Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 41 (1880), ab Seite: 8. (Quelle)
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Suttner, Hermann (Professor der Philosophie am Gymnasium der k. k. theresianischen Ritterakademie in Wien, geb. zu Pleß in Böhmen am 6. April 1815). Das Gymnasium besuchte er, unter Zauper, in Pilsen, die philosophischen Studien hörte er theils daselbst, theils in Prag, worauf er an der Hochschule der letztgenannten Stadt das Studium der Rechtswissenschaften betrieb. Nach Vollendung desselben erlangte er 1837 die philosophische Doctorwürde, und dem Lehrfachs sich widmend, wurde er Adjunct für die Lehrkanzel der Philosophie an der Universität Prag. In dieser Stellung erwarb er sich die Zuneigung seiner jährlich an Zahl wachsenden Zuhörer und trat in nähere Beziehungen zu seinem früheren Lehrer und damaligen unmittelbaren Vorstande Professor Exner [Bd. IV, S. 115], zwei Umstände, welche für seine fernere Laufbahn entscheidend wurden, denn er widmete sich fortan dem philosophischen Lehrfache und war die nächsten sieben Jahre theils als Adjunct der Philosophie, theils als Assistent, theils als Supplent der historisch-philosophischen Lehrfächer an der Prager Hochschule thätig. Im Jahre 1845 kam er als Docent der deutschen Sprachwissenschaft an die Wiener Universität, wo er, der Erste in Oesterreich, öffentliche Vorträge über diesen bis dahin unberücksichtigt gebliebenen Gegenstand hielt. Daran schlossen sich abgesonderte Vorlesungen über deutschen Styl, deutsche Literatur und altdeutsche Philologie, wodurch er das Interesse der Wiener Studentenschaft für diese Gegenstände weckte. 1846 wurde er supplirender Professor der Moralphilosophie an der Wiener Hochschule und 1847 Professor der deutschen Stylistik an der theresianischen Ritterakademie, welchen Posten er jedoch bald mit der Stelle eines ö. o. Professors der Philosophie an derselben vertauschte. Als der gegenwärtige Studienplan, 1856 ins Leben trat, kam Suttner[WS 1] mit Beibehaltung seines Ranges als Universitäts-Professor an das Gymnasium der theresianischen Akademie, in welcher Stellung er zur Stunde noch wirkt. Von seiner schriftstellerischen Thätigkeit haben wir nur nachstehende Aufsätze zu verzeichnen, welche in den von Dr. Adolph Schmidl gegründeten „Oesterreichischen Blättern für Literatur, Kunst, Geschichte u. s. w.“, und zwar im Jahrgange 1847 erschienen sind: „D. H. A. Keller’s Standpunkt in der Literatur der Gegenwart“ [Nr. 26]; – „Dr. Ludwig Frauer’s Walkyrien der skandinavisch-germanischen Götter- und Heldensage“ [Nr. 37] und „Ueber Dr. Ludwig Braunfels’ Ausgabe des Nibelungenliedes“ [Nr. 190]. Ob Dr. Suttner auch noch anderweitig thätig gewesen, ist mir nicht bekannt. Im Jahre 1867 wurde er von dem philosophischen Doctorencollegium der Wiener Hochschule zum Decan der philosophischen Facultät gewählt, im August 1872 mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet und im Februar 1880 in den Adelstand mit dem Prädicate „von Erewin“ erhoben.

Czuberka (Karl), Oesterreichischer Studenten-Kalender für das Studienjahr 1867. Vierter Jahrgang... Mit Benützung amtlicher Quellen (Wien, 12°.) S. 75.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Sutter.