Benedikte Naubert (Schindel)

Textdaten
Autor: August von Schindel
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Titel: Benedikte Naubert
Untertitel:
aus: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts. Zweiter Theil, M-Z,
Nachträge aus dem Dritten Theil
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1825
Verlag: F. A. Brockhaus
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Erscheinungsort: Leipzig
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Kurzbeschreibung:
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[032] † Naubert (Christiane Benedicte Eugenia), geb. Hebenstreit, geb. d. 13. Sept. 1756[1], eine Tochter des berühmten D. Johann Ernst Hebenstreit, Professors der Arzneikunde zu Leipzig, der, nebst D. Ludwig, vom König v. Polen und Churf. v. Sachsen, August II., im Jahr 1731 nach Afrika zum Einkauf von Thieren dortiger Zone für die Dresdner Menagerie gesendet worden war und sich in dieser Absicht dort einige Jahre aufgehalten hatte. Ihre Mutter war Christiane Eugenie, die Tochter D. Benj. Gottlieb Bossecks, Seniors des Schöppenstuhls und Rathsherrn zu Leipzig. Von ihrer Mutter erhielt sie Unterweisung in allen damals üblichen weiblichen Arbeiten, vorzüglich im Sticken, worin sie es zu einer solchen Fertigkeit brachte, daß sie ganze Gegenden mit leichter Mühe mit der Nadel aufnahm und ganze Gedichte stickte. – Ihren Vater verlor sie sehr frühzeitig (im Jahr 1757. 5. December). Er starb als ein Opfer ärztlicher Treue, die er mit mehr Eifer ausübte, als ihm bei seinen übrigen öffentlichen Aemtern zugemuthet werden konnte, am Nervenfieber, von dem er bei Besuchung der Hospitäler des 7jährigen Krieges angesteckt worden war. – Die vaterlose [033] Waise bildete daher der Unterricht einer trefflichen Mutter und dreier liebenden Brüder, die, bei des Vaters Tode noch unmündig, in der Folge als akademische Lehrer und Schriftsteller berühmt wurden. Vorzüglich verdankte sie ihrem Stiefbruder, dem Prof. der Theologie Hebenstreit, ihre gelehrte Bildung, indem er sie und jene ebenfalls vielseitig gebildeten Brüder in der Philosophie, Geschichte, in der lateinischen und griechischen Sprache unterrichtete. – Die Kenntniß der französischen, italienischen und englischen Sprache verdankte sie ihrem eigenen Studium. Mythologie der Griechen und Römer, Geschichte des Mittelalters und neue Sprachen waren ihre Lieblingsbeschäftigungen, besonders die alte und mittlere Geschichte. Oft erzählte sie dies und den Gang ihrer Bildung im hohen Alter, und wie sie als Grundlage ihrer geschichtlichen Romane späterhin Tage lang mit enthusiastischem Eifer alte bestaubte Chroniken durchblättert habe.

Musik war ihre angenehmste Zerstreuung: sie spielte Pianoforte und Harfe, vorzüglich letztere meisterhaft, selbst in den letzten Jahren ihres Lebens. Dieser gelehrten Bildung ungeachtet, versäumte sie nie die dem weiblichen Berufe eigenthümlich angewiesenen Pflichten. Sie war häuslich und lebte eingezogen, führte in früherer Zeit die Wirthschaft ihrer Mutter und war die unverdrossene Pflegerin an dem Krankenbette derselben. Oftmals äußerte sie, mit stillem Tadel unsrer heutigen Sitten, daß ihr Mann sie nicht auf Bällen oder in Gesellschaften, sondern in dem Hause und am Krankenlager ihrer Mutter habe kennen lernen. Ueberhaupt glich sie [034] manchen – sogenannten geistreichen Damen unserer Zeiten – in keiner Hinsicht. – Sie war zweimal, wie sie selbst bekannte, glücklich verheirathet: das erstemal mit Lorenz Holderieder, Kaufmann und Rittergutsbesitzer in Naumburg, mit dem sie gegen sechs glückliche Jahre verlebte; das zweitemal mit Johann Georg Naubert, einem angesehenen Kaufmann ebendaselbst, der sich nachher nach Leipzig wendete; seine Vorfahren stammten aus den französischen Niederlanden und schrieben sich, wie seine in Holland noch lebenden nahen Verwandten, Nauvers.

Die Beschäftigungen ihres regen Geistes – denn sie war die fruchtbarste deutsche Schriftstellerin – waren ihr in den frühesten Zeiten Erholung, in den spätern Jahren – wo sie an Schwäche des Gesichts und Gehörs unendlich litt und alles dictiren mußte – Bedürfniß. Ihre Augen, deren ehemaliger Glanz von Alter und vielem Lesen fast ganz erloschen, verstatteten ihr nicht mehr, weder zu lesen, noch zu schreiben. Ueber ihre Herzensgüte, ihr freundliches Entgegenkommen, ihre Tugenden herrschte unter Allen, die sie kannten, nur Eine Stimme; man mußte sie, die ehrwürdige Matrone, im schneeweißen Gewande, mit fast verhüllten Augen, mit ihrer Aller Herzen gewinnenden Milde, fast schon den höheren Gefilden beigesellt, von den frühern Zeiten erzählen hören, um in ihr die geistreiche Frau zu verehren, die rathende Freundin zu achten, die liebevolle Mutter zu lieben. Ihre Stimme hatte, bei aller Weichheit, dennoch etwas Festes, den Ausdruck ihres ganzen Charakters, und oft hob sich im Verfolg eines lebhaften Gesprächs, das [035] ihre Züge ungemein liebenswürdig machte, ihr Auge zu dem hinauf, den sie in Wort und That immer gepriesen hatte. Von allen ihren Verwandten ward sie mit zarter Innigkeit empfangen und sie feierten stets die Wochen, in denen sie mit ihrem Gatten, wenn ihn Geschäfte riefen, von Naumburg nach Leipzig kam.

Den von dem jüngsten ihrer obengedachten drei vor ihr verstorbenen Brüder (denn die andern beiden starben unverheirathet) aus der Ehe mit einer nahen Anverwandtin des jüngst verstorbenen Dichters D. August Apel hinterlassenen Sohn Eduard Hebenstreit, erzog sie bis zur akademischen Laufbahn mit mütterlicher Treue. – Ihr religiöser Sinn spricht sich in den meisten ihrer Schriften aus; – ein Beleg sey folgende Aeußerung: Nach dem Tode eines ihrer Verwandten, der in der letzten Zeit seines Lebens, wegen heftiger Krankheit an den Füßen, nicht hatte gehen können, und den sie mit Liebe gepflegt und gewartet hatte, fand man ein Tuch, auf welchem die Worte geschrieben standen: „Die Leiche hinein zu legen.“ Diese Worte haben ihr deswegen gefallen, weil der Oheim nicht geschrieben hatte, meine Leiche hineinzulegen; „denn“, setzte sie stets hinzu, „er war nicht allein Philosoph, er war auch Christ.“

Sie hatte im Herbst 1813 Naumburg verlassen und war nach Leipzig zurückgekehrt, um in ihrer Vaterstadt sich zu einer Operation an ihren Augen vorzubereiten. Eine Erkältung scheint die erste Veranlassung zu ihrer Krankheit gewesen zu seyn, welche sich in einer rheumatischen Hals- und Brustentzündung äußerte, die, trotz aller Bemühungen des Arztes, unaufhaltsam in Lähmung der [036] Lunge übergegangen war und am vierten Tage ihr Leben, am 12. Januar 1819, früh gegen 8 Uhr, durch einen – wie jenes – sanften und ruhigen Tod endete. Ihre letzten Augenblicke waren dem Andenken ihrer Lieben und ihrem Gotte geweiht. – Zu Ende des Jahres 1813 hatte sie eine innere Furcht vor dem Monat Januar des kommenden Jahres und äußerte sie oft in vertraulichem Gespräche; vielleicht in trüber Erinnerung an so manche ihr in diesem Monat entrissene Lieben. Sie fragte auch jeden Tag ihrer Krankheit ängstlich und ahnungsvoll nach dem Datum; doch hatte sie so viel Besonnenheit und Geistesgegenwart, daß sie noch am Tage vor ihrem Tode einige Worte in der für den Frauenzimmer-Almanach a. Jahr 1820 ausgearbeiteten Erzählung: Herzog Christian von Eisenberg, abänderte und einem ihrer Verwandten dictirte, indem sie sich wohl erinnerte, daß diese Erzählung in diesen Tagen vollendet und abgegeben werden müsse.

Ihre zahlreichen Schriften sind theils Originalwerke, theils Uebersetzungen aus dem Englischen. Bis fast an das Ende dieses Lebens war ihr eifriges Bestreben, sich in eine dunkle Anonymität zu verhüllen, mit einem glücklichen Erfolge gekrönt. – Bei ihren frühern Schriften war ihr Bruder, der Professor in Leipzig, der verschwiegene Vermittler zwischen ihr und dem Verleger. – Unrichtig ist aber die von Prof. Schütz in der Zeit. f. d. eleg. Welt (1817. Nr. 36.) angeführte Anekdote: ihr Vater habe, da er seine Tochter immer von Romanenliebhaberei abgehalten, am wenigsten in ihr selbst eine Verfasserin solcher Schriften ahnend, ihr einen von ihr selbst geschriebenen [037] Roman, als besonders lesenswerth, mitgebracht und empfohlen, wie Benedikte Naubert selbst in einem Briefe an mich äußert.[2]

Mit ausgezeichnetem Beifall wurden ihre Schriften aufgenommen, besonders Walther v. Montbarry, Thecla v. Thurn, Hermann v. Unna; nur desto größer war der Reiz, den Verfasser zu kennen. Bald glaubte man ihn in dem Forstrath Cramer in Meiningen, bald in dem Buchhändler Heinse in Zeitz, bald in Joh. Ernst Friedr. Wilh. Müller (als Pseudonym Filidor), bald endlich in dem Professor Milbiller in Wien zu errathen. – Selbst Meusel in seinem Gel. Taschenb. führte Letztern als Verfasser mehrerer der Naubert angehörigen Schriften an, bis Milbiller selbst die Autorschaft ablehnte; auch die wahre Verfasserin widersprach der Behauptung in der Allg. Lit. Zeit. 1797. Jul. 17., doch ohne dabei ihren Namen zu nennen. – Meusel ist daher wohl zu entschuldigen, wenn er sie in seinem Werke gar nicht mit Namen aufführt; denn erst im Jahr 1817 trat sie aus ihrem Dunkel und nannte sich zuerst in ihrem Roman Rosalba. Früher war nur Vermuthung, keine [038] Gewißheit, zumal da in den meisten Literaturgeschichten der anonym erschienenen Werke nur beiläufig erwähnt wird. – Daher erwähnte auch D. Horn in seiner schönen Literat. Deutschlands, Bd. 1. §. 156 einige Schriften der Naubert, unter dem Artikel Neubert, und selbst der berichtigende Recensent in d. Heidelb. Jahrb. 1812. Nr. 63 ist ungewiß über die Orthographie des Namens. Daher Hofrath Böttiger in seiner Erklärung der Gemäldegallerie aus Schillers Wallenstein, im Taschenbuch Minerva a. J. 1811. S. 42. den Roman Thecla von Thurn einer männlichen Feder zuschreibt, ohne daß die wahre Verfasserin dies berichtigte. Professor Schütz war in seinem Aufsatz in der Seit. f. d. eleg. Welt der erste, der Nachrichten über sie und einen Theil ihrer Schriften mittheilte.

Wenn sich ihre Schriften übrigens bei jenem Charakter derselben überhaupt auszeichnen, daß sie für das weibliche Geschlecht wegen ihrer Reinheit ganz besonders [039] empfohlen werden können, so haben ihre Bearbeitungen geschichtlicher Gegenstände auch noch den besonders ausgezeichneten Werth vor so vielen andern Schriften der Art, die die Geschichte entstellen und schon von dieser Seite mehr nachtheilig wirken möchten, – daß sie sich es zum Gesetz machte, diesen Fehler zu vermeiden, und sich nur bei Muthmaßungen eigene Dichtung erlaubte, wie z. B. bei der Fontanges, wo sie die Data in der Geschichte ihrer Heldin sehr dürftig fand, und sie sich darin, besonders in der Zeichnung ihres Charakters, an das hielt, was sie in den Memoiren der Herzogin von Orleans, einer gebornen braunschweigischen Prinzessin, die damals lebte und auch in der Geschichte ihre Rollen spielte, fand.

Die Geschichte des Mannes mit der eisernen Maske schöpfte sie aus einem alten Buch unter diesem Titel: „Muthmaßungen über den Mann mit der eisernen Maske“, (vielleicht vom Gr. v. Veltheim in s. Samml. eig. Aufsätze. Helmstädt. 1800. 1. S. 103–146.), der Histoire du père et du fils und den Lettres secrètes de Mad. la Duch. d’Orleans. – Die neuern Aufklärungen dieses Gegenstandes (in Quintin Clawford Mélanges d’histoire et de littérature. Paris. 1817.) mußten ihr fremd seyn.

Es wurden unsrer Naubert aber auch wohl falsche Erzählungen zugeschrieben: z. B. die von G. H. Heinse, Ferdinand Alvarez von Toledo, Herz. v. Alba, und Heinrich der Eiserne; – Talbot Dillons Peter der Grausame, übers. von Prof. Selas; – Glückliche Folgen gekrönter Liebe, von W. L. [040] A. Wichmann; – Die deutschen Fürsten. 4 Thle. von Prof. Seybold; und Geschichte Abällino’s und Heloisens, a. d. Engl. des John Barvington, übers. v. D. d. St. Hahnemann und Valeria (von v. Nostitz.)

Die eigentlich letzte literarische Arbeit unserer Dichterin war die im Taschenb. f. Frauenz. 1820 eingerückte Erzählung, Herz. Christian v. Eisenberg. – Aus ihrem Nachlaß erschienen noch einige Schriften bis jetzt; und es wäre zu wünschen, daß aus ihrem literarischen Briefwechsel mit Wieland u. a. ihrer Verehrer Mittheilungen würden. Ersterem wurde sie durch Briefe bei Gelegenheit der in das Journal f. deutsche Frauen eingerückten Erzählung: die Laren, bekannt.

Gewiß nimmt Benedicte Naubert unter den Schriftstellerinnen Deutschlands, in Hinsicht ihres hohen gebildeten Geistes, ihrer gehaltvollen Schriften, in denen sich eine tiefe Kenntniß des menschlichen Herzens, vertraute Bekanntschaft mit der Geschichte, ein sittlicher Sinn für alles Schöne und Gute beurkundet, und von Seiten ihres liebenswürdigen Charakters und ihrer ehrwürdigen Religiosität, mit der sie sich, am Abend ihres Lebens so sehr geprüft, immer gleich blieb, einen der ersten, wo nicht den ersten Platz ein.

Noch verdient es Erwähnung, daß die geistreiche unglückliche Dichterin, Louise Brachmann, ihrer besonders auszeichnenden Freundschaft genoß, mehrere Wochen in ihrem Hause zubrachte und ihre literarischen Beschäftigungen mit ihr theilte.

[041] §. §. Schriften:

* Geschichte Emma’s, Tochter Kaiser Karl d. Großen und seines Geheimschreibers Eginhard. 2 Thle. Leipzig.[WS 1] 1785. 8. (1 Thlr. 20 Gr.)

* Die Ruinen, eine Geschichte aus den vorigen Zeiten, a. d. Engl. Ebend. 1786. 8. 3 Bde. (1 Thaler. 8 Gr.)

(Soll zu Prag unter dem Tit.: Mathilde und Eleonore von Norfolk, heimliche Tochter der Maria Stuart, nachgedruckt seyn.)

* Amalgunde, Königin von Italien, oder das Mährchen von der Wunderquelle, eine Sage aus den Zeiten Theodorichs d. Großen, m. 1 Kpfr. Ebend. 1786. 8. (1 Thlr. 18 Gr.)

* Walther von Montbarry, Großmeister des Tempelherrnordens. 2 Thle. Leipzig. 1786. 8. (2 Thlr. 12 Gr.) Uebers. in d. Franz. von Mad. de Cerenville. Paris. 1799. 8. – Ins Holländ. Haag. 1804. 8.

* Die Amtmannin von Hohenweiler, eine wirkliche Geschichte, aus Familienpapieren von Verf. d. Walther v. Montbarry. Ebend. 1787. 8. 2te Aufl. 1798. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Geschichte der Gräfin Thecla von Thurn, oder Scenen aus dem 30jährigen Kriege, 2 Thle. Leipzig. 1788. 8. (2 Thlr.)

* Herrmann von Unna, eine Geschichte aus den Zeiten der Vehmgerichte. Leipzig. 1788, 8. 2 Thle. (1 Thlr. 8 Gr.) – Eine franz. Uebers. von Jean Nic. Etienne de Bock. 2 Tomes. Metz. 1792. 8.

* Konradin von Schwaben, oder Geschichte des unglücklichen Enkels Kaiser Friedrichs II. 2 Bde. Leipzig. 1788. 8. (1 Thlr. 8 Gr.)

* Elfriede, oder Opfer väterlicher Vorurtheile. 2 Bde. m. Kpfr. Ebend. 1788. 8. (1 Thlr. 16 Gr.)

* Pauline Frankini, oder Täuschungen der Leidenschaften und Freuden der Liebe. m. Kpfrn. Ebend. 1788. 8. (1 Thlr.)

* Hatto, Bischof von Mainz, eine Legende des 10ten Jahrh. m. Kpfrn. Leipzig. 1789. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Elisabeth, Erbin von Toggenburg, oder Geschichte der [042] Frau von Sargens in der Schweiz, Leipzig. 1789. 8. N. Aufl. 1799. 8. (2 Thlr. 8 Gr.) Neue wohlf. Ausg. Leipzig. 1809. 8. (1 Thlr.)

* Neue Volksmährchen der Deutschen. 5 Thle. m. Kpfrn. Ebend. 1789–1793. 8. (6 Thlr. 16 Gr.)

Der 5te Theil auch unter dem Tit.: Erzählungen und Wallfahrten der Pilger, 1ter Theil, nachgedruckt zu Wien 1819 in den Meisterwerken deutscher Dichter und Prosaisten
Nicht Nachahmungen des Musäus, sondern eigene Erfindungen. Aus den in denselben enthaltenen Mährchen, die Ludlamshöhle und die weiße Frau, hat vermuthlich Oehlenschläger bei der Dichtung seiner Ludlamshöhle geschöpft. Auch hat aus diesem Werke zum Theil Hofmann in d. Kampf der Sänger auf der Wartburg (Urania 1819.) geschöpft.

* Emmy Reinold, oder Thorheiten der Großen und Kleinen, a. d. Engl. Leipzig. 1789. 8. (1 Thlr. 16 Gr.)

* Geschichte des Lord Fitzherbert und seiner Freunde, oder die verkannte Liebe, n. d. Franz. Ebend. 1790. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Barbara von Blomberg, vorgebliche Maitresse Kaiser Karls V. Eine Originalgeschichte. Leipzig. 1790. 2 Thle. 8. (2 Thlr. 8 Gr.)

* Brunhilde, eine Anekdote aus dem bürgerlichen Leben des 13ten Jahrh. Leipzig. 1790. 8. (1 Thlr. 8 Gr.)

* Werner Graf Bernburg, eine Geschichte aus den Zeiten des Mittelalters, von dem Verf. des Hermann v. Unna. 2 Thle. Leipzig. 1790. 8. (2 Thlr. 4 G.) Nachgedruckt in Wien 1795. 2 Bde. 8. m. Kpfrn.

* Begebenheiten der gräfl. Familie von Wallis, in der Geschichte zweier Zwillingsschwestern. 2 Thle. m. Kpfrn. Leipzig. 1790. 8. (1 Thlr. 16 Gr.)

* Alf von Dülmen, oder Geschichte Kaiser Philipps und seiner Tochter, aus den ersten Zeiten der heimlichen Gerichte, vom Verf. d. Walther von Montbarry. 2 Thle. 1790. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

[043] * Graf Adolph der IV. aus Schauenburgischem Stamme, Bestätiger der Freiheit Hamburgs. Leipzig. 1791. 8. (1 Thlr.)

* Geschichte Heinrich Courtlands, oder selbstgeschaffene Leiden. 2 Thle. 1791. 8.

* Edwy und Elgira, oder die Wunder des heil. Dunstan, eine altengl. Geschichte, vom Verf. des Walther v. Montbarry. Ebend. 1791. 8. (12 Gr.)

* Lord Heinrich von Holland, Herzog von Exeter, oder die irre geleitete Großmuth, a. d. Engl. Ebend. 1791. 8. (1 Thlr. 4 G.)

* Gebhard, Truchses von Waldburg, Churf. von Cöln, oder die astrologischen Fürsten. Leipz. 1791. 8. (1 Thlr. 6 Gr.)

* Marie Fürst, oder das Alpenmädchen, m. Kpfrn. Ebend. 1791. 8. (1 Thlr. 16 Gr.)

* Graf Rosenberg, oder das enthüllte Verbrechen, eine Geschichte aus den Zeiten des 30jährigen Krieges. Ebend. 1791. 8. (20 Gr.)

* Philippine von Geldern, oder Geschichte Selims des Sohns Amurat. Ebend. 1792. 2 Bde. 8. (2 Thlr. 8 Gr.)

* Konrad und Siegfried von Feuchtwangen, Großmeister des deutschen Ordens. 2 Thle. m. Kpfrn. Leipzig. 1792. 8. (2 Thlr. )

* Miß Louise Fox, oder Reise einer jungen Engländerin durch einige Gegenden von Deutschland. Ebend. 1792. 8. (21 Gr.)

* Ulrich Holzer, Bürgermeister in Wien, vom Verf. der Thecla von Thurn. 2 Thle. m. Kpfrn. Ebend. 1792. (2 Thlr. 8 Gr.) – Nachgedr. in Wien. m. Kpfrn. 1793.

* Lucinde, oder Herrn Simon Goodwins medicinische Leiden, a. d. Engl. Ebend. 1792. 8. (16 Gr.)

* Heinrich von Plauen und seine Neffen, Ritter d. deutsch. Ordens, nach der wahren Geschichte treu bearbeitet. m. Kpfrn. 2 Bde. Ebend. 1793. 8. (1 Thlr.)

* Aline, ein ägyptisches Mährchen. 5 Bde. m. Kpfrn. Ebend. 1793–1797. 8. (2 Thlr. 13 Gr.) [044]

Der 5te Theil unter dem Tit.: Geschichte des Pythicus und der Prinzessin Save. Leipzig. 1797. 8. (9 Gr.)

* Walther von Stadion, oder Geschichte Herzogs Leopold von Oesterreich und seiner Kriegsgefährten, vom Verf. d. Walther v. Montbarry, Ebend. 1794. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Sitten und Launen der Großen, ein Cabinet von Familienbildern. Ebend. 1794. 8. (1 Thlr. 4 Gr.)

* Velleda, ein Zauberroman. Ebend. 1795. 8. (1 Thlr.)

* Der Bund des armen Konrads, getreue Schilderung einiger merkwürdigen Auftritte aus den Zeiten des Bauernkriegs des 16ten Jahrhunderts, vom Verf. d. Walther von Montbarry. Ebend. 1795. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Friedrich der Siegreiche, Churf. v. d. Pfalz, der Mark Aurel des Mittelalters, treu nach der Geschichte bearbeitet, 2 Thle. m. Kpfrn. Ebend. 1795. 8. (2 Thlr. 8 Gr.)

* Joseph Mentes Pinto, eine jüdische Geschichte, vom Verf. der Aline, oder Hermann von Unna u. s. w. Ebend. 1802. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

* Cornelia, oder die Geheimnisse des Grabes, nach dem Engl. frei bearbeitet von dem Verf. des Hermann von Unna. Ebend. 1803. 8. 2 Thle. (3 Thlr. 16 Gr.)

* Fontanges, oder das Schicksal der Mutter und der Tochter, eine Geschichte aus den Zeiten Ludwigs XIV. Ebend. 1805. 8. (1 Thlr. 12 Gr.) – Neue Aufl. mit dem Namen d. Verf. Ebend. 1824. 8. (1 Thlr.)

* Die Gräfin von Frondsberg, aus dem Hause Löwenstein, eine vaterländische Geschichte aus den Zeiten des Mittelalters. Ebend. 1806. 8. N. Aufl. Ebend. 1810. 8. (2 Thlr.)

* Eudocia, Gemahlin Theodosius, eine Geschichte des 5ten Jahrhunderts. m. Kpfrn. 2 Thle. Ebend. 1805. 1806. 8. (3 Thlr.) – N. Aufl. Ebend. 1821. 8. m. Kpfrn. (2 Thlr.)

* Heitre Träume, in kleinen Erzählungen. Ebend. 1806. 8. – N. Aufl. Ebend. 1809. 8. (1 Thlr. 10 Gr.)

* Lioba und Cilia. Gotha. 1806. 8. (16 Gr.) – N. Aufl. [045] 1809. unter dem Tit.: Mathurin, vom Verf. des Walther von Montbarry. (16 Gr.)

* Wanderungen der Phantasie in die Gebiete des Wahren. Leipzig. 1806. (1 Thlr. 8 Gr.) – Neu wohlfeile Ausg. 1810. 8. Ebend. (1 Thlr.)

* Attila’s Schwerdt, oder Azimuntinerinnen. Naumb. 1808. 8. (20 Gr.) Neue Aufl. Ebend. 1810. 8. (Nachdr. Pesth. 1808. 8.)

* Irrungen. Naumb. 1808. 8. (1 Thlr. 4 Gr.)

* Elisabeth Lezkau, oder die Bürgermeisterin. Naumburg. 1808. 8. (10 Gr.)

Anmerk. Diese Erzählung steht beinahe wörtlich im 1ten Theil des Ulrich Holzer, mit alleiniger Veränderung des Namens Elisabeth in Maria.

* Mathurin. Gotha. 1809. 8. (16. Gr.)

(Erschien früher unter dem Tit.: Lioba und Cilia.)

* Azaria, eine Dichtung der Vorwelt. Leipzig. 1814. 8. (16 Gr.)

* Rosalba. 2 Thle. m. 1 Kpfr. Leipzig. 1816. 8. (2 Thlr.) Sie unterzeichnete bei diesem Werk zuerst ihren Namen.

* Alexis und Louise, eine Badegeschichte von B. Naubert. (Aus ihrem Nachlaß.) m. 1 Kpfr. Leipzig. 1819. 8. (1 Thlr.)

* Turmalion und Lazorta, eine Reliquie des 17ten Jahrh. 1680–1687. m. 1 Kpfr. 2 Thle. Leipzig. 1820. 8. (1 Thlr. 14 Gr.) Ebenfalls im Manuscr. hinterlassen.

Der kurze Mantel, und Ottilie, zwei Volksmährchen. Wien. 1820. 8. (16 Gr.)

Aufsätze in Zeitschriften und Almanachen, anonym.

*Im Journal f. deutsche Frauen (von Seume und Rochlitz.) – Die Minyden. – Portia. – Die Frau von 63 Jahren. – Die Laren. – Constanze. – Ceceli. – Minona. (Sämmtlich B. N. – unterzeichnet.)

In Rochlitz Selene. – Leichtsinn. – Oarsiph, eine Dichtung der Unterwelt. – Die Warnerin. – Joh. Riß. – [046] Armithia. – Psyche. – Charaden. – Ged. mit der Aufschrift: Lieder einer Ungenannten.

* In G. W. Beckers neuen Erholungen. Bd. 11. Leipzig. 1810. S. 1–67. Fremde und deutsche Liebe.

* In Kind’s Harfe. Jahrg. 1817. VI. S. 1–74. Libelle, eine romantische Erzählung. VIII. S. 188. Dionysius und Odalia. – 1819. 2 Erzählungen. – Gedichte. – IV. 365. Die Hyacinthe, an Louise Brachmann. – VI. 338. Des Sängers letzter Morgen, bei A. Apels Tode.

* Im Frauenzimmer-Almanach zum Nutzen und Vergnügen. (Leipzig.) a. J. 1813. S. 6. Persephron, Ged. – 1817. Laura. – 1818. S. 227–314. Die Felsenjungfrau. – 1819. Stephan Walker. – 1820. Herzog Christian von Eisenberg, oder das Eisenberger Gespenst, biographische Darstellung nach den Papieren des Abt Theophilus a St. Maria Lusatiae.

* Im Erzähler von Hundt-Radowsky. 1802. II. Nr. 7. Der Schloßherr.

* In d. Zeit. f. d. eleg. Welt. a. J. 1818. Nr. 28–37. Die Verräther.

* In der Minerva. Taschenb. a. J. 1812. Aois, eine Erzählung.

Unter ihrem literarischen Nachlaß befindet sich außer einigen Gedichten, Charaden und kleinen Erzählungen eine versuchte, aber unvollendete, metrische Uebersetzung von Youngs Nachtgedanken.

Vergl. Zeit. f. d. eleg. Welt. 1817. Nr. 36. – Skizze ihres Lebens von Moriz Kind, in Kind’s Harfe VIII. 301–310. – Allg. Hall. Literaturzeit. 1819. Nr. 48. 1820. Ergänzungsbl. Nr. 30. – Abend-Zeit. 1819. Nr. 202. u. 270. 1820. Nr. 181. u. 220. – Leipz. Lit. Zeit. 1819. Nr. 106. Raßmann’s Gallerie. 1te Forts. 1819. S. 22. Conversat. Lex. Suppl. 3. Abth. S. 156. – Aufs. v. K. Grumbach in Philippi’s Merkur a. d. J. 1822. Nr. 72. –

[047] Thusnelde v. Grote und Raßmann 1818. Bd. 1. H. 1. S. 100. – Meusel XVIII. S. 810–815.


  1. Nach ihrer eignen Angabe. – Kind u. A. geben 1757 als Geburtsjahr an.
  2. Ich theile diesen sehr freundlichen, sie so sehr selbst charakterisirenden Brief als Antwort mit: „Namburg den 6. Febr. 1818. Ihre Anfrage, welche Sie, V. H., an mich gelangen ließen, ist zu verbindlich und betrifft eine zu unbedeutende Kleinigkeit, als daß ich die freundliche Beantwortung verfehlen sollte. Sie finden die verlangten Data in der Beilage von Freundeshand, nur, wie mich dünkt, etwas zu weitläuftig verzeichnet. – Können wohl irgend jemand diese Kleinigkeiten interessiren? Mein Privaturtheil von der ganzen Sache geht aus meiner langen [038] Verborgenheit hervor, die ich ohne meine Schuld verloren habe; das verlangte Verzeichniß jener Schriften finden Sie in der Zeit. f. d. eleg. Welt. Daß diese öffentliche, etwas prunkhafte Ausstellung ohne mein Wissen und Willen erfolgte, geht schon aus der durchaus falschen Anekdote hervor, welche man ihr beifügte. Diese Geschichte begegnete mir nicht, konnte mir nicht begegnen, ob ich gleich vielleicht in der Folge etwas ähnliches erfuhr. – Sie gehört der Miß Burney, einer bekannten englischen Schriftstellerin. – Das ist alles, was ich über diese Dinge einer fremden Hand in die Feder sagen konnte, mit meiner eigenen unterzeichne ich mich hochachtungsvoll
    Benedicte Naubert.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Leipig.