<<< Oelberg >>>
{{{UNTERTITEL}}}
aus: Christliche Symbolik
Seite: {{{SEITE}}}
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
[[Bild:{{{BILD}}}|250px]]
[[w:{{{WIKIPEDIA}}}|Artikel in der Wikipedia]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[170]
Oelberg,

üblicher Name der Sculpturen, namentlich Steinbilder, welche Christum, auf einer kleinen Erhöhung kniend, darstellen, wie ihm der Engel den Leidenskelch darreicht. Häufig vorkommend als abgesonderte Gruppe in und vor den Kirchen. Vgl Kreuser, Kirchenbau I. 147.

Das Hauptmotiv dieser Scene ist die menschliche Furcht des Heilands vor dem bevorstehenden Leiden. Man hat mit Recht bemerkt, dass ohne diesen echt menschlichen Zug es scheinen könnte, als habe der Mittler sein Leiden selbst nur als ein Scheinleiden angesehen und als sey er in seiner göttlichen Natur über wirkliches menschliches Leiden erhaben gewesen. Ueberdies ist diese Angststunde am Oelberg die nothwendige Ergänzung zu der Versuchungsscene in der Wüste. Dort wurde Jesus versucht durch Hoffnung, hier durch Furcht; dort wandte sich der Versucher an den Stolz seiner göttlichen, hier an die Schwäche seiner menschlichen Natur. Olshausen II. 333. 427. – Tief charakteristisch ist auch der Gegensatz zwischen dem angstschwitzenden Heiland und den schlafenden Jüngern, die nichts merken und ahnen von Allem, was vorgeht.

Das alttestamentalische Vorbild der Scene ist das Ringen Gottes oder eines Engels mit Jakob. Nach der Tradition hiess jener Engel Chamuel, daher lässt die Legende (der auch die meisten Maler folgen) in jener Angststunde den Engel mit dem bittern Kelch zum Heiland hinabsteigen. Alt, Heiligenbilder S. 40. Andrerseits ist die Angst am Oelberg wieder das Gegenbild der Verklärung (Transfiguration) Christi. In beiden Scenen ist die Gruppirung fast die nämliche, sofern Christus beidemal nur drei Jünger mit sich auf den Berg nimmt und sich, höher aufsteigend, von ihnen absondert. Bei der Verklärung erschrecken sie so, dass sie [171] auf ihr Angesicht fallen und Christus sie erst wieder aufrichten muss; bei der Angstscene schlafen sie. In beiden Fällen ist die doppelte Natur Christi in ihren beiden Brennpunkten aufgefasst, bei der Verklärung wird der Mensch ganz zum Gott, in der Angststunde der Gott ganz zum Menschen. Eins setzt das Andere voraus.