BLKÖ:Pickl Edler von Witkenberg, Wilhelm

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pickler, Johann
Band: 22 (1870), ab Seite: 260. (Quelle)
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Pickl Edler von Witkenberg, Wilhelm (k. k. Rittmeister, geb. zu Brody 12. Februar 1787, gestorben, Todesjahr unbekannt). Trat 1. November 1803 als Cadet in das Infanterie-Regiment Czartoryski, wo er im Juli 1804 zum Fähnrich, im September 1805 zum Lieutenant, im Februar 1809 zum Oberlieutenant vorrückte, als solcher im Jänner 1811 zu Kaiser-Chevauxlegers übersetzt, dort im November 1813 zum zweiten und im März 1821 zum ersten Rittmeister befördert wurde. Während dieser Zeit machte er die Campagnen der Jahre 1805, 1809, 1813, 1814, 1815 und die Expedition nach Neapel im Jahre 1821 mit. Bei mehreren Gelegenheiten zeichnete er sich durch seine Tapferkeit aus, so im Feldzuge des. Jahres 1809, da er am 21. April den Kirchhof zu Unterleidingen durch 10 Stunden gegen einen viermal stärkeren Feind behauptete; am folgenden Tage, in der Schlacht bei Eckmühl, wo er zuerst beim Plänkeln und dann bei dem gleich darauffolgenden Sturme gegen den von dem Feinde besetzten Wald seine Umsicht bewährte. Bereits waren die meisten Officiere der Division entweder gefallen oder schwer verwundet, nun übernahm P. das Commando, unternahm mehrere Stürme gegen den weit überlegenen Feind, und obgleich er selbst durch eine [261] Kugel eine schwere Contusion an der Brust erhalten, hielt er Stand, bis der Rückzug der ganzen Armee auch ihn zwang, sich ihr anzuschließen. Im Jahre 1809 commandirte er in der Schlacht bei Aspern, 21. Mai, die 12. Compagnie des Infanterie-Regiments Czartoryski, und am Flügel des Bataillons stehend, wies er den Angriff der feindlichen „eisernen Reiter“ entschieden zurück, bis er, im Gesichte verwundet, zugleich mit seinen gleichfalls verwundeten Obersten Baron Wallet aus dem Gefechte geführt werden mußte. Am 6. Juli führte P. den ihm gewordenen Auftrag, nach dem Uebergange der sogenannten schwarzen Lacke die Brücke über den schmalen Donauarm abzutragen, unter dem beständigen Geschützfeuer des Feindes aus, und erreichte unter geschickter Führung ohne Verlust Korneuburg. In der Schlacht bei Znaim, am 12. Juli 1809, hatte P. durch sechs Stunden bereits mit seiner Compagnie unter mörderischem Feuer gegen den immer heftiger andringenden Feind sich gehalten. Als die Compagnie wegen großen Verlustes durch eine andere abgelöst wurde, deren Commandant erkrankt war, übernahm P. sofort aus freien Stücken das Commando derselben, stürmte mit diesen frischen Kräften die vom Feinde besetzte Scheuer und behauptete sie, bis der eingetretene Waffenstillstand jedem weiteren Kampfe Einhalt that. Durch den Besitz dieser Scheuer war dem Feinde das Eindringen in die Stadt von dieser Seite unmöglich gemacht worden. Als P. seit 1811 bei der Cavallerie diente, machte er mit dem Regimente alle Gefechte mit, welche dasselbe in den Feldzügen der Jahre 1813, 1814 und 1815 zu bestehen hatte. Gleich beim Einbruche in Sachsen that er sich beim Angriffe einer Abtheilung feindlicher Uhlanen bei Marienburg hervor, ebenso in der Schlacht bei Dresden, in der Affaire bei Stössen und in der Völkerschlacht bei Leipzig. Sein tapferes Verhalten wurde öfter in den Relationen und Rapporten gerühmt und P. in Anerkennung seiner vor dem Feinde erworbenen Verdienste im Jahre 1834 in den Adelstand mit dem Ehrenworte „Edler von“ und dem Prädicate Witkenberg erhoben.

Adelstands-Diplom ddo. 21. October 1834. – Wappen. Ein mit einer schmalen goldenen Einfassung versehener, senkrecht getheilter Schild. Die rechte Hälfte ist von Blau und Roth durch einen rechten, mit sechzehn Schindeln von rother, silberner, goldener und blauer Farbe, welche je zu vier schrägrechts übereinander gestellt sind, in vier senkrecht aneinander geschlossenen Reihen belegten Schrägebalken getheilt. Die Schindeln dieses Schrägebalkens wechseln in ihrer Breite dergestalt ab, daß in der ersten und dritten Reihe die beiden äußersten, in der zweiten und vierten aber die beiden innersten etwas breiter; die beiden innersten der ersten und dritten, sowie die beiden äußersten der zweiten und vierten Reihe aber etwas schmäler sind. Im oberen blauen Felde der rechten Schildeshälfte sind drei, zwei über einem, goldene Sterne zu sehen; im unteren rothen Felde wachsen aus dem Boden schroffe Felsen von natürlicher Höhe, auf deren Spitze eine natürliche Gemse zu sehen. In der linken silbernen Schildeshälfte erscheint auf grünem Rasen ein vorwärtsgekehrter stehender Mann mit kurzem braunem Barte, und eben solchen Haaren, auf dem Kopfe mit brauner Pelzmütze, am Körper mit einem am Halse offenen, an den Ellenbogen aufgeschürzten Hemde, dann mit braunen ledernem kurzen Beinkleide, weißen Strümpfen und schwarzen Halbstiefeln, der in der rechten ausgestreckten Hand eine mit dem Schaft in den Boden gestützte und mit der Spitze aufwärts gekehrte natürliche Pike hält. Auf dem Schilde ruht der gekrönte Turnierhelm, aus dessen Krone der vorbeschriebene Mann mit der Pike emporwächst. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber belegt.