BLKÖ:Wojnarowska, Karoline

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wojna
Band: 57 (1889), ab Seite: 250. (Quelle)
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Wojnarowska, Karoline (Jugendschriftstellerin, geb. zu Połom im Jasloer Kreise Galiziens am 4. November 1814, gest. zu Koscielec bei Krakau am 12. Mai 1858). Eine Tochter des Anton und der Antonie von Myszkowski aus dem Hause Rylski, zeigte sie von früher Kindheit ganz ungewöhnliche Geistesanlagen, welche sich mit den Jahren nur noch mehr entwickelten. Bei dem angeborenen Triebe sich zu bilden wendete sie sich den verschiedenen Wissenszweigen mit großer Vorliebe und allem Eifer zu und gewann dadurch eine Bildung, welche sie weit über andere Genossinen Geschlechtes emporhob. Aus ihrer Ehe mit Franz Wojnarowski hatte sie eine Tochter, und der Erziehung derselben widmete sie sich ausschließlich. Aus dem Streben, das „Kind ganz nach ihrem Sinne zu bilden, entsprang die Lust, selbst, und zwar im nächsten Hinblick für dasselbe zu schreiben. So entstanden denn ihre pädagogischen Schriften, welche auch der übrigen weiblichen Jugend Polens zugute kommen, [251] und in denen sie als eine würdige Nebenbuhlerin der berühmten polnischen Jugendschriftstellerin Clementine Hoffmann-Tański erscheint. Die ersten Arbeiten, welche sie niederschrieb, brachte das in Polen stark verbreitete Familienblatt „Przyjaciel ludu“, d. i. Der Freund des Volkes; bald fühlte sie sich aber zu höherem Flug berufen und veröffentlichte mehrere selbständige Schriften, deren Titel sind: „Rady ostatnie ojca dla syna“, d. i. Eines Vaters letzte Rathschläge für seinen Sohn (Breslau 1842), dieses Buch gab sie unter dem Pseudonym Karol. Nowowiejski heraus; – „Słowa prawdy dla użytku wszystkich stanów“, d. i. Worte der Wahrheit zum Gebrauche für alle Stände (Leipzig 1842; 2. Ausg. ebd. 1846), von dem Geistlichen L. Nowak herausgegeben; – „Do matek polskich slów kilka“, d. i. Einige Worte an die polnischen Mutter (ebd. 1843; 2. Aufl. ebd. 1850; 3. Aufl. Brüssel 1862); – „Pierściońkí Babuna“, d. i. Großmütterchens Ringlein, 4 Bände (ebd. 1845; wiedergedruckt mit Auslassungen in Warschau 1852); – „Bluszcze przez mlodą Polkę“, d. i. Epheublätter einer jungen Polin (Leipzig 1846; 2. Aufl. Brüssel 1862, 8°.), enthält Gedichte. Diese sämmtlich der Jugend gewidmeten Schriften bekunden einen gesunden Sinn, religioses Gefühl, Liebe zum Vaterlande und zu seinen Sitten und einen feinen geläuterten Styl. Leider raffte ein früher Tod diese vielversprechende Jugendschriftstellerin dahin.

Nehring (Władisław). Kurs Literatury polskiéj, d. i. Lehrcurs der polnischen Literatur (Posen 1866, J. C. Źupański, gr. 8°.) S. 252. – Rycharski (L. F.). Literatura polska w historyczno-krytycznym zarysie, d. i. Die polnische Literatur in geschichtlich-kritischen Umiß (Krakau 1868, gr. 8°.) Bd. II, 255.