Belauschte Frau

Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Belauschte Frau
Untertitel:
aus: 103 Gedichte, S. 24–25
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
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Belauschte Frau


Doch ihr Gesicht,
Das sah ich nicht.
Nur Beine, Rock, gebeugten Rücken,
Ein nasses Stück vom Schürzenhang.

5
Das alles lebte sich beim Bücken

Und Wenden unterm Küchenlicht.

Ich aber stand im dunklen Gang,
Sah nach den unbewachten Beinen
Unter des hochgerutschten Rockes Saum.

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Zwei sichre Arme dachte sich mein Traum.

Nur ihr Gesicht, das sah ich nicht.

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Doch etwas war, als wäre es zum Weinen.


Kein Laut, kein Wort. –
Es ist auch nichts Zunennendes gewesen.

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Ich aber weiß: Als ich den Gang verließ,

Schlich ich ganz innig leise fort,
Und war betrübt, als ich doch einen Besen
Umstieß.