BLKÖ:Thomas (vier Glockengießer)

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 44 (1882), ab Seite: 255. (Quelle)
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13. Den Namen Thomas führen auch mehrere böhmische Glockengießer. So lebte deren einer im fünfzehnten Jahrhundert in der Prager Neustadt, wo er 1496 die Glocken zu Střimelice goß; – von einem zweiten, der, zugleich Zinngießer, seine Kunst im ersten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts zu Leitmeritz betrieb, haben sich mehrere schöne Schloßglocken aus den Jahren 1512 und 1518 bis zur Stunde erhalten; – ein dritter Thomas mit dem Zunamen Klábal lebte in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts; er stammt aus einer Familie, in welcher die Kunst des Gießens schon längere Zeit hindurch sich von Vater auf Sohn, Enkel u. s. w. vererbt hatte. Auf seinen Glocken nannte er sich: „Meister Thomas, Glocken- und Zinngießer in Kuttenberg“. Er war ein angesehener Bürger dieser Stadt, in welcher er 1601 das Zeitliche segnete. Von seinen Arbeiten kannte man zwei Glocken in Kolin aus den Jahren 1562 und 1564 und zwei zu Cestinkostel (1562); Glocken in Solopisk (1563), in Uhliř, Janovic (1565), in Zašmuk (1568), zu Svetla im Czaslauer Kreise (1569), in Dolna Chvalina (1571), in Czaslau (1585), zu Želiva (1594), zu Vidic und Sudèjow (1599); – ein vierter Thomas endlich lebte als Bürger von Raudnitz seiner Kunst im ersten Viertel des siebzehnten Jahrhunderts, und eine schöne Glocke seines Gusses, im Auftrage der Eheleute Martin und Marianne Lysa 1616 vollendet, befindet sich noch auf dem Thurme der Decanatskirche zu Kostelec an der Elbe. –