Das Liedlein vom Kirschbaum

Textdaten
Autor: Johann Peter Hebel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Liedlein vom Kirschbaum
Untertitel:
aus: Hebels Alemannische Gedichte.
Herausgeber: Dr. Ernst Götzinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1873
Verlag: H. R. Sauerländer
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Aarau
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google = Commons
S. 167–168
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

     [167] Der liebgott het zum frůelig gseit:
«gang, deck im würmli au si tisch!»
druf het der chriesbaum blätter treit,
vil tûsig blätter grůen und frisch.

5
     Und ’s würmli usem ei verwachts,

’s het gschlôfen in sim winterhûs,
es streckt si, und spêrt ’s müüli uf,
und rîbt die blœden augen ûs.

     Und druf se hets mit stillem zân

10
am blättli gnagt enandernô

und gseit: «wie ist das gmůes so gůt!
mer chunt schier nümme weg dervô.»

     Und wider het der liebgott gseit:
«deck iez im immli au si tisch!»

15
druf het der chriesbaum blůete treit,

vil tûsig blůete wîß und frisch.

     Und ’s immli siehts und fliegt druf hî,
frůej in der sunne morgeschî;
es denkt, das wird mi kaffe sî;

20
si hend doch chosper porzelîn!»


     [168] Wie sûfer sin die chächli gschwenkt!
es streckt si trochche züngli drî,
es trinkt und seit: «wie schmeckts so sůeß!
do můß der zucker wolfel sî.»

25
     Der liebgott het zum summer gseit:

«gang, deck im spätzli au si tisch!»
druf het der chriesbaum früchte treit,
viel tûsig chriesi rôt und frisch.

     Und ’s spätzli seit: «isch das der bricht?

30
do sitzt me zů und frôgt nit lang.

das git mer chraft in mark und bei,
und stärkt mer d’stimm zů neuem gsang.»

     Der liebgott het zum spœtlig gseit:
«rûm âb, si hen iez alli g’ha!»

35
druf het e chůele bergluft gweijt,

und ’s het scho chlîne rîfe ghâ.

     Und d’blättli werde gêl und rôt
und fallen eis em andre nô;
und was vom boden obsi chunnt,

40
můß au zum bode nidsi gô.


     Der liebgott het zum winter gseit:
«deck weidli zů, was übrig isch!»
druf het der winter flocke gstreut.