BLKÖ:Schäfer, Antonia

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schäffer, F. W.
Band: 29 (1875), ab Seite: 53. (Quelle)
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1. Antonia Schäfer (geb. zu Czaslau in Böhmen im November 1804), die Tochter des kais. österreichischen Hauptmanns Baron Lützow, der bei seinem Regimente in Böhmen stand. Noch nicht drei Jahre alt, verlor sie den Vater, der in Mecklenburg bei den Verwandten seiner Frau durch einen Sturz vom Pferde getödtet worden war. Die Mutter kehrte nun nach Böhmen zurück. In einiger Zeit begab sich aber diese zu ihren Verwandten am Rhein, und Antonia wohnte nun auf dem Lande, zwei Stunden von Bonn, bei einer Großtante. Ein Hausgeistlicher, Namens J. Minola, der durch 30 Jahre Erzieher in der Familie gewesen, leitete Antoniens Unterricht und gab ihr jene Richtung, welche in der Folge sich auch in ihren Schriften aussprach. Im Alter von 13 Jahren verlor Antonia auch die Mutter, sie kam nun zu einer Schwester derselben und als diese in Aachen starb, zur Großtante zurück. Antonia erzählt Alles dieß ziemlich verworren in der Selbstbiographie, welche in der unten bezeichneten Quelle abgedruckt ist. Wie sie Schriftstellerin geworden, erzählt sie nicht, nur berichtet sie, daß über Aufforderung eines Geistlichen aus Aachen, einige Briefe über gemischte Ehen zu schreiben, das Buch: „Emilie, oder die getrennte Ehe“ (Münster 1850) entstanden sei. Vorher hatte sie aber schon zwei andere Werke: „Alwina, oder die Proselytin“ (ebd. 1840) und „Julie und Marie. Briefe über den katholischen Kultus“ (Köln 1846, 2. Aufl. 1850) erscheinen lassen. Außer mehreren, in Lang’s „Hausbuch“ veröffentlichten Erzählungen hat sie selbstständig herausgegeben: „Ethnea, oder die Sclaven der Engländer“ (Münster 1856); – „Paris und Rom. Eine Familiengeschichte“ (ebd. 1862) und „Der Testeid. Historischer Roman aus der Zeit Karl’s II. von England“ (ebd. 1862). Naiv schildert sie ihren schriftstellerischen Drang. „Ich lebe“, schreibt sie, „als Gattin des Dr. Schäfer in Königswinter am Rhein glücklich und zufrieden in einem kleinen Gartenhause dicht am Ufer des Rheins. Wenn ich in den Winterabenden nicht schreibe, so spinne ich, und ich thue beides mit gleicher Liebe und gleicher Freude, denn ich kann nicht leben ohne das Bewußtsein, auf irgend eine Weise beschäftigt und nützlich zu sein.“ In dem Buche: „Paris und Rom“ hat sie einen Theil der Geschichte ihrer Familie erzählt. [Kehrein (Joseph), Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhunderte (Zürch, Stuttgart, Würzburg 1870, L. Wörl, gr. 8°.) Bd. II, S. 76.] –