Bernhard v. Langenbeck †

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Titel: Bernhard v. Langenbeck †
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aus: Die Gartenlaube, Heft 44, S. 739
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1887) b 725.jpg

Bernhard v. Langenbeck.

[739] Bernhard v. Langenbeck †. (Mit Portrait S. 725.) In der Nacht vom 29. auf den 30. September starb in Wiesbaden Bernhard v. Langenbeck, einer der größten Chirurgen unseres Jahrhunderts. Er entstammte einer Familie, in welcher der ärztliche Beruf seit langen Zeiten eingebürgert war, und sein Oheim, der berühmte Professor J. Martin Langenbeck in Göttingen, war sein hervorragendster Lehrer und Meister. Bernhard Langenbeck, der zuerst in Göttingen und Kiel docirte, erlangte rasch einen bedeutenden Ruf; denn als im Jahre 1847 Dieffenbach plötzlich im Hörsaale während einer Operation, die er auszuführen hatte, gestorben war, glaubte man für den Lehrstuhl der Chirurgie an der Berliner Universität keinen würdigeren Nachfolger finden zu können, als Langenbeck, der damals erst 37 Jahre alt war.

Er hat die Hoffnungen, die auf ihn gesetzt wurden, glänzend erfüllt. Die Chirurgie verdankt ihm viele ihrer größten Fortschritte, und berühmte Meister wie Billroth, Hüter etc., die auf deutschen und ausländischen Universitäten wirken, waren einst seine Schüler. Langenbeck war der eifrigste Vertreter der „konservativen Chirurgie“, welche bei den Operationen möglichst schonend vorgeht und von den zu operirenden Theilen so viel als möglich zu erhalten bestrebt ist.

Während z. B. früher bei Knochen- und Gelenkverletzungen die Chirurgen meist zur Amputation des ganzen Gliedes schritten, brachte Langenbeck die Knochen- und Gelenkresektionen zur allgemeinen Geltung, wodurch zahllose Verwundete und Verunglückte vor einer gänzlichen Verstümmelung bewahrt wurden. Nach dieser Richtung hin konnte Langenbeck namentlich in der Kriegschirurgie segenbringend wirken und that es auch in allen Kriegen, welche Preußen in letzter Zeit geführt hatte. Schon im Jahre 1869 wurde er zum Generalarzt erster Klasse à la suite der Armee ernannt. Mit dieser Charge ist der Oberstrang verbunden; aber der König verlieh Langenbeck, um ihn ganz besonders auszuzeichnen den Rang eines Generallieutenants.

Nach den Angaben der Tageszeitungen und der Konversationslexika wurde Langenbeck am 9. November 1810 in Hannover geboren; dem gegenüber wird jetzt vom Pastor v. Hanffstengel die Behauptung aufgestellt, der „Altmeister der deutschen Chirurgie“ habe am 8. November 1810 in Padingbüttel im Lande Wursten das Licht der Welt erblickt. *