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Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Brief aus Düsseldorf nach München
Untertitel:
aus: Gedichte dreier Jahre
Seite 48
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1932
Verlag: Ernst Rowohlt Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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BRIEF AUS DÜSSELDORF NACH MÜNCHEN

                    (10. Januar 1930)

Nun, sind die Tage Dir nicht schön verflossen
In dieser wohlgeführten, freien Stadt!?
Und doppelt schön, weil, was wir hier genossen
Haben, uns gleicherzeit gestreichelt hat.

5
Wie jene Gassenbuben Räder schlugen!

Wie sich die Wellen rechts am Rhein betrugen!
Zwar: „Löwensenf“ ist kein sehr schönes Wort,
Doch er und schwarzes Brot! — In hundert Stunden
Haben wir hundert Herrliches gefunden.

10
Geliebte Frau, nun denk Dich dort

Zurück an jenes zarte Wasserbrünnchen
Im Breidenbacher Hof. Ach Du bist fort
Und weit von hier und untendrein in München.

Ich küsse Dich mit weitgedachtem Rüssel

15
Aus Düssel.