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Textdaten
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Autor: Wilhelm Busch
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Titel: Das Geld in der Mauer
Untertitel:
aus: Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime. S. 117–118
Herausgeber: Otto Nöldeke
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Lothar Joachim
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Erscheinungsort: München
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[117]
9.

In Lahde starb ein Mann, der konnte im Grabe keine Ruhe finden. Des Nachts kam er wieder und leuchtete mit dem Krüsel in der Stube an der Brandmauer herum und ging dann still wieder weg. Weil nun die Leute im Hause gar nicht wußten, was ihm auf dem Herzen lag, sich auch fürchteten, ihn zur Rede zu stellen, so gingen sie zum Pastor und baten ihn, in der Stube eine Nacht zu wachen und den Geist anzusprechen. Spät am Abend kam der Pastor an, setzte sich dem Ofen gegenüber an einen Tisch, legte seine Bücher vor sich hin und zündete drei Lichter an. Die Leute gingen zu Bett. Da nun die Uhr an der Wand zwölfe schlug, trat der Geist herein, [118] lautlos, mit dem Krüsel in der Hand. Der Pastor konnte vor Schrecken kein Wort herausbringen. Als der Geist nach seiner Gewohnheit mit trauriger Miene an der Brandmauer herumgeleuchtet hatte, trat er an den Tisch, löschte erst ein Licht, dann das andere; als er aber das dritte auch löschen wollte, faßte sich der Pastor und redete ihn an: »Alle guten Geister loben Gott den Herrn.« »Ich auch«, sprach der Geist; »aber ich finde keine Ruhe, weil ich in die Mauer bei Lebzeiten mein Geld verborgen habe. Gebt drei Theile meinen Kindern und ein Theil den Armen, dann brauche ich nicht mehr an dieser Stelle zu wandeln.« Der Pastor versprach es. »So gieb mir die Hand darauf!« sagte der Geist. Der Pastor reichte ihm seinen Stock, der wurde ganz schwarz, wie ihn der Todte berührte. Darauf ist der Geist lautlos wieder gegangen. Am andern Morgen erzählte der Pastor, was ihm begegnet war; man brach die Mauer auf, fand das Geld und erfüllte den Wunsch des Todten, der sich von der Zeit an nicht wieder sehen ließ. Der Pastor ist aber bald darnach gestorben.