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Textdaten
Autor: Unbekannt
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Titel: Gmünd
Untertitel:
aus: Das Königreich Württemberg. Eine Beschreibung von Land, Volk und Staat.
S. 894
Herausgeber: K. Statistisch- Topographischen Bureau
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1863
Verlag: Wilhelm Nitzschke
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Digitalisat der Uni Köln
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Schwäbisch Gmünd
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Bild
Oberamt Gmünd 894.jpg
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[894] Gmünd (Schwäbisch Gmünd), ehem. Reichsstadt, Sitz der Bezirksstellen, mit Ausnahme des Forstamts; Bahnhof, Postamt, latein., Real-, Zeichnungs- u. Gewerbeschule, kath. Schullehrerseminar, k. Taubstummen- u. Blindeninstitut, Blindenasyl, Mutterhaus der barmherzigen Schwestern u. unter ihrer Leitung eine bedeutende Irrenanstalt, Zuchthaus (Gotteszell), reicher Spital zum h. Geist u. Spital zu St. Katharina. Vermögen der Hospitalpflege am 1. Juli 1861: 194,485 fl., der Kirchen- u. Schulpflege 357,417 fl., der einzelnen Stiftungen 62,901 fl. Überdies hat Gmünd eine Garnison, bestehend in einem Stadtkommando, 130 Mann Infanterie (Zuchthaus-Bewachungskommando) u. ein Bataillon Artillerie, das abwechslungsweise, meist den Sommer über, in dem nahe gelegenen Schießthal seine Schießübungen hält. 8298 E., wor. 1858 Ev. Neben Feldb., Obstz. u. bedeutendem Hopfenbau bilden hier die Gewerbe eine der Hauptnahrungsquellen, besonders Gold- u. Silbermanufakturen, Fabrikation von Kupfer-, Bronce- u. Messingwaren, von Wachswaren, von Tabak u. Cigarren, von Möbel u. Holzschnitzarbeiten, Seide- u. Halbseideweberei, viele Mühlwerke, Leimsiederei, Gerberei, überhaupt viel Kleingewerbe. 41 Kaufleute, theils mit theils ohne offene Läden. Unterm 27° 27’ 36,35“ L. u. 48° 47’ 57,19“ Br., 14 geom. St. von Stuttgart liegt in dem reizenden, fruchtbaren Remsthale an den Einmündungen des Thierbachs (Waldstetterbachs) u. des Sulzbachs in die Rems (daher der Name Gmünd) die ansehnliche, altehrwürdige Stadt, die mit ihren Kirchen, Thürmen, Ringmauern etc. noch das ächte Gepräge einer im Mittelalter wohlbefestigten, bedeutenden Reichsstadt trägt. Von den Kirchen sind zu nennen: die aus dem 11. Jahrh. stammende, äußerst interessante, im romanischen Stil erbaute St. Johanniskirche, die, wie auch der Thurm, mit den seltensten Ornamentirungen reich geschmückt ist. Nicht minder merkwürdig ist die großartige, im frühgermanischen Stil erbaute, in neuester Zeit würdig restaurirte Heiligkreuzkirche, deren beide Thürme schon 1497 einstürzten u. bis jetzt nicht wieder aufgebaut wurden. Die ursprünglich germanische, später stilwidrig veränderte Kirche zu St. Leonhard (Gottesackerkirche); die sehr alte, ursprünglich romanisch erbaute Kirche zu St. Salvator (sehr besuchte Wallfahrtskirche), welche außerhalb der Stadt auf einer freundlichen Anhöhe steht u. theilweise in einen Felsen gehauen ist. Von den vielen Kapellen bestehen nur noch die zu Herrgottsruhe u. St. Joseph. Mehrere Klöster sind 1803 eingegangen u. zwar: das Franziskanerkl. (jetzt Schullehrerseminar), die dazu gehörige Kirche stammt aus der rom. Periode; das 1140 gestiftete Augustinerkl. (jetzt Oberamt u. Kameralamt), die ehem. Klosterkirche dient gegenwärtig dem evangel. Gottesdienst; das Dominikaner- oder Predigerkl. (jetzt Artilleriekaserne); das Kl. zu St. Ludwig (jetzt Schulgebäude); das 1240 gestiftete Dominikanerfrauenkl. Gotteszell (jetzt Zuchthaus). Die Stadt hat schöne Spaziergänge u. Gesellschaftsgärten, worunter sich die sog. Köhlerhütte (Waldpartie) u. der Maierische Garten auszeichnen. G. war eine hohenstaufische Besitzung, welche sich zur Reichsfreiheit emporarbeitete. 1802 kam es samt Gebiet an Württb. Ausgezeichneter Gmünder: Hans Baldung.