BLKÖ:Schindler von Kunewald, Friedrich Emil

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 9. (Quelle)
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Schindler von Kunewald, Friedrich Emil (Humanist, geb. zu Kunewald in Mähren im Jahre 1809, gest. 15. März 1867). Hat sich durch humanitäre und patriotische Acte mannigfacher Art so verdient gemacht, daß ihm in Würdigung derselben im Jahre 1859 der Adelstand verliehen wurde. Er hat durch Unterstützung der Armen nicht nur in seinem Gutsbezirke, sondern auch in den Nachbarkreisen viel zur Linderung der Armuth und des Elends beigetragen; hat durch Errichtung und Dotirung von Schulen den Volksunterricht gehoben; durch Bauten und Beiträge zu Kirchenzwecken als Kirchenpatron auf das Eifrigste gewirkt; verschiedene humanitäre Zwecke gefördert, so u. a. einen Stiftungsplatz im Brünner Blinden-Institute mit einem Capital von 2000 fl. errichtet; mehrere militärische Institute, darunter den mährischen Invalidenfond und das Knaben-Erziehungshaus des Infanterie-Regiments Baron Mihailovits Nr. 57 (heute Großherzog von Mecklenburg-Schwerin) unterstützt; zur Anschaffung von Lehrmitteln in der Oberrealschule zu Troppau den Betrag von 3000 fl. gespendet; eine ausgezeichnete Thätigkeit in der Landwirthschaft entwickelt, in Folge welcher ihn die k. k. mährisch-schlesische Gesellschaft des Ackerbaues zum correspondirenden [10] Mitgliede ernannte. Diese und noch andere verdienstliche Acte blieben ah. Ortes nicht unbemerkt und Friedrich Emil Schindler wurde mit dem Prädicate von Kunewald im Jahre 1859 in den erbländischen Adelstand erhoben. Wappen und heutigen Familienstand siehe in den Quellen.

Adelstands-Diplom ddo. Wien 8. März 1859. – Wappen. Ein silberner, mit rothen Schindeln bestreuter Schild mit blauem Schildeshaupte, in welchem man drei goldene Kleeblätter neben einander gereiht erblickt; im Schilde selbst befindet sich ein vorwärts gestellter schwarzer Stierkopf. Auf dem Schilde erhebt sich ein gekrönter Turnierhelm, dessen Krone einen geschlossenen blauen Adlerflug trägt, zwischen dem eine goldene strahlende Sonne rechtswärts hervorbricht. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber unterlegt.
Heutiger Familienstand. Dieser besteht aus den Kindern des im Jahre 1867 verstorbenen Friedrich Emil [s. d. Obigen]; diese sind: Friedrich Georg Karl (geb. 19. November 1838), Besitzer der Herrschaft Kunewald, Zauchtl und Bothenwald; Walburga (geb. 15. Jänner 1840), vermält mit Wilhelm Binder, k. k. Obersten und Commandanten des Infanterie-Regiments Graf Nobili Nr. 74; Ernestine (geb. 11. April 1841), vermält mit Joseph Draudt Ritter von Val Tioni, k. k. Major im Infanterie-Regimente Ludwig II. von Bayern Nr. 5 und Ritter des Ordens der eisernen Krone 3. Classe mit der Kriegsdecoration: Alphons (geb. 6. März 1845), k. k. Oberlieutenant; Charlotte (geb. 31. März 1846), vermält mit Ludwig Grafen Neilhaus, k. k. Hauptmann, und Max (geb. 15. März 1854).