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[408]
Stein,

Sinnbild des Festen, Unumstösslichen in der Gründung der christlichen Kirche. Christus selbst nennt sich den Stein, den die Bauleute verworfen haben und der doch zum Eckstein geworden ist, worauf auch schon bei den Propheten hingewiesen wird. Psalm 118, 22. Jesaias 28, 16. Matth. 21, 42. Marcus 12, 10. Lucas 20, 17. Apostelgesch. 4, 11. Sodann gründet Christus seine Kirche auf Petrus, das ist der Fels oder Stein. — Christus wird ferner mit einem Stein verglichen, sofern aus dem Gestein die Quelle fliesst. Moses, der an den Felsen schlägt, dass eine frische Quelle hervorspringt, wurde Vorbild Christi, der sein Blut vergiesst als Quell aus dem eigenen Leibe, um die kranke Menschheit zu heilen. Weil aus Christo aber auch das Feuer der Liebe und göttlichen Weisheit in die Welt leuchtet, vergleicht ihn ein Hymnus des Prudentius auch mit dem Feuerstein. Fortlage, christl. Gesänge S. 121.

Ein Stein im Gewand oder in der Hand des heiligen [409] Stephanus bedeutet auf alten Bildern, dass er gesteinigt worden. So auf dem berühmten Genter Altar. Denselben Tod erlitt schon Jeremias, der Apostel Jacobus minor, Timotheus, an den Paulus seine Briefe schrieb, und viele Heilige. Die heilige Appia wurde gesteinigt, nachdem sie mit halbem Leibe war in die Erde eingegraben worden. — Der heilige Hieronymus wird oft mit einem Stein gemalt, mit dem er sich zur Busse auf die Brust schlug. Fiorillo II. 423.

Viele Steine sind Reliquien geworden durch die Fussspuren von Heiligen, die sich in dieselben eingedrückt haben. Vgl. Majoli, defens. imag. 77.

Steine des Anstosses und Aergernisses sind Sinnbilder der Störrigkeit und Unbeugsamkeit, die sich dem Heiligen nicht unterwerfen will und das Heil verschmäht. So die Steine, die der heilige Patricius verfluchte. Nieremberg, hist. nat. 444.

St. Albert von Ogna ist der Heilige, der den festen Stein trennt, den zerbrochenen wieder zusammenfügt. Dieser Heilige des 12ten Jahrhunderts lebte als armer Bauer und wurde auf dem Felde oft von seinen Kameraden geneckt. Einmal legten sie ihm einen Stein in’s Gras, aber seine Sense schnitt ihn leicht mitten durch. Ein andermal machte er ein Glas, das ein Mädchen zerbrochen hatte, durch sein Gebet wieder ganz. Als er sterben wollte und der Priester mit dem Sakrament zu lange ausblieb, kam eine Taube geflogen und brachte ihm die Hostie.

Der einsam auf einem Stein im Meer büssende Heilige ist St. Gregor auf dem Stein. König Marcus hinterliess einen Sohn und eine Tochter, die in verbotener Liebe zusammen den Gregorius zeugten. Das Kind wurde ausgesetzt und trieb auf dem Meere, wurde jedoch wunderbar erhalten. Als Gregorius herangewachsen war, fand er seine Mutter, ohne sie zu kennen, als Wittwe und ward ihr zweiter Gemahl. Sobald er aber entdeckte, wer sie sey, verliess er den Thron [410] und lebte siebzehn Jahre lang auf einem aus dem Meer vorragenden Felsen, an den er sich hatte anketten lassen. Den Schlüssel zum Schloss der Kette aber warf er in’s Meer. Da erscholl zu Rom, als der Papst gestorben war, eine Stimme vom Himmel, man solle den frommen Büsser auf dem Steine zum Papst wählen. Indem man ihn suchte und fand, brachte auch ein Fisch den Schlüssel zu der Kette, und Gregor, von seiner Sünde durch schwere Busse gereinigt, wurde Papst. Auch seine Mutter fand er wieder und ertheilte ihr Absolution. — Es ist ungewiss, ob diese Legende an Papst Gregor I. anzuknüpfen ist, doch wohl eher als an einen späteren. Die Legende steht in den Gestis rom. Nr. 81. Dieselbe Geschichte wird aber auch vom Einsiedler Barsissa und vom Jacobus Eremita erzählt. Die beste deutsche Bearbeitung des Gregor ist die in Versen von Hartmann von Aue, handschriftlich in Strassburg, herausg. von Lachmann. Vgl. dazu Lachmanns Nachträge in Haupts Zeitschr. V. 32 f. Dazu das deutsche Volksbuch. Eine alte lateinische Legende in Hexametern aus einer Münchner Handschrift in Haupts Zeitschr. II. 486. Vgl. über die Verbreitung der Sage Grässe, Literaturgesch. II. 2. 2. 984.

St. Liborius, ein frommer französischer Bischof des 4ten Jahrhunderts, gilt als Patron gegen Steinschmerzen. Als seine Reliquien nach Paderborn gebracht wurden, flog ein Pfau voraus und zeigte den Weg. 28. Mai. Sein Attribut ist ein Buch, auf dem kleine Steine liegen, und ein Pfau. Otte, Kunstarchäol. 2. 134.