BLKÖ:Thun-Hohenstein, Johann Jacob Graf

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 45 (1882), ab Seite: 28. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Jacob von Thun in Wikidata
GND-Eintrag: 139102892, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Thun-Hohenstein, Johann Jacob Graf|45|28|}}

47. Johann Jacob Graf (geb. in Castell-Brughier 1640, gest. 2. September 1701), ein Sohn Georg Sigmunds von der Linie Thun-Brughier, [29] trat frühzeitig in kaiserliche Kriegsdienste und kämpfte 1657 bis 1662 in Siebenbürgen und Ungarn. Im Februar 1662 wurde er zum einstweiligen Statthalter der Deutschordenscommende in Tirol ernannt, am 31. Mai 1662 aber als Landcomthur zu Schlanders durch den Administrator Erzherzog Leopold Wilhelm bestätigt. Nahezu 40 Jahre verwaltete er die Ballei. In seine Zeit fällt der Verkauf der 400 Jahre bestandenen Commende Trient, um den Gesammtpreis von 15.483 fl. Zu diesem Schritte führten die vielen Unzukömmlichkeiten, Lasten und Streitigkeiten, mit denen der Besitz der Commende verknüpft war, und seitdem blieb die Deutschordensballei an der Etsch bloß auf Deutschtirol beschränkt. Unter Johann Jacob erstand die St. Antoniuskirche zu Klobenstein bei Lengmoos; auf den Ordensbesitzungen zu Siebenaich vollendete er 1690 die schöne Antoniuscapelle, welche er mit einem Marmoraltare und kostbaren Kirchenparamenten schmückte. Viel verwendete er, mitunter aus eigenen Mitteln, auf Verbesserungen der Ordensgüter. Im Rufe eines Mannes von tiefer Frömmigkeit und großer Wohlthätigkeit – auf seinem täglichen Gange zur Pfarrkirche in Schlanders spendete er jedesmal drei bis fünf Gulden Almosen – starb er im Alter von 62 Jahren. [Ladurner (Justinian P.). Urkundliche Beiträge zur Geschichte des deutschen Ordens in Tirol (auch 10. Heft der III. Folge der Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg) (Innsbruck 1861, Wagner, 8°.) S. 173 bis 180.] –