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Textdaten
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Autor: Hugo Arnold
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Titel: Burghausen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 39, S. 659–660
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Burghausen im Salzachthal.
Nach einer Originalzeichnung von R. Püttner.

[659] Burghausen. (Zu dem Bilde S. 657.) Zu den schönsten und anziehendsten Landschaften im Deutschen Reiche zählt sicherlich das Thal der Salzach von der prangenden Bischofsstadt Salzburg ab bis zur Einmündung des Flusses in den gewaltigen Inn und die allgemeine Stimme bezeichnet als seine reizendste Perle das altehrwürdige Schloß der bayrische Herzöge, Burghausen, mit dem zu seinen Füßen sich auf schmaler Thalsohle an den Burgberg anschmiegenden und von ihm behüteten, betriebsamen Städtlein gleichen Namens. Und doch, wie wenige unter den vielen Tausenden von Wanderern, die alljährlich, nach den Reizen schöner Gegenden verlangend, die Gauen des Vaterlandes durchpilgern, setzen ihren Fuß dorthin in den weltverlorenen Winkel an den Ostmarken Bayerns? In der That, bis vor kurzem konnte er noch als weltverloren gelten, doch dies ist nicht mehr der Fall. In den letzten Jahren wurde eine Bahn von der Station Freilassing vor Salzburgs Thoren bis Tittmoning gebaut, und seit wenigen Monaten wurde auch die untere Strecke des Salzachthales durch eine Schienenstraße eröffnet, die von dem Städtchen Mühldorf nach Burghausen herüberführt. Schon einmal (in Nr. 12 des Jahrgangs 1895) wurden in Bild [660] und Wort die hervorragendsten Punkte des durch landschaftliche Schönheit wie durch reiche, wechselvolle Geschichte gleichmäßig ausgezeichneten Landstriches geschildert; heute führen wir unseren Lesern eine Gesamtansicht von Burghausen vor, wie sich das schmucke Städtlein vom rechten, vom österreichischen Ufer unterhalb des Ortes aus dem Auge des Beschauers darbietet. Im Kranze der mit zahlreichen wehrhaften Türmen ausgerüsteten Ringmauer thronen auf hochragendem Felsenrücken die Gebäude der stolzen Burg und Residenz. Sie sind für den Kenner besonders deshalb anziehend, weil sie größtenteils dem 15. Jahrhunderte entstammen. Ursprünglich ein Wehrbau, ist die Burg damals zu einer reichen Residenz umgewandelt worden, in welcher dann zahlreiche Fürsten ihr Hoflager hielten. Während der letzten drei Jahrhunderte dienten die Schloßgebäude zu Wohnungen für Beamte und als Kasernen. In der Hauptwache sind sie aber noch in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben, obwohl die frühere Pracht schwere Einbußen erlitt. Vor einigen Jahren hat die ehemalige Garnison die Säle im Schlosse verlassen, und statt der blauen Soldaten des Königs soll eine Sammlung von Gemälden, Altertümern und Kunstgegenständen dort oben ihren Einzug halten. Dann wird der Name Burghausens vielleicht öfter genannt werden als jetzt und die Forscher und Gelehrten werden vielleicht in größerer Zahl die Schritte in das stille Salzachthal lenken und ihre Augen weiden an der Hinterlassenschaft der Vergangenheit wie an der Rundschau über die herrliche Umgebung des Schlosses.

Hugo Arnold.