BLKÖ:Waldstätten, Johann Freiherr

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 204. (Quelle)
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Waldstätten, Johann Freiherr (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und militärischer[WS 1] Schriftsteller, geb. zu Gospic in der Militärgrenze am 24. Juni 1833). Am 25. September 1844 trat er in die Wiener-Neustädter Militärakademie und aus dieser im August 1851 als Lieutenant minderer Gebühr bei Don Miguel-Infanterie Nr. 39 ein. Im December 1851 kam er in gleicher Eigenschaft mit höherer Gebühr zum Pionniercorps, in welchem er im Mai 1854 Oberlieutenant wurde; 1856 rückte er zum Hauptmann im Generalquartiermeisterstabe vor. Am 20. October 1865 zum Major befördert, ward er im Mai 1867 Oberstlieutenant bei Graf Neipperg-Dragonern Nr. 12, am 1. Mai 1870 Oberst im Generalquartiermeisterstabe, am 8. November 1877 Generalmajor und Commandant der 7. Infanterie-Brigade in Brünn und ist [205] zur Zeit Feldmarschall-Lieutenant und Commandant der 6. Infanterietruppen-Division zu Temesvár. In den Rahmen dieser 34jährigen Dienstzeit fallen ebenso ausgezeichnete Leistungen im Felde als im Gebiete der Kriegswissenschaft. Als Hauptmann machte er den Feldzug 1859 in Italien mit, wo er sich durch seine in den Gefechten bei Turbigo und Magenta bewiesene Tapferkeit den Orden der eisernen Krone dritter Classe erkämpfte. Am 15. August desselben Jahres erhielt er für sein Verhalten in der Schlacht bei Magenta das Militär-Verdienstkreuz. Im März 1864 kam er, damals Hauptmann, als Lehrer der Taktik an die Central-Cavallerieschule, in welcher er in Verwendung blieb, bis ihn die Ereignisse des Jahres 1866 gegen Preußen ins Feld riefen, wo er sich für neue Beweise seiner Tapferkeit und Umsicht das Ritterkreuz des Leopoldordens erwarb. Freiherr von Waldstätten zeichnete sich aber nicht blos als tapferer Kriegsmann aus, er ist auch ein wissenschaftlich gebildeter Soldat, der bereits mehrere zum Theile kriegsgeschichtliche, zum Theile andere seinen Beruf betreffende Werke veröffentlicht hat. Die Titel derselben sind: „Die Taktik“ (Wien 1865, Seidel, gr. 8°.; 2. verm. und verb. Aufl. 1867 ebd. mit eingedruckten Holzschnitten und 6 Steintafeln in gr. 8°. und 4°.; 4. neubearbeitete Aufl. mit eingedr. Holzschn., ebd. 1873); – „Die Terrainlehre bearbeitet als Lehrbehelf“ (ebd. 1867, 2. durchges. Aufl. ebd. 1868, gr. 8°., mit 7 Steintafeln in qu. 4°. und 40 eingedr. Holzschnitten; 3. durchges. Aufl. 1872, mit eingedr. Holzschn. und 7 lithogr. Tafeln in gr. 8°., qu. 4°. und qu. Fol.); – „Ueber den Nachrichten- und Sicherheitsdienst 1. Theil: Nachrichtendienst“ (ebd. 1870, Seidel, mit 5 eingedr. Zeichnungen, gr. 8°.); – „Die Schlacht bei Vionville und Rezonville am 16. August 1870. Zwei Vorträge“ (ebd. 1874, gr. 8°.); – „Ueber die Verwendung grösserer Cavalleriekörper in den Schlachten der Zukunft“ (Teschen 1874, gr. 8°.); – „Die Cavalleriemanoeuvres bei Totis“ (ebd. 1875, gr. 8°., mit 3 Steintaf. in gr. Fol.). Die drei letztgenannten Arbeiten sind Sonderabdrücke aus dem Organ des Wiener militär-wissenschaftlichen Vereines und aus den bei Prochaska in Teschen ausgegebenen „Oesterreichisch-ungarischen militärischen Blättern“. Außer den oben erwähnten österreichischen Auszeichnungen besitzt Freiherr Waldstätten auch Orden von Sachsen und Hessen-Darmstadt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: miltärischer.