII 2, S. 136.